Hauptzollamt Krefeld: Bilanz – Daten und Fakten für 2020

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – Im Jahr 2020 ver­ein­nahmte das Hauptzollamt Krefeld über eine Milliarde Euro an Steuern und Abgaben, beschlag­nahmte über 385 Kilogramm Rauschgift und ermit­telte eine Schadenssumme von über zehn Millionen Euro durch Schwarzarbeit.

Die Zahlen sind Ausdruck einer erfolg­rei­chen Arbeit der 411 Zöllnerinnen und Zöllner des Hauptzollamts Krefeld”, so der Leiter des Hauptzollamts, Regierungsdirektor Jörg Danschewitz-​Ludwig. „Vor allem bin ich jedoch erleich­tert, dass das Hauptzollamt Krefeld von grö­ße­ren Pandemieausbrüchen ver­schont geblie­ben ist und die umfang­rei­chen Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie aller Beteiligten gewirkt haben.

Alle Aufgaben, wie die Erhebung von Einnahmen, die Bekämpfung von Drogen‑, Bargeldschmuggel und Steuerhinterziehung sowie die Bekämpfung der Schwarzarbeit muss­ten erle­digt und an die Entwicklung der Pandemie ange­passt wer­den”, so Jörg Danschewitz-​Ludwig weiter.

Die Bilanz im Einzelnen

Erhebung von Abgaben – Der Zoll, die Einnahmeverwaltung des Bundes
Das Hauptzollamt Krefeld hat im Jahr 2020 rund 1,34 Milliarden Euro (2019: 1,48) für die Kassen des Bundes, des Landes Nordrhein-​Westfalen und der Europäischen Union ein­ge­nom­men. Die Haupteinnahmequellen waren dabei die Verbrauchsteuern. Darunter machte die Stromsteuer mit rund 267,7 Millionen Euro (2019: 334,9) den größ­ten Anteil aus. Die Energiesteuer schlug mit 162,9 Millionen Euro (2019: 160,2) zu Buche. Die Einnahmen aus der Alkoholsteuer betru­gen 67,5 Millionen Euro (2019: 64,1).

Die Erhebung der Kraftfahrzeugsteuer betrug 137 Millionen Euro (2019: 134). Im Bezirk des Hauptzollamts Krefeld sind 908.337 Fahrzeuge gemel­det. An Einfuhrumsatzsteuer wur­den 613,3 Millionen Euro (2019: 683,3) vereinnahmt.

Die erho­be­nen Zölle, die an die Europäische Union abge­führt wer­den, betru­gen im abge­lau­fe­nen Jahr 90,7 Millionen Euro (2019: 99,3).
Die den Ländern zuste­hende Biersteuer brachte dem Land Nordrhein-​Westfalen rund 4,9 Millionen Euro (2019: 4,6) ein.

Finanzkontrolle Schwarzarbeit – Schaden von der Allgemeinheit abwenden
Die an den Standorten Krefeld und Mönchengladbach ein­ge­setz­ten 102 Zöllnerinnen und Zöllner prüf­ten in ihrem Zuständigkeitsbezirk in Krefeld, Mönchengladbach, dem Rheinkreis Neuss und dem Kreis Viersen 613 (2019: 845) Arbeitgeber.

Da wäh­rend des Lockdowns bestimmte Branchen nur ein­ge­schränkt kon­trol­liert wer­den konn­ten, fokus­sier­ten sich die Prüfungen lage­be­dingt auf die Kurier‑, Express- und Paketdienstleister, das Transportgewerbe, die Landwirtschaft sowie die fleisch­ver­ar­bei­ten­den Betriebe. Alle Kontrollen wur­den auf­grund der Pandemielage unter stren­ger Einhaltung der ent­spre­chen­den Schutzmaßnahmen für die Gesundheit der Einsatzkräfte sowie der Beteiligten durch­ge­führt. Trotzdem konn­ten ins­ge­samt im letz­ten Jahr 3.265 (2019: 3.594) Ermittlungsverfahren ein­ge­lei­tet und 3.270 (2019: 3591) abge­schlos­sen sowie 300 (2019: 332) Ordnungswidrigkeitenverfahren ein­ge­lei­tet werden.

Der ver­ur­sachte Schaden durch Schwarzarbeit lag mit über zehn Millionen Euro auf dem glei­chen Niveau des Vorjahrs. Auch zeigte die Neuausrichtung des Zolls mit der Konzentration auf die Bekämpfung der orga­ni­sier­ten Formen der Schwarzarbeit und die risi­ko­ori­en­tier­ten Prüfverfahren Wirkung. Die dar­aus resul­tie­ren­den Ermittlungsergebnisse haben zu Freiheitsstrafen von ins­ge­samt über 68 Jahren geführt, wel­che von den Gerichten ver­hängt wur­den. Die von den Gerichten aus­ge­spro­che­nen Geldstrafen erreich­ten mit knapp über einer Million Euro fast das Vorjahresniveau von 1,2 Millionen Euro.

Die Summe der fest­ge­setz­ten Geldbußen und Verwarngelder belief sich auf über 270.000 Euro.

Kontrolleinheit Verkehrswege – Bekämpfung von Drogenschmuggel und Steuerhinterziehung
Die Kontrolleinheit Verkehrswege mit Sitz in Nettetal-​Kaldenkirchen stellt die zoll­amt­li­che Überwachung des Warenverkehrs sicher. Dazu sind die Zöllnrinnen und Zöllner tag­täg­lich rund um die Uhr im Kontrollgebiet des Hauptzollamts Krefeld zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger im Einsatz. Schwerpunkte der Überwachungs- und Kontrolltätigkeit sind die Bekämpfung von Drogen- und Bargeldschmuggel, Produktpiraterie sowie Steuerhinterziehung.

Im Jahr 2020 stellte diese Kontrolleinheit mehr als 385 Kilogramm Rauschgift (2019: 94) sowie bei Bargeldkontrollen bei der Ein- und Ausreise aus einem EU-​Mitgliedstaat über eine halbe Millionen Euro sowie 197.000 eng­li­sche Pfund Bargeld sicher.

Insgesamt führ­ten sie dabei 8.319 Personenkontrollen durch. Die Zöllnerinnen und Zöllner aus Kaldenkirchen beschlag­nahm­ten rund 170 Kilogramm Haschisch, 78 Kilogramm Marihuana (2019: 29), 128 Kilogramm Amphetamin (2019: 49), 3,6 Kilogramm Kokain (2019: 9). 32 Personen (2019: 12) wur­den auf­grund von Drogendelikten festgenommen.

Ahndung
Die Ahndung auf­ge­deck­ter Verstöße gegen Rechtsvorschriften des Zoll- und Verbrauchsteuerrechts sowie gegen Einfuhrverbote (zum Beispiel ver­bo­tene Waffen, Artenschutz, Marken- und Produktpiraterie) ist eben­falls Aufgabe des Hauptzollamts Krefeld. 6.277 (2019: 6.985) Straf- sowie 824 (2019: 1.268) Ordnungswidrigkeitenverfahren sind aus die­sem Bereich durch die zen­trale Buß- und Strafsachenstelle im Jahr 2020 ein­ge­lei­tet sowie über 858.000 Euro Bußgelder (2019: 1,5 Millionen) ver­hängt wor­den. 380.000 Euro an Geldauflagen (2019:452.000) muss­ten Personen an die Zollkasse abfüh­ren, um eine wei­tere Strafverfolgung abzu­wen­den. Darüber hin­aus muss­ten 1.270 Verstöße im Bereich der Kfz-​Steuer geahn­det werden.

Zollämter
In den Zollämtern Krefeld-​Uerdingen, Mönchengladbach, Neuss und Nettetal-​Schwanenhaus wur­den im Jahr 2020 fast 6,1 Millionen Positionen (2019: 4,5) im EDV-​gestützten Zoll-​Anmeldeverfahren ATLAS bei der Ein- und Ausfuhr von Waren bearbeitet.

Die Post-​Zollstellen der Zollämter Mönchengladbach, Neuss, Krefeld-​Uerdingen und Nettetal-​Schwanenhaus fer­ti­gen jähr­lich bis zu 30.000 Postpakete ab, die aus Ländern kom­men, die nicht zur Europäischen Union gehö­ren. In 225 Fällen (2019: 418) muss­ten die Zöllnerinnen und Zöllner der vier Zollämter die Aushändigung der Postpakete auf­grund von nicht erlaubt ein­ge­führ­ten Markenfälschungen ver­wei­gern. Betroffen waren 14.327 Artikel mit einem Volumen von über 1,5 Millionen Euro (2019: 600.000). Die hier­bei am häu­figs­ten beschlag­nahm­ten Gegenstände waren Bekleidung sowie Körperpflegeprodukte. Die Waren wur­den haupt­säch­lich im Internet bestellt und kamen zum größ­ten Teil mit 56 Prozent aus China und mit 23 Prozent aus der Türkei.

(31 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)