Dormagen – Denkmal unter Tage: Führungen durch den Zonser Luftschutzbunker

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen-​Zons – Das jüngste der Zonser Denkmäler, ein­ge­tra­gen erst im November 2019, liegt nicht in, son­dern unter der Altstadt. 

Der 1944 ange­legte Bunker, des­sen Eingang sich am ehe­ma­li­gen Feldtor (gegen­über Schloßstraße 46) befin­det, ist eine von drei grö­ße­ren Luftschutzanlagen, die in Zons wäh­rend des Zweiten Weltkriegs ent­stan­den – und die Einzige, die heute noch zugäng­lich ist.

Maximal acht Personen mit Anmeldung 
Nachdem Ehrenamtler und Stadt Dormagen das Bauwerk gemein­sam instand­ge­setzt haben, kann es jetzt regel­mä­ßig besich­tigt wer­den: An den Sonntagen 19. Juli, 16. August, 20. September und 18. Oktober lädt der Verein Luftschutzanlagen Rhein-​Kreis Neuss e.V. zu kos­ten­freien Führungen durch den Bunker ein.

Die knapp ein­stün­di­gen Rundgänge star­ten um 12, 13, 14 und ein letz­tes Mal um 15 Uhr. Die Gruppengröße ist auf acht Personen begrenzt und eine vor­he­rige Anmeldung per Email an bunker-zons@gmx.de verpflichtend.

Der Luftschutzbunker im Bereich des ehe­ma­li­gen Feldtors ent­stand Anfang 1944. Ihm kommt als Relikt des Zweiten Weltkriegs eine hohe zeit­ge­schicht­li­che Bedeutung für Zons zu. Auch heute noch erin­nern sich Menschen an ihre angst­er­füll­ten Erlebnisse in der Anlage. Technikgeschichtlich bezeugt er u.a. den Wandel von Selbstschutzräumen zu öffent­li­chen Luftschutzanlagen, der im Kreisgebiet ab 1943 wegen der zuneh­men­den Gefahren durch Luftangriffe einsetzte.

Jörn Esposito und Stefan Rosellen Foto: SWD

Stadt und Ehrenamtler rich­te­ten den Bunker wie­der her
Bei der Instandsetzung des Bunkers haben der Verein Luftschutzanlagen Rhein-​Kreis Neuss e.V., der Eigenbetrieb Dormagen, die Untere Denkmalbehörde und die Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen (SWD) eng zusam­men­ge­wirkt. Vereinsmitglieder haben die Anlage mit gro­ßem ehren­amt­li­chen Einsatz gerei­nigt und entrümpelt.

Der städ­ti­sche Eigenbetrieb als Eigentümer küm­merte sich um die not­wen­dige Erneuerung der Beleuchtung und Fluchtwegbeschilderungen. Auch ein Stromanschluss ist inzwi­schen vor­han­den und als letz­ter Schritt wurde am 20. Juni der ehe­ma­lige Notausgang wiederhergestellt.

Eine Besonderheit des Bunkers: Durch Undichtigkeiten in der Decke und ein­drin­gen­des Wasser haben sich in den Räumen dünne Stalaktiten ent­wi­ckelt, die z.T. von der Decke bis zum Boden rei­chen. So ver­wan­delt sich das Kriegsbauwerk all­mäh­lich unge­plant in eine Tropfsteinhöhle. Über der Bunkerdecke befin­det sich heute ein Bouleplatz.

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