Mikro-​Depots: Innovative Lösung für Lieferverkehre

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Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – Dauerstaus, Parkplatzmangel, Belastungen für Mensch und Umwelt – die inner­städ­ti­sche Infrastruktur ist vie­ler­orts über­las­tet. Jeder Kauf bei einem Internet Händler führt zu mehr Lieferverkehr. 

Der Online-​Boom als Folge der Corona Pandemie hat die Verkehrssituation in den Städten zusätz­lich ver­schärft. Doch es gibt eine kluge Lösung für den Lieferverkehr auf der soge­nann­ten letz­ten Meile: Mikro Depots. Diese City Hubs ste­hen allen KEP-​Dienstleistern (Kurier‑, Express- und Paketdienste) glei­cher­ma­ßen als gemein­same Logistikbasis zur Verfügung.

Von dort aus kann die finale Strecke zum Kunden mit klei­nen Lieferfahrzeugen wie Lastenfahrrädern zurück­ge­legt wer­den. So wird Verkehr in den Zentren redu­ziert. Wie diese Mikro-​Depots kon­kret in den Städten Mönchengladbach, Krefeld und Neuss ein­ge­rich­tet und erfolg­reich betrie­ben wer­den kön­nen, hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein in einer zwei­tei­li­gen Studie unter­su­chen lassen.

Das Ergebnis – das Handbuch „Mikro-​Depots im inter­kom­mu­na­len Verbund – Vom Konzept zur Umsetzung“ – über­reichte IHK-​Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz auch im Namen der betei­lig­ten Kommunen jetzt im Mönchengladbacher Königskarree an NRW-​Verkehrsminister Hendrik Wüst. Das Ministerium für Verkehr hatte die Studie finan­ziert. Die agi­plan GmbH hatte die Untersuchung gemein­sam mit der IHK und den Städten durchgeführt.

Für den zwei­ten Teil unse­rer Analyse haben wir uns inten­siv mit Kommunen, Immobilieneigentümern und den Paketdiensten aus­ge­tauscht“, so Steinmetz. „Heute kön­nen wir ein Business-​Konzept für den Betrieb von Mikro-​Depots in den drei größ­ten Städten unse­res Kammerbezirks vor­le­gen.“ Dieser Leitfaden könne auch für andere Städte hilf­reich sein, die mit Hilfe von City Hubs inner­städ­ti­schen Verkehr redu­zie­ren möch­ten. „Attraktive Zentren sind wich­tige Visitenkarten für unsere Städte und prä­gen die Lebensqualität in unse­rer Region – das ist ein wich­ti­ger Standortfaktor“, erklärte Steinmetz. „Weniger Verkehr bedeu­tet auch weni­ger CO2 Ausstoß. Somit sind die Mikro-​Depots ein Beitrag zum Klimaschutz.“

Der Verkehrsminister bedankte sich bei der IHK und den betei­lig­ten Städten für das Engagement. „Die Zukunft der Mobilität ist ver­netzt und digi­tal – sowohl der Waren und Güterverkehr als auch die Personenbeförderung“, sagte Wüst. „Intelligente Logistiklösungen für Lieferverkehre auf der letz­ten Meile spa­ren Ressourcen und Wegstrecken, schaf­fen Platz und sau­bere Luft.“ Deshalb för­dere das Land Nordrhein Westfalen inno­va­tive Ideen für bes­sere, sichere und sau­bere Mobilität, so zum Beispiel das Projekt der IHK Mittlerer Niederrhein zu Mikro-​Depots. Mit dem neuen Handbuch liege jetzt eine gute Blaupause vor, wie andere Kommunen ihre Mobilität in den Innenstädten ver­bes­sern können.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit dem Krefelder Oberbürgermeister Frank Meyer und dem Neusser Bürgermeister Reiner Breuer betonte der Mönchengladbacher Oberbürgermeister Felix Heinrichs: „Mikro-​Depots haben das Potenzial, zu weni­ger LKW-​Verkehr und einer redu­zier­ten Emissionsbelastung in Innenstädten bei­zu­tra­gen.“ Damit lasse sich der inner­städ­ti­sche Verkehr ent­zer­ren und somit nach­hal­ti­ger und zukunfts­fä­hi­ger gestalten.

Mikro-​Depots seien eine moderne und effi­zi­ente Lösung, die öko­lo­gi­sche Vorteile und Interessen von Lieferdiensten mit­ein­an­der ver­binde. „Nachhaltigkeit und Wirtschaftsinteressen gehen hier Hand in Hand“, sagte Heinrichs. „Ich freue mich, dass wir in Mönchengladbach hier­mit eine Vorreiterposition auch für andere Kommunen ein­neh­men können.“

Die Studie „Mikro-​Depots im inter­kom­mu­na­len Verbund – Vom Konzept zur Umsetzung“ steht als Download-​Datei zur Verfügung: www​.mitt​le​rer​-nie​der​rhein​.ihk​.de/​2​1​493

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