Zons bekommt ein Falknereimuseum

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen-​Zons – Die mit­tel­al­ter­li­che Zollfeste Zons wird um eine tou­ris­ti­sche Attraktion rei­cher. In dem klei­nen Fachwerkhaus, das sich idyl­lisch an den Krötschenturm anschmiegt, lädt in Zukunft ein Falknereimuseum zur Besichtigung ein.

Wir sind froh, dass wir für das denk­mal­ge­schützte Gebäude eine Nutzung gefun­den haben, die her­vor­ra­gend zu Zons passt. Denn die Falkenjagd hat hier auch his­to­ri­sche Wurzeln“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld. So ist etwa der Kölner Kurfürst Clemens August im 18. Jahrhundert von dem Zonser Schloss Friedestrom aus zur Falkenjagd im Stüttger Busch zwi­schen Stürzelberg und Delrath aufgebrochen.

Seit 2016 ist die Falknerei als imma­te­ri­el­les Weltkulturerbe aner­kannt. Das Museum soll einen Einblick in die Tradition der Jagd mit Greifvögeln geben. „Es wer­den geschicht­li­che Utensilien zu sehen sein, die über die Arbeit des Falkners erzäh­len, aber auch Dioramen mit lebens­na­hen Eindrücken“, kün­digt Carsten Töwe an. Der 60-​Jährige ist selbst seit Jahrzehnten begeis­ter­ter Falkner und möchte sich mit dem Museum einen Lebenstraum ver­wirk­li­chen. „Es wird das erste Falknereimuseum in Deutschland sein“, sagt er.

Im Umgang mit his­to­ri­scher Bausubstanz ist der gebür­tige Solinger eben­falls bereits erfah­ren. So hat er nach sei­nem Umzug nach Zons vor drei Jahren sehr lie­be­voll in vie­len Eigenleistungen sein denk­mal­ge­schütz­tes Wohnhaus am Hospitalplatz her­ge­rich­tet. Jetzt möchte er auf die glei­che Art in dem zwei­ge­schos­si­gen Fachwerkhaus an der Nordostecke der Altstadt anpa­cken. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert steht schon län­ger leer und ist drin­gend sanie­rungs­be­dürf­tig. „Auch aus Denkmalschutzgründen ist es daher ein Segen, wenn es künf­tig wie­der einer ver­nünf­ti­gen Nutzung zuge­führt wird“, sagt Bürgermeister Lierenfeld.

Neben dem 47 Quadratmeter gro­ßen Wohnhaus darf Töwe auch den Krötschenturm für Ausstellungszwecke mit­be­nut­zen. „Dort fin­den aber keine bau­li­chen Veränderungen statt. Auch das Wohngebäude wird in Abstimmung mit dem Denkmalschutz sehr scho­nend für die hier noch erhal­tene his­to­ri­sche Bausubstanz instand­ge­setzt“, erläu­tert der städ­ti­sche Denkmalschutzbeauftragte Harald Schlimgen. Auf ihn war Töwe mit sei­ner Idee zugekommen.

Bürgermeister Erik Lierenfeld mit Falkner Carsten Töwe

Den Mietvertrag für das Gebäude haben Bürgermeister und Museumsbetreiber jetzt unter­zeich­net. Er gilt zunächst für die Dauer von fünf Jahren. Im Gegenzug zu dem nicht­kom­mer­zi­el­len Nutzungszweck und den pri­vat geleis­te­ten Instandsetzungsarbeiten wird in dem Vertrag eine sym­bo­li­sche Miete ver­ein­bart. Der Museumsbetreiber ver­pflich­tet sich zu regel­mä­ßi­gen Öffnungszeiten an Wochenenden und Feiertagen sowie fami­li­en­ge­rech­ten Eintrittspreisen. „Innerhalb der nächs­ten zwölf Monate soll das Museum eröff­nen. Jetzt liegt aber erst ein­mal eine Menge Arbeit vor mir“, so Töwe.

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