Zoll und Bundespolizei: Durchsuchungen und Festnahmen – Schlag gegen Schleusung und Schwarzarbeit

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Mönchengladbach-​Grevenbroich-​Bedburg (ots) Mit einer gemein­sa­men Durchsuchungsmaßnahme gehen Zoll und Bundespolizei seit heute Morgen mit mehr als 500 Einsatzkräften im Auftrag der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach gegen fünf Beschuldigte im Zusammenhang mit zwei Arbeitnehmerüberlassungsunternehmen in Jüchen und Grevenbroich vor und haben umfang­rei­che Durchsuchungen von rund 20 Wohn- und Geschäftsräumen in Grevenbroich, Bedburg, Jüchen und Mönchengladbach begonnen.

In erheb­li­chem Umfang sol­len nicht aus der EU stam­mende Menschen mit gefälsch­ten Ausweisdokumenten ein­ge­schleust und wider­recht­lich als Arbeitnehmer ein­ge­setzt wor­den sein. Zeitgleich wer­den zahl­rei­che die­ser Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei den ent­lei­hen­den Unternehmen über­prüft. Bis zum Mittag wur­den rund 90 Personen mit mut­maß­lich fal­schen Ausweisdokumenten vor­läu­fig festgenommen.

Dr. Heinz Michael Horst, Sprecher der Sonderkommission „Energie”: Mit dem gemein­sa­men Einsatz von Zoll und Bundespolizei ist uns heute ein gro­ßer Schlag gegen die orga­ni­sierte Kriminalität im Bereich der Schleusung und ille­ga­len Beschäftigung von Arbeitskräften gelungen”.

Die Ermittlungen rich­ten sich nicht gegen die Firmen, die Arbeitnehmer ent­lie­hen haben. In Mönchengladbach hat die Sonderkommission Energie von Bundespolizei und Zoll an der Dienststelle des Zollamts Mönchengladbach und der Bundespolizei Mönchengladbach an der Malmedyer Straße eine umfang­rei­che Bearbeitungsstraße ein­ge­rich­tet, in der die Echtheit der Ausweispapiere der Arbeitnehmer über­prüft wird und diese anschlie­ßend umfas­send mit Dolmetschereinsatz ver­nom­men wer­den. Insgesamt sind mehr als 500 Einsatzkräfte bei­der Behörden im Einsatz, der bis in die Abendstunden andau­ern wird.

Bei den fünf Beschuldigten han­delt es sich um

- einen 48jährigen deut­scher Staatsangehörigkeit
– einen 46jährigen tür­ki­scher Staatsangehörigkeit
– einen 50jährigen tür­ki­scher Staatsangehörigkeit
– einen 36jährigen mol­daui­scher Staatsangehörigkeit
– einen 31jährigen deut­scher Staatsangehörigkeit

denen vor­ge­wor­fen wird, banden- und gewerbs­mä­ßig soge­nannte dritt­staats­an­ge­hö­rige Menschen ein­ge­schleust und diese unzu­läs­si­ger­weise als Arbeitnehmer ein­ge­setzt zu haben. Grundsätzlich ist eine gewerb­li­che Arbeitnehmerüberlassung auf der Grundlage einer Genehmigung durch die Bundesagentur für Arbeit zulässig.

Den Beschuldigten wird jedoch vor­ge­wor­fen, gezielt Menschen aus Staaten außer­halb der EU – vor­nehm­lich aus Staaten der ehe­ma­li­gen Sowjetunion, vor allem aus der Ukraine und Georgien – ange­wor­ben, mit fal­schen Ausweisdokumenten aus­ge­stat­tet, in die Bundesrepublik Deutschland ein­ge­schleust und unzu­läs­si­ger Weise als Arbeitnehmer beschäf­tigt zu haben. Diese Menschen sol­len bei den bei­den ent­lei­hen­den Firmen ange­stellt und von die­sen an diverse auf­trag­ge­bende Unternehmen vor­nehm­lich im Lager- und Logistikbereich ent­lie­hen wor­den sein. Auf den Abrechnungspapieren sol­len den gesetz­li­chen Vorschriften ent­spre­chende Abrechnungsbeträge aus­ge­wie­sen wor­den sein – tat­säch­lich seien den ein­ge­setz­ten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern jedoch erheb­lich gerin­gere Lohnbeträge in bar aus­ge­zahlt wor­den. Von der Differenz sol­len die Beschuldigten ihren hohen Lebensstandard finan­ziert haben.

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