Kaarst: Stadt fei­ert Tag der Deutschen Einheit

Kaarst – Jedes Jahr hält die Stadt Kaarst die Erinnerung an die Wiedererlangung der Deutschen Einheit durch einen Festakt am 3. Oktober lebendig.

Durch thematische Schwerpunkte sollen dabei besondere Facetten deutsch-deutscher Geschichte herausgearbeitet werden. In diesem Jahr – im Jahr des 100-jährigen Frauen-Wahlrechts in Deutschland – geht es um das Frauenbild und die Rolle der Frau in der DDR.

„Gemeinhin hält sich das Vorurteil, in der DDR wäre die Gleichberechtigung der Frau deutlich weiter vorangeschritten als zur gleichen Zeit in der Bunderepublik Deutschland. Doch die Realität sah anders aus, und sie war für viele Frauen nicht nur beschwerlich, sondern bedrohte die Existenz“, sagt Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus.

Eine dieser Frauen ist die Gastrednerin des Festakts: Edda Schönherz. Die heute 74-Jährige war Ende der 60er-Jahre und zu Beginn der 70er-Jahre das Gesicht des DDR-Fernsehens: prominent, aber nicht systemkonform. Beim Versuch, während eines Urlaubs Informationen über Ausreisemöglichkeiten zu sammeln, wird die zweifache Mutter von der Staatssicherheit beobachtet.

Am 8. September 1974 stürmt die Stasi ihre Wohnung: Edda Schönherz wird verhaftet, landet schließlich im berüchtigten Frauengefängnis Hoheneck. Erst der Freikauf durch die Bundesrepublik ermöglicht Edda Schönherz einen Neuanfang.

Ich freue mich sehr, dass wir mit Edda Schönherz eine Zeitzeugin begrüßen können, die uns aus eigenem Erleben berichten kann“, sagt Nienhaus. Zuvor werden Schüler des GeorgBüchner-Gymnasiums ihre Ergebnisse der Projektarbeit zum Frauenbild in der DDR präsentieren. Musik des Kammerorchesters Kaarst und der anschließende Empfang in der Rathausgalerie runden den Festakt ab.

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