Korschenbroich: Verdächtiges Ansprechen von Kindern – Aufmerksamkeit aber keine Panikmache ist hilfreich

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Robert Schilken, Herausgeber



Korschenbroich-​Kleinenbroich (ots) – In den Sozialen Medien kur­siert aktu­ell eine Meldung, die offen­sicht­lich für Beunruhigung in der Bevölkerung sorgt. Angeblich sei in Kleinenbroich mehr­fach ein Mann in einem dunk­len Auto auf­ge­fal­len, der Kinder anspricht. Bislang liegt der Polizei eine ein­zelne Meldung vor, wonach ein Junge auf dem Heimweg von einem Unbekannten ange­spro­chen wor­den sein soll.

Er habe den Schüler gefragt, ob er ihn nach Hause brin­gen solle. Es gibt bis­lang keine kon­kre­ten Hinweise auf ein straf­recht­li­ches Verhalten oder auf eine kon­krete Gefährdung für Kinder. Es ist nach bis­he­ri­gen Recherchen der Polizei nicht rich­tig, dass mehr­fach ein Mann in einem dunk­len Auto beob­ach­tet wor­den ist. Ferner hat die Polizei nicht dazu auf­ge­ru­fen, diese (fal­sche) Information wei­ter zu verbreiten.

Die Polizei kann die Sorgen der Eltern sehr gut nach­voll­zie­hen und geht jedem Hinweis mit gro­ßer Sorgfalt nach. Aus lang­jäh­ri­gen Erfahrungen wis­sen die Ordnungshüter aber auch, dass glück­li­cher­weise in den aller­meis­ten Fällen, dem geäu­ßer­ten Verdacht ein harm­lo­ser Sachverhalt zu Grunde liegt.

Nach den bis­he­ri­gen Ermittlungen kommt die Polizei zu fol­gen­der Einschätzung: Auch auf­grund der viel­fa­chen Nutzung von Facebook & Co. im Zusammenhang mit dem Verdächtigen Ansprechen von Kindern gibt es sowohl unter den Eltern als auch an den Schulen und Kindergärten eine Unruhe, die sich täg­lich poten­ziert und auf angren­zende Gebiete überschwappt.

Etliche Eltern sind des­halb in größ­ter Sorge. Hierzu besteht kein Anlass!

Durch die vie­len Gespräche mit den Kindern in Schulen, mit den Eltern aber auch unter­ein­an­der sind die Schülerinnen und Schüler höchst sen­si­bi­li­siert und erle­ben Alltagssituationen als ver­meint­lich gefährlich.

Alle Streifen der Polizei im Rhein-​Kreis Neuss, Streifenwagenbesatzungen, Bezirksbeamte und zivile Einsatzkräfte, sind für die Sorgen und Nöte von Eltern und Kindern sen­si­bi­li­siert. Richtig ist, dass Eltern mit ihren Kindern immer wie­der über die wich­tigs­ten Verhaltensregeln auch auf dem Schulweg spre­chen. Zur Information fügen wir diese Tipps bei.

Liebe Eltern, obwohl der weit­aus über­wie­gende Teil von Übergriffen auf Kinder im sozia­len oder fami­liä­ren Umfeld des Kindes statt­fin­det, soll­ten Sie Ihre Kinder auch dar­über infor­mie­ren, wie sie sich auf dem Schulweg, oder in der Freizeit ver­hal­ten sol­len, wenn sie ohne elter­li­che Aufsicht unter­wegs sind:

Gehe mit Freunden oder Klassenkameraden zusam­men – gemein­sam seid Ihr stark und die Wege sind siche­rer ! Benutze mög­lichst immer die glei­chen Wege – so kennst Du Dich gut aus und weißt, wo Du im Notfall Hilfe fin­den kannst! Sage laut und deut­lich was Du nicht willst – habe auch Erwachsenen gegen­über Mut zu sagen „Lassen Sie mich in Ruhe!”

Tritt auf kei­nen Fall an Fahrzeuge heran – Fragen von Autofahrern kön­nen von Erwachsenen beant­wor­tet wer­den! Mach auf dich auf­merk­sam, wenn Du Dich bedroht fühlst – schrei laut und gehe direkt zu ande­ren Personen, um Dir Hilfe zu holen! Weglaufen ist nicht feige – wenn Du Dich abwen­dest und gehst, schaffst Du Abstand! Wenn kein ande­rer Erwachsener in der Nähe ist, sprich Kinder an! Schrei laut um Hilfe!

Du kannst in Notfällen jeder­zeit über Handy oder aus einer Telefonzelle den Polizeinotruf 110 anru­fen. Das geht auch ohne Handykarte oder Münzen. Wenn Dir auf dem Schulweg etwas ver­däch­tig vor­ge­kom­men ist, soll­test Du es sofort Deinen Lehrern und Deinen Eltern erzäh­len! Überlege mit Deinen Eltern, in wel­chem Geschäft Du auf Deinem Schulweg Hilfe im Notfall fin­den kannst! Halte Dich an Absprachen mit Deinen Eltern und sei mög­lichst pünkt­lich, damit Deine Eltern wis­sen, dass sie sich auf Dich ver­las­sen kön­nen und sich keine unnö­ti­gen Sorgen machen.

Noch ein Tipp zum Schluss: Vereinbaren Sie mit ande­ren Eltern genau, wer Ihr Kind aus Schule oder Kindergarten abho­len darf. Ihr Kind sollte wis­sen, dass es nur mit die­sem – mög­lichst klei­nen – Personenkreis mit­ge­hen oder mit­fah­ren darf – ohne Ausnahme.

Weitere Informationen unter http://​www​.poli​zei​-bera​tung​.de und beim Kriminalkommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz unter der Rufnummer 01231 /​3000.

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