Neuss: Lebensretter 2018 – Kategorie „Soforthilfe“ (DLRG-​Mitglieder)

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Neuss – Christoph Claßen, Mitglied der DLRG Neuss, befand sich, im Juli 2018, zusammen mit seinem Bootsführer Thomas Tscheuschner zu einer Übungsfahrt auf dem Rhein.

An Bord der „Pelikan“ sind auch Timon von Zons und Jan Czarnietzki, die als Mitglieder des DLRG-Jugend-Einsatz-Teams, kurz „Jetties“ genannt, langsam an den Wasserrettungsdienst herangeführt wurden. 

Es war ein sonniger, warmer Tag, auf dem Rhein sind viele Sportboote unterwegs – so rechnen die vier Rettungsschwimmer vor allem damit, den Sportbootführern technische Hilfeleistungen geben zu müssen. Doch plötzlich entfaltet sich vor ihren Augen ein ganz andere Situation.

Auf Höhe der "inoffizielle Badestelle" am Himmelgeister Ufer entdecken sie plötzlich drei Kinder, die etwa zwölf Meter vom Ufer entfernt in einem Strudel gefangen sind. „Die Badestelle ist verführerisch“, beschreibt Claßen. „Es geht vom Ufer sehr flach hinein, und an beiden Seiten begrenzen Buhnen den Badebereich.“

Diese Buhnen beeinflussen allerdings auch die Strömung im Fluss: In der Badebucht gibt es eine Gegenströmung – nicht stark, aber doch ausreichend, um die spielenden Kinder Stück für Stück flussaufwärts zu bewegen, bis sie in den Bereich der oberen Buhne gelangen. Und dort lauert der Strudel, das Wasser ist plötzlich metertief. Die drei Kinder, zwei Jungen im Alter von fünf und sechs Jahren sowie ein achtjähriges Mädchen, die eben noch friedlich gespielt haben, werden von den Beinen gerissen und müssen um ihr Leben kämpfen.

„Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort,“ sagt Claßen. Keine 100 Meter ist die „Pelikan“ entfernt, als die vier Retter auf die Situation aufmerksam werden. Sofort lenkt Thomas Tscheuschner das Boot in Richtung Unglücksstelle, und Christoph Claßen macht sich bereit, ins Wasser zu springen. Tscheuschner fährt das Motorrettungsboot an die Kinder heran und setzt es mit dem Bug an der Buhne auf. Claßen, ausgerüstet mit Neoprenanzug und Prallschutzweste, springt zu den Kindern ins Wasser.

Claßen spürt die Kraft des Strudels, aber er bekommt die drei Kinder zu fassen. „Zum Glück gab mir die Weste Auftrieb“, berichtet Claßen, der trotzdem nicht zum Ufer gelangt. Mit Mühe gelangt er zurück zum Rettungsboot. Nun helfen auch die beiden Jetties bei der Rettung: Sie ziehen die Kinder an Bord. Schließlich ist auch Christoph Claßen wieder im Rettungsboot.

Gemeinsam fahren Retter und Gerettete an den Strand, wo bereits die Mutter der drei Kinder wartet. Diese sind erschöpft, aber ansprechbar, nur zur Vorsicht werden sie an den alarmierten Rettungsdienst übergeben.

Laudatio NIVEA Preis für Lebensretter 2018

Claßen ist froh, dass er und sein Team zur Stelle waren, denn er hat in diesem Jahr auch schon tödliche Unfälle im Rhein miterlebt. „Das Baden im Rhein ist gefährlich, das sollte man sich immer bewusst machen“, warnt er. Denn nicht immer können Rettungsschwimmer wie Christoph Claßen und Thomas Tscheuschner im richtigen Moment zur Stelle sein.

Dafür, dass sie es diesmal waren, zeichnen wir die beiden DLRG-Mitglieder mit dem NIVEA-Preis für Lebensretter 2018 aus.

Laudatorin Yusra Mardini (Schwimmerin) sowie Thomas Tscheuschner und Christoph Claßen. Foto: Beiersdorf
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