Dormagen: Freie Formen des Jugendstrafvollzugs am Ende?

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Robert Schilken, Herausgeber



Düsseldorf/​Dormagen – (Landtag NRW) Nach schwer­wie­gen­den Regelverstößen hat Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) das im Dormagener Raphaelshaus lau­fende Modellprojekt zum freien Vollzug für straf­fäl­lige Jugendliche gestoppt.

In der Einrichtung eines freien Trägers haben dort zuletzt fünf jugend­li­che Straftäter ihre Strafe unter inten­si­ver sozi­al­päd­ago­gi­scher Betreuung in einer soge­nann­ten freien Form anstelle einer Haftstrafe in einer Justizvollzugsanstalt ver­büßt. Im Rechtsausschuss des Landtags begrün­dete der Minister heute seine Entscheidung der frist­lo­sen Aufkündigung des Projekts.

Einem von sie­ben Mitarbeitern im Modellprojekt im Raphaelshaus wer­den erheb­li­che Pflichtverletzungen vor­ge­wor­fen. Er soll – teils min­der­jäh­ri­gen – Jugendlichen einen Bordellbesuch ermög­licht, in der Silvesternacht die Jugendlichen erst gegen vier Uhr mor­gens stark alko­ho­li­siert zurück­ge­bracht, ihnen Geld gelie­hen und sie mit sei­nem eige­nen Mobiltelefon Privatgespräche geführt haben las­sen. Um nicht auf­zu­fal­len, habe er Dokumentationen gefälscht.

Nun seien vier der fünf betrof­fe­nen Jugendlichen wie­der zur regu­lä­ren Haftstrafe in die Jugendstrafvollzugsanstalt in Wuppertal-​Ronsdorf zurück­ge­bracht wor­den – einer jedoch habe kurz zuvor bei einem Gespräch über die Vorfälle aus dem Raphaelshaus kurz vor Rückführung in die JVA flie­hen kön­nen. Angeblich seien die Jugendlichen bezüg­lich des anste­hen­den Gesprächs aus infor­mier­ten Kreisen gewarnt wor­den. In die­sem Zusammenhang habe der Geflüchtete seine Fluchtpläne bekannt­ge­macht. Dies sei auch an einen Mitarbeiter im Raphaelshaus wei­ter­ge­ge­ben wor­den, von dort aber nicht an andere Justizvollzugsbeamten. Sonst wären wei­ter­ge­hende Sicherheitsvorkehrungen getrof­fen wor­den, erklärte der Minister. Der Straftäter wurde bis­her nicht gefasst.

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