Archiv im Rhein-​Kreis Neuss: Wertvoller Neuzugang

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Das Archiv im Rhein-​Kreis Neuss hat einen wert­vol­len Neuzugang erhal­ten: Aus pri­va­ter Hand konnte es die 1878 ver­öf­fent­lichte Originalausgabe des klei­nen Buches „Fastenküche“.

Enthaltend an 1000 Recepte nebst Speise-​Zetteln für alle Fast- und Abstinenz-​Tage des Jahres von Lovica von Pröpper erwer­ben. Das unschein­bare Werk ist eine Rarität und in über­ge­ord­ne­ten Bibliothekskatalogen nur zwei­mal in Deutschland nach­ge­wie­sen. Inhaltlich ver­sam­melt es Rezepte zu unter­schied­lichs­ten Gerichten für die Fastenzeit – von Suppen aller Art über allein 125 Fischgerichte bis hin zu ein­ge­mach­tem Gemüse.

Das umfang­rei­che Material ist in nicht weni­ger als 23 Großkategorien ein­ge­teilt, was ver­deut­licht, dass es der Verfasserin kei­nes­wegs um freud­lose Entbehrung und Enthaltsamkeit gegan­gen ist. Vielmehr legte die gläu­bige Katholikin auch in den Abstinenzzeiten des Jahres Wert auf eine aus­ge­wo­gene Ernährung.

Wiederholt ver­sah Lovica von Pröpper ein­zelne Rezepturen mit per­sön­li­chen Kommentaren. Ein beson­de­res Lob ließ sie etwa den „eng­li­schen Pasteten (Pies)“ ange­dei­hen, die „ebenso gut sind, als ein­fach zu berei­ten“. „Französische Brödchen (Broiches)“ gal­ten ihr als „vor­züg­lich“, „Johannisbeersauce“ als „sehr fein und von schöns­ter Farbe“. Von ihrer Herkunft her stam­men die Rezepte „viel­fach aus alten Klosterküchen“, wie die Verfasserin im Vorwort schreibt.

Die geo­gra­fi­sche Spannweite war dabei beacht­lich. Unterschiedliche deut­sche Regionen sind ebenso ver­tre­ten wie inter­na­tio­nale Rezepte. Ergänzt wer­den die Rezepturen durch von der Verfasserin zusam­men­ge­stellte Speisezettel mit abwechs­lungs­rei­chen, sai­so­na­len Gerichten für die Fastenzeit. Ein eige­ner, etwas geho­be­ner Speisezettel ist jenen Festtagen gewid­met, die auf einen Freitag fallen.

Archivleiter Dr. Stephen Schröder freut sich sehr über den Zugang: „Für das Archiv im Rhein-​Kreis Neuss stellt das Buch eine große Bereicherung dar. Nicht nur weil es sel­ten ist, son­dern auch weil wir uns in den letz­ten Jahren inten­siv darum bemüht haben, die in unse­rem Bestand noch feh­len­den Werke Lovica von Pröppers zu erwerben.“

Lovica von Pröpper (1810 – 1898) war die Tochter des ers­ten Landrats des Kreises Grevenbroich, Paul Joseph von Pröpper (1765 – 1848), und eine der renom­mier­tes­ten Autorinnen von Kochbüchern und Schriften zum Haushaltswesen im spä­ten 19. Jahrhundert. Ihre Werke wer­den zum Teil bis heute nach­ge­druckt. Sie lebte und starb auf Schloss Hülchrath.

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