LKA warnt vor Diebstahl von Kraftfahrzeug-Katalysatoren

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Robert Schilken, Herausgeber



Düsseldorf (ots) Experten der Analyse- und Auswertedienststelle des Landeskriminalamtes Nordrhein-​Westfalen (LKA NRW) ver­zeich­ne­ten seit dem Jahr 2020 einen hohen Anstieg der Fallzahlen beim Diebstahl von Katalysatoren an Kraftfahrzeugen (Kfz).

Während 2019 die Fallzahlen noch im zwei­stel­li­gen Bereich lagen, stie­gen diese im Jahr 2020 lan­des­weit bereits auf einen nied­ri­gen vier­stel­li­gen Wert. Für das Jahr 2021 zeigt sich bis­lang ein wei­te­rer Anstieg der Fallzahlen.

Grund für den Anstieg dürf­ten die der­zeit stei­gen­den Rohstoffpreise für Platin, Palladium und Rhodium sein. Diese Rohstoffe sind das Herzstück des „Abgasreinigers”. Sie umman­teln den Katalysatorenkern und ermög­li­chen damit die Senkung der Schadstoffemissionen.

Täter bevor­zu­gen bei ihren Taten Kraftfahrzeuge mit Benzinmotoren, denn bei Dieselmotoren wird zur Ummantelung des Katalysatorkerns fast aus­schließ­lich Platin ver­wen­det. Dieses Edelmetall hat der­zeit einen gerin­ge­ren Wert als die Edelmetalle Rhodium und Palladium. Ältere Modelle ab dem Baujahr 1993 sind beson­ders bevor­zugte Tatobjekte. Bei die­sen Fahrzeugen liegt der Katalysator gut erreich­bar in der Mitte des Wagenbodens. Bei jün­ge­ren Fahrzeugen ist der Katalysator wesent­lich schwe­rer zu errei­chen, da die­ser direkt am Motor liegt.

Hauptsächlich betrof­fene sind Kfz, die im öffent­li­chen Verkehrsraum abge­stellt sind. Die Täter gehen aber auch Fahrzeuge an, die sich auf einem Verkaufsgelände von Autowerkstätten oder Autohändlern befinden.

Durch das „Aufbocken” des Fahrzeuges, z. B. mit einem Wagenheber, wird der Katalysator direkt vor Ort mit Hilfe von Schneidwerkzeugen aus­ge­baut und entwendet.

Die Experten des LKA NRW gehen davon aus, dass die Rohstoffe aus den gestoh­le­nen Katalysatoren in einem Rückgewinnungsverfahren durch die Täter extra­hiert und danach ver­kauft wer­den oder der gesamte Katalysator wei­ter ver­kauft wird.

Den bes­ten Schutz bie­ten zwar Garagen oder ein gesi­cher­ter Stellplatz, doch bereits das Abstellen des Kraftfahrzeugs an gut beleuch­te­ten und beleb­ten Straßen ist eine sinn­volle und effek­tive vor­beu­gende Maßnahme.

Elektronische Kfz-​Sicherungen (z. B. Neigungssensoren) kön­nen einen Diebstahl ver­hin­dern. Diese Sicherungen las­sen sich in Kombination mit einer Alarmanlage oder einem GPS ein­bauen. Dies ist aller­dings mit monat­li­chen Kosten ver­bun­den. Wird ein Kraftfahrzeug mit einem Wagenheber ange­ho­ben, löst der Sensor einen Alarm aus, der bei­spiels­weise zum Smartphone des Eigentümers gesen­det wird. Informationen zu Herstellern für der­ar­tige Sicherungen gibt es auf den Empfehlungslisten zur Kraftfahrzeugsicherung des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) unter https://​www​.poli​zei​-bera​tung​.de/​t​h​e​m​e​n​-​u​n​d​-​t​i​p​p​s​/​d​i​e​b​s​t​a​h​l​/​s​i​c​h​e​r​h​e​i​t​-​r​u​n​d​-​u​m​s​-​f​a​h​r​z​e​ug/ .

Ist ein Katalysator an dem Kraftfahrzeug aus­ge­baut wor­den, merkt man das an einem sehr lau­ten Motorengeräusches, even­tu­ell springt das Auto nicht mehr an. Es sollte nicht mehr damit gefah­ren wer­den, son­dern unver­züg­lich zur nächs­ten Werkstatt trans­por­tiert wer­den. Durch den Ausbau des Katalysators ent­ste­hen unter dem Fahrzeug sehr hohe Abgastemperaturen, die eine erhöhte Brandgefahr dar­stel­len. Darüber hin­aus könn­ten wäh­rend der Fahrt die ver­blie­be­nen, locke­ren Abgasanlagenteile das Kraftfahrzeug stark beschä­di­gen und andere Verkehrsteilnehmer gefährden.

Bei ver­däch­ti­gen Beobachtungen soll­ten Bürgerinnen und Bürger umge­hend die Polizei unter der 110 informieren.

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