Dormagen – Jubiläumsfeier der Städtepartnerschaft mit Kiryat Ono fällt aus

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Dormagen – Echte Freunde sind einem immer nah, auch wenn man sich uner­war­tet ein­mal nicht sehen kann – mit die­ser Erkenntnis trös­ten sich der­zeit die Mitglieder des Vereins zur Förderung der Partnerschaft zwi­schen Dormagen und Kiryat Ono.

Seit 25 Jahren besteht diese deutsch-​israelische Freundschaft. Über die Gräben des Holocaust und schlimms­ter Verbrechen der Menschheitsgeschichte hin­weg war es 1995 gelun­gen, wie­der eine Brücke zu schla­gen und sich ein­an­der die Hand zu rei­chen. Im kom­men­den Mai war dazu eine Jubiläumsfeier in Kiryat Ono geplant.

Neben Vertretern der Stadt und des Partnerschaftsvereins soll­ten daran auch 20 junge Sängerinnen und Sänger der Gruppe „TonArt“ aus dem Chorhaus der katho­li­schen Pfarre St. Michael teil­neh­men. Sie hat­ten schon beim Neujahrsempfang der Stadt Dormagen eine Kostprobe ihres Könnens gege­ben und sich rie­sig auf ihren Einsatz als kul­tu­relle Botschafter gefreut.

Wegen der Corona-​Pandemie musste die Begegnung jetzt abge­sagt wer­den. „Natürlich ist die Enttäuschung dar­über bei allen Beteiligten groß, aber die Sicherheit geht ein­fach vor“, sagt Uwe Schunder, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins. „Mit mei­nem Amtskollegen Israel Gal in Kiryat Ono bin ich sehr schnell über­ein­ge­kom­men, dass dies auch nicht die Zeit zum Feiern ist – selbst wenn bis Mai das Einreiseverbot in Israel wie­der auf­ge­ho­ben wer­den sollte“, erklärt Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld.

Nun hofft der Partnerschaftsverein, dass zumin­dest die für September geplante Jubiläumsfeier in Dormagen statt­fin­den kann. „Wir sind sehr stolz dar­auf, dass wir bis heute die ein­zige Städtepartnerschaft mit Israel im gesam­ten Rhein-​Kreis Neuss haben und diese so leben­dig vor allem auch im Jugendbereich läuft“, sagt Schunder.

Ein gro­ßer Aktivposten bei den deutsch-​israelischen Begegnungen ist bei­spiels­weise das Bettina-​von-​Arnim-​Gymnasium. Es hat seit 2013 eine feste Schulpartnerschaft mit der Ben Zvi High School in Kiryat Ono. Jedes Jahr fin­den Begegnungen von Schülergruppen statt, die den Jugendlichen die Lebenswelt im jeweils ande­ren Land näher­brin­gen und zugleich geschicht­li­che Verantwortung ver­mit­teln. „Auch das ist eine Verbindung, die in die­ser Form nicht viele Städte in Deutschland und Israel haben“, so Schunder.

Aus Anlass des Jubiläums hat der Partnerschaftsvereins ange­regt, eine Straße oder einen Platz in Dormagen nach Kiryat Ono zu benen­nen. Die Stadtverwaltung schlägt hier­für die Platzfläche zwi­schen dem Neuen Rathaus und dem Eiscafé der Rathaus-​Galerie vor. „Diese Lösung hat den Vorteil, dass damit keine Adressänderungen für Bürger oder Firmen ver­bun­den sind und wir die Städtepartnerschaft trotz­dem an einem zen­tra­len Ort sicht­bar machen kön­nen“, erläu­tert Bürgermeister Lierenfeld. „Auch mit der Eigentümergesellschaft der Rathaus-​Galerie ist diese Vorschlag abge­stimmt. Sie war sofort damit einverstanden.“

Über die Platzbenennung soll­ten ursprüng­lich der städ­ti­sche Planungsausschuss und der Kulturausschuss im März bera­ten. Wegen der Corona-​Krise wur­den die Sitzungen abge­sagt. „Bis September haben wir aber noch aus­rei­chend Zeit, in die­ser Frage zu einer Entscheidung zu kom­men“, so Lierenfeld. Es wäre an Signal zu einem beson­de­ren Zeitpunkt, denn 2020 jährt sich auch zum 75. Mal das Ende des Holocaust. „Wir als Partnerschaftsverein wür­den uns über einen sol­chen Schritt freuen“, sagt Schunder.

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