Kaarst: Weltwassertag am 22. März

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Robert Schilken, Herausgeber



Kaarst – Wenn wir an Wasser den­ken, asso­zi­ie­ren wir damit am ehes­ten ein Glas erfri­schen­den Wassers, eine schöne kalte Dusche im Sommer, einen Sprung in den Kaarster See.

Die wenigs­ten den­ken beim Thema Wasser an Abwasser. Deutschland ist jedoch das euro­päi­sche Land, in dem am meis­ten Abwasser wie­der­auf­be­rei­tet und somit recy­celt wird. Laut Bundesumweltministerium wer­den über 96 Prozent des Abwassers aus pri­va­ten Haushalten und öffent­li­chen Einrichtungen in nahe­ge­le­gene Kläranlagen gelei­tet und gereinigt.

Dazu fol­gende Aussagen der Stadt:

Wir möch­ten daher den dies­jäh­ri­gen Weltwassertag, der im übri­gen unter dem Motto „Wasser und Arbeitsplätze“ steht, dazu nut­zen und uns ein wenig mit dem Thema Abwasser beschäf­ti­gen und zwei damit ver­bun­dene Arbeitsplätze bei der Stadt Kaarst vorzustellen.

Die Stadt Kaarst ist Betreiberin des städ­ti­schen Abwassernetzes mit ca. 195 km Länge und damit für den im wahrs­ten Sinne des Wortes rei­bungs­lo­sen Ablauf zustän­dig. Beim Kanalbetrieb wird das Abwasser, das aus Schmutz- und Regenwasser besteht, gesam­melt und dann zur Klärung fort­ge­lei­tet. In Kaarst fin­det man über­wie­gend ein soge­nann­tes Mischwassersystem, d.h. Schmutz- und Regenwasser wer­den vor Ort ver­mischt und zusam­men durchs Kanalsystem zur Kläranlage geführt. Im Gegensatz dazu wer­den beim Trennsystem Schmutz- und Regenwasser sepa­rat behandelt.

Neben Regenwasser führt das kom­mu­nale Mischsystem über­wie­gend häus­li­ches Abwasser, das u.a. aus Fäkalien, Speiseresten und Spül- und Reinigungsmitteln besteht. Dieses Abwasser zu rei­ni­gen, um unsere Gewässer vor­beu­gend zu schüt­zen, ist ele­men­ta­rer Umweltschutz.

Bei der Klärung des Wassers unter­stützt uns ein gro­ßer Verband – der Erftverband – der als Betreiber des Gruppenklärwerks am Nordkanal das Abwasser für uns rei­nigt. Von dort wird das Wasser nach der Klärung wie­der in den Vorfluter, in unse­rem Fall ist das der Nordkanal, eingeleitet.

Günter Hüsges (oben) und Florian Gyszas beim Einstieg in  einen Kanalschacht.
Günter Hüsges (oben) und Florian Gyszas beim Einstieg in einen Kanalschacht.

Da eine Kläranlage nur gewisse Mengen auf­neh­men kann, muss das Abwasser im Netz zurück­ge­hal­ten und dann dosiert an die Kläranlage abge­ge­ben wer­den. Bei star­ken Regenfällen die­nen unter­ir­di­sche Regenrückhaltebecken und Stauraumkanäle als Rückhaltevorrichtung. Hier wird das Abwasser in Bedarf vor­über­ge­hend zwi­schen­ge­spei­chert und dann dosiert zur Kläranlage weitergeleitet.

Sind jedoch all diese Rückhaltevorrichtungen voll­stän­dig gefüllt und der Regen hält den­noch wei­ter an, erfolgt ein kon­trol­lier­ter Abschlag über Regenüberlaufbecken in den Vorfluter, den Nordkanal. Durch den kon­trol­lier­ten Abschlag ist gewähr­leis­tet, dass die Belastung des Nordkanals durch das stark ver­dünnte Abwasser mög­lichst gering gehal­ten wird.

Das gesamte Abwassersystem ist auf eine bestimmte Regenmenge aus­ge­legt. Kommt es aber zu einem eher sel­te­nen Fall eines außer­ge­wöhn­li­chen Regenereignisses, also eine sehr große Menge Regenwasser über einen län­ge­ren Zeitraum anfällt, dann kann es vor­kom­men, dass das System über­las­tet wird. Das kann dann an einem extrem hohen Stand des Nordkanals bzw. an über­lau­fen­den Straßeneinläufen beob­ach­tet wer­den. Zum Glück kommt dies in unse­rer Stadt nur äußerst sel­ten vor.

In Kaarst sor­gen Florian Gyszas und Günter Hüsges dafür, dass an der Kaarster Kanalbetrieb rei­bungs­los funktioniert.

Fotos(2): Stadt
Fotos(2): Stadt

Florian Gyszas ist im Außendienst unter­wegs und kon­trol­liert regel­mä­ßig alle Anlagen. Bei beson­de­ren Wetterlagen ist er häu­fi­ger vor Ort, ansons­ten kon­trol­liert er alle wich­ti­gen Anlagen monat­lich. Er prüft die Funktion von Pumpen, kon­trol­liert, ob Schieber sich öff­nen und schlie­ßen las­sen und kann neben Pflege- und Reinigungsarbeiten auch klei­nere Wartungsarbeiten sel­ber erledigen.

Bei grö­ße­ren anste­hen­den Reparaturarbeiten ent­schei­det er gemein­sam mit sei­nem Kollegen Hüsges über das wei­tere Vorgehen. Von der Sorgfalt sei­ner Arbeit hängt es ab, ob das öffent­li­che Kanalnetz funk­ti­ons­fä­hig bleibt und es zu kei­nen Störungen kommt. Regelmäßig führt er über alle Tätigkeiten ein Bericht.

Die Arbeit macht ihm Spaß, was er so zum Ausdruck bringt: “Ich war schon immer tech­nik­in­ter­es­siert und konnte mir kei­nen Beruf vor­stel­len, bei dem ich nur im Büro sit­zen müsste. Ich mag es selb­stän­dig zu arbeiten.“

Sein Kollege Günter Hüsges über­wacht und steu­ert das System mit Hilfe eines Funksystems vom Büro aus. Hier erhält er Meldungen über Störungen und Ausfälle und zieht im Notfall externe Firmen zur Behebung der Fehler hinzu. Zur Sichtung von Schäden im System bedient sich auch die Stadt Kaarst der Robotertechnik, die heut­zu­tage her­vor­ra­gende Kameraaufnahmen lie­fert. Diese Aufnahmen wer­tet er aus, um dann not­wen­dige Reparaturmaßnahmen oder Sanierungskonzepte einzuleiten.”

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