Kaarst: Stadt fei­ert Tag der Deutschen Einheit

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Robert Schilken, Herausgeber



Kaarst – Jedes Jahr hält die Stadt Kaarst die Erinnerung an die Wiedererlangung der Deutschen Einheit durch einen Festakt am 3. Oktober lebendig.

Durch the­ma­ti­sche Schwerpunkte sol­len dabei beson­dere Facetten deutsch-​deutscher Geschichte her­aus­ge­ar­bei­tet wer­den. In die­sem Jahr – im Jahr des 100-​jährigen Frauen-​Wahlrechts in Deutschland – geht es um das Frauenbild und die Rolle der Frau in der DDR.

Gemeinhin hält sich das Vorurteil, in der DDR wäre die Gleichberechtigung der Frau deut­lich wei­ter vor­an­ge­schrit­ten als zur glei­chen Zeit in der Bunderepublik Deutschland. Doch die Realität sah anders aus, und sie war für viele Frauen nicht nur beschwer­lich, son­dern bedrohte die Existenz“, sagt Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus.

Eine die­ser Frauen ist die Gastrednerin des Festakts: Edda Schönherz. Die heute 74-​Jährige war Ende der 60er-​Jahre und zu Beginn der 70er-​Jahre das Gesicht des DDR-​Fernsehens: pro­mi­nent, aber nicht sys­tem­kon­form. Beim Versuch, wäh­rend eines Urlaubs Informationen über Ausreisemöglichkeiten zu sam­meln, wird die zwei­fa­che Mutter von der Staatssicherheit beobachtet.

Am 8. September 1974 stürmt die Stasi ihre Wohnung: Edda Schönherz wird ver­haf­tet, lan­det schließ­lich im berüch­tig­ten Frauengefängnis Hoheneck. Erst der Freikauf durch die Bundesrepublik ermög­licht Edda Schönherz einen Neuanfang.

Ich freue mich sehr, dass wir mit Edda Schönherz eine Zeitzeugin begrü­ßen kön­nen, die uns aus eige­nem Erleben berich­ten kann“, sagt Nienhaus. Zuvor wer­den Schüler des GeorgBüchner-​Gymnasiums ihre Ergebnisse der Projektarbeit zum Frauenbild in der DDR prä­sen­tie­ren. Musik des Kammerorchesters Kaarst und der anschlie­ßende Empfang in der Rathausgalerie run­den den Festakt ab.

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