Welterbe Niedergermanischer Limes: Dormagen gehört mit dem Römerkastell dazu

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Die Überreste des römi­schen Reiterkastells in Dormagen sind als Teil des Niedergermanischen Limes mit sofor­ti­ger Wirkung Welterbe. 

Das hat am 27. Juli das zustän­dige Komitee der UNESCO beschlos­sen. Wie bereits der Hadrianswall oder der Obergermanische Limes ist damit nun auch die­ser römi­sche Grenzabschnitt offi­zi­ell als Welterbe anerkannt.

Mitten in der heu­ti­gen Innenstadt war seit etwa 85 n. Chr. eine Reitereinheit mit 480 Soldaten sta­tio­niert – eine so genannte Ala. Diese bewachte als schnelle Eingreiftruppe die Rheingrenze. Das dazu­ge­hö­rige Kastell erstreckte sich über eine Fläche von rund drei Hektar und ist beson­ders gut erforscht.

Archäologen ent­deck­ten hier, dass sich die Pferdeställe mit in den Wohnbaracken befan­den. Mensch und Tier leb­ten unter einem Dach. Mit die­ser Erkenntnis, die aus den Ausgrabungen von Dr. Gustav Müller in den 1970er Jahren resul­tierte, wurde Dormagen in Fachkreisen inter­na­tio­nal bekannt.

Wir möch­ten das Welterbe in Zukunft deut­lich sicht­bar wer­den las­sen und des­halb die vor­han­de­nen Ausstellungen erwei­tern und neu­ge­stal­ten“, sagt der städ­ti­sche Denkmalschutzbeauftragte Harald Schlimgen. Im Historischen Rathaus, dem Museumsraum „Römerkeller“ an St. Michael und einem klei­nen Römerpark an der Castellstraße soll Kindern und Erwachsenen die römi­sche Vergangenheit künf­tig in attrak­ti­ver Form näher­ge­bracht werden.

Ein Konzept hier­für wurde in Kooperation mit dem Geschichtsverein Dormagen, ehren­amt­li­chen Experten und einem erfah­re­nen Büro für Ausstellungsgestaltungen ent­wi­ckelt. Der Rat stellte für die Neugestaltung 284.000 Euro bereit, wei­tere 200.000 Euro über­nimmt der Landschaftsverband Rheinland als Zuschussgeber.

Als ers­tes sym­bo­li­sches Zeichen wurde jetzt ein Banner mit dem Hinweis auf das Welterbe am Historischen Rathaus ange­bracht. Bürgermeister Lierenfeld ent­hüllte es gemein­sam mit Vertreterinnen und Vertretern des Geschichtsvereins und der SWD. Geplant ist, die neu­ge­stal­te­ten Ausstellungsorte 2022 mit einem Römerfest in der Innenstadt zu eröffnen.

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