Wiesenmahd auf öko­lo­gi­schen Ausgleichsflächen

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Robert Schilken, Herausgeber



Jüchen – Vor dem Hintergrund sich zuneh­mend ver­schlech­tern­der Lebensbedingungen für Insekten, Vögel, Reptilien, Amphibien und Kleinsäuger legt die Stadt Jüchen seit nun­mehr 20 Jahren auf den öko­lo­gi­schen Ausgleichsflächen und inner­ört­li­chen Grünanlagen Wildkräuterwiesen an. 

Aus natur­schutz­fach­li­chen Gründen wird hier­für regio­na­les Saatgut, das über 30 ver­schie­dene Kräuterarten ent­hält, ver­wen­det. Inzwischen ver­fügt die Stadt an den Ortsrändern und in der freien Landschaft über exten­siv gepflegte Wildkräuterwiesen in einer Größenordnung von 18 Hektar.

Kontinuierlicher Neuerwerb von land­wirt­schaft­li­chen Grundstücken ermög­licht die Schaffung wei­te­rer Blühwiesen, die punk­tu­ell mit insek­ten­freund­li­chen Baum- und Strauchgehölzen, ins­be­son­dere Wildobstarten, ange­rei­chert wer­den. Hierdurch wer­den Habitatstrukturen geschaf­fen, die für viele Offenland bewoh­nende Tierarten über­le­bens­wich­tig sind. Um die Artenvielfalt lang­fris­tig zu stei­gern, ist es gebo­ten, auf den über­wie­gend nähr­stoff­rei­chen Böden zwei Schnitte in der Zeit zwi­schen Anfang Juni und Anfang Oktober durchzuführen.

Von eini­gen klei­ne­ren ver­win­kel­ten Flächen abge­se­hen wird das Mähgut voll­stän­dig auf­ge­nom­men. Dadurch wer­den die Böden aus­ge­ma­gert und somit die Wuchsbedingungen für die Kräuter ver­bes­sert, was wie­derum das Nahrungsangebot für die Insekten stei­gert. Auf nähr­stoff­rei­chen Standorten trägt zudem eine frühe Mahd dazu bei, die oft­mals domi­nan­ten Gräser zu unter­drü­cken und die Ausbreitung von Kräutern zu fördern.

Auch wenn die Mahd einer in vol­ler Blüte ste­hen­den Wiese auf den ers­ten Blick zer­stö­re­risch erschei­nen mag und immer den Tod zahl­rei­cher Tierindividuen zur Folge hat, muss man beden­ken, dass der Biotoptyp „Wiese“ über­haupt erst durch mensch­li­che Eingriffe zustande gekom­men ist und durch tra­di­tio­nelle Formen der land­wirt­schaft­li­chen Bodennutzung geprägt wird.

Damit die wert­vol­len Rahmenbedingungen der öko­lo­gi­schen Ausgleichsflächen lang­fris­tig auf­recht­erhal­ten wer­den kön­nen, ist es wich­tig, dass die Flächen nicht betre­ten wer­den, son­dern Fußgängerinnen und Fußgänger vor­han­dene Wege nutzen.

Die Stadt bit­tet zudem alle Hundebesitzer, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu besei­ti­gen. Diese sind kein Bestandteil der dor­ti­gen Natur und wir­ken sich nega­tiv auf Flora und Fauna aus.

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