VBE: Lehrkräfte und Schulleitungen sind keine Blitzableiter

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Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – Seit Beginn der Pandemie und den damit ver­bun­de­nen stän­di­gen Änderungen für Schulen und Familien erhält der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW immer wie­der Rückmeldungen über Beleidigungen, Bedrohungen und Diffamierungen von Schulleitungen und Lehrkräften im Kontext der Durchführung der Corona-Schutzmaßnahmen.

Die aktu­elle VBE-​Umfrage zeigt, dass jede fünfte Lehrkraft diese Vorfälle direkt an ihrer Schule beob­ach­tet und sogar ein Viertel der Lehrkräfte von Beleidigungen, Bedrohungen und Beschimpfungen über das Internet berichtet.

Menschen, die Bildung trotz aller wid­ri­gen Umstände ermög­li­chen und fle­xi­bel auf unklare und oft kurz­fris­tige Vorgaben reagie­ren, dür­fen nicht zum Blitzableiter für ange­stau­ten Ärger wer­den. Es zeigt sich, wie wich­tig es ist, Schulen früh­zei­tig zu infor­mie­ren und neue Maßnahmen erst anzu­kün­di­gen, wenn diese ange­mes­sen vor­be­rei­tet sind. Dies ist etwa bei der Testpflicht nicht gelun­gen. Es ist nicht über­ra­schend, dass die feh­lende Planbarkeit das aktu­ell größte Problem der Schulen ist. Denn feh­lende Planbarkeit erhöht den Stress in die­sen ohne­hin stür­mi­schen Zeiten für alle Seiten“, erklärt Stefan Behlau, Landesvorsitzender des VBE NRW.

Drohbriefe, Schmierereien und Plakate

Schulleitungen erhal­ten Briefe, bei denen es sich in vie­len Fällen um Musterschreiben aus dem Internet han­delt, in denen mit Anzeigen und juris­ti­schen Konsequenzen gedroht wird. Auch Plakate oder Schmierereien mit Aufschriften wie etwa ‚Ihre Tage sind gezählt‘ wer­den an Schulgebäuden gefun­den. Immerhin 19 Prozent die­ser Anfeindungen gehen von Erwachsenen aus, die in kei­ner Verbindung zur Schulgemeinschaft ste­hen. Dies zeigt, wie erhitzt und schwie­rig die Situation für die Schulen ist“, erklärt Stefan Behlau.

Aus Fehlern ler­nen und Schulen end­lich stärken

Für die Umfrage wur­den die aktu­ell größ­ten Probleme abge­fragt. Die feh­lende Planbarkeit sowie die stän­di­gen kurz­fris­ti­gen Politikwechsel in Bezug auf Unterrichtsformen und Corona-​Regeln im Bereich Schule sind für 24 Prozent der befrag­ten Lehrkräfte das größte Problem. Die Dauerbaustellen Personalmangel und Ausstattung erschwe­ren die Arbeit wei­ter­hin immens. „Eine wesent­li­che Aufgabe ist es für Schulleitungen, die Grundlagen für eine posi­tive Atmosphäre in der Schulgemeinschaft und ein lern­freund­li­ches Klima zu schaf­fen. Dies war bereits vor Corona eine gewal­tige Herausforderung.

Nun hat die Corona-​Pandemie die Schwachstellen und die an vie­len Orten vor­han­dene Mangelverwaltung scho­nungs­los auf­ge­deckt. Familien und die gesamte Schulgemeinschaft lei­den nun dar­un­ter, dass jah­re­lang Dauerbaustellen sehen­den Auges hin­ge­nom­men wur­den. Um die Schulen end­lich zukunfts­fest zu machen, müs­sen die nöti­gen Konsequenzen jetzt für den Landeshaushalt 2022 erfol­gen. Das geplante Nachhilfeprogramm des Bundes greift viel zu kurz und unter­stützt in ers­ter Linie pri­vate Nachhilfeinstitute. Die Personalgewinnung für die Schulen muss im Mittelpunkt ste­hen, denn nur aus­rei­chend qua­li­fi­zier­tes Personal in den Schulen garan­tiert Nachhaltigkeit für Bildung“, for­dert Stefan Behlau.

Zur Umfrage Gewalt gegen Lehrkräfte im Kontext der Durchsetzung von Corona-​Schutzmaßnahmen an der Schule

Im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung e.V. hat forsa Politik- und Sozialforschung GmbH eine reprä­sen­ta­tive, bun­des­weite Befragung unter Lehrerinnen und Lehrern all­ge­mein­bil­den­der Schulen in Deutschland durch­ge­führt. Im Rahmen der Untersuchung wur­den ins­ge­samt 1.501 Lehrerinnen und Lehrer all­ge­mein­bil­den­der Schulen in Deutschland befragt, dar­un­ter 329 in Nordrhein-Westfalen.

Die Erhebung wurde vom 27. April bis 5. Mai 2021 im Rahmen des reprä­sen­ta­ti­ven Panels forsa.omninet als Online-​Befragung durchgeführt

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