Immer mehr Menschen von Überschuldung bedroht

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Immer mehr Menschen sind in Deutschland von Überschuldung bedroht oder betrof­fen. Laut Schätzung sind dies, ver­stärkt durch die Corona-​Pandemie, rund zehn Millionen Menschen – dar­un­ter immer mehr Soloselbstständige und Freiberufler.

Das geht weit über den Bereich der Grundsicherungsempfänger und Niedriglohnbezieher hin­aus“, betont Joachim Kremmers von der Caritas-​Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung in Grevenbroich. Das Beraterteam will auf die Situation die­ser Menschen auf­merk­sam machen und for­dert den Ausbau der Beratungsstellen.

Anlass ist die bun­des­weite Aktionswoche Schuldnerberatung 2021 unter dem Motto „Der Mensch hin­ter den Schulden“. Die Beratungsstelle bie­tet dazu in der Woche vom 7. bis zum 11. Juni beson­dere Sprechzeiten an.

Die Quote der Erstberatungen sei in der Beratungsstelle auf kon­stant hohem Niveau, sagt Joachim Kremmers. Dabei gebe es einige Fälle, die wegen direk­ter Folgen, wie etwa dem Verlust eines Minijobs in der Gastronomie, oder indi­rek­ter Folgen der Pandemie, wie Verschuldung wegen Kurzarbeit, zur Beratungsstelle kämen. „Getreu dem Motto der Aktionswoche geht es uns um die Menschen hin­ter den Schulden“, so Kremmers und betont:

Verschuldung ist immer auch eine mensch­li­che Katastrophe und zieht oft phy­si­sche und psy­chi­sche Erkrankungen nach sich.“ Das Team der Beratungsstelle emp­fiehlt des­halb allen Betroffenen, sich mög­lichst früh­zei­tig Hilfe zu suchen und durch pro­fes­sio­nelle Unterstützung einen Ausweg aus der Überschuldung zu finden.

Im Rahmen der Woche macht sich das Beratungsteam für den Ausbau der Beratungsstellen, ein gesetz­lich fest­ge­schrie­be­nes Recht auf Schuldnerberatung sowie eine deut­lich ver­kürzte Speicherfrist von Schuldnerdaten bei Auskunfteien stark.

Hintergrund: Es ist zwar seit der jüngs­ten Reform des Insolvenzrechtes mög­lich, die Restschuldbefreiung nach drei Jahren zu erhal­ten, diese bleibt aber bei der SCHUFA für wei­tere drei Jahre ein­ge­tra­gen. So ist es für Betroffene schwer bis unmög­lich, zum Beispiel eine neue Wohnung zu finden.

Eine Speicherfrist von höchs­tens einem, bes­ser einem hal­ben Jahr wäre völ­lig aus­rei­chend“, betont Kremmers. Auch für das zweite Halbjahr rech­net das Team der Beratungsstelle mit vie­len wei­te­ren Erstberatungen.

Während der Aktionswoche ist die Caritas-​Schuldnerberatung jeweils Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 17 Uhr per Telefon (02181 – 81 99 250), per Mail (schuldnerberatung@caritas-neuss.de) und online (bera​tung​-cari​tas​.de) erreichbar.

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