Biologen unter­su­chen die Zonser Stadtmauer

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen-​Zons – Die mit­tel­al­ter­li­chen Stadtmauern von Zons sind nicht nur für Geschichtsliebhaber ein Blickfang, son­dern auch für Naturkundler. 

Hier sie­deln viele sel­tene Pflanzenarten wie Mauerraute, Zimbelkraut oder Glaskraut. Auch zahl­rei­che Schneckenarten lie­ben die Wärme spen­dende Umgebung. Eine „über­re­gio­nale Bedeutung“ attes­tiert die Biologische Station für den Rhein-​Kreis Neuss der Zonser Stadtmauer in einer Untersuchung, die 2018 mit Unterstützung durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) entstand.

Dies gilt ins­be­son­dere für den Innenbereich der Westmauer“, erklärt Thomas Braun von der Naturschutzeinrichtung. Auch der Zonser Biologe Norbert Grimbach weist immer wie­der auf den hohen Wert die­ses Lebensraums hin.

Bei der anste­hen­den Instandsetzung der Westmauer zwi­schen Schloßstraße und Wachturm wol­len wir des­halb neue Wege gehen, um Denkmalschutz und Ökologie in Einklang mit­ein­an­der zu brin­gen“, infor­miert der städ­ti­sche Denkmalschutzbeauftragte Harald Schlimgen. In enger Zusammenarbeit mit dem LVR und der Biologische Station ent­wi­ckelt die Stadt ein Konzept, bei dem Sanierungen auf das not­wen­dige Maß zum Erhalt der Mauer beschränkt werden.

Flora und Fauna sol­len, so weit wie mög­lich, unan­ge­tas­tet blei­ben. „Ausgenommen hier­von sind Efeu und wei­tere Gehölze, die mit ihren Wurzeln das Mauerwerk und die Krone schä­di­gen. Andere Pflanzenarten, die schon seit Jahrhunderten auf der Stadtmauer sie­deln, gehö­ren in Zons aber mit zur Kulturlandschaft“, so Schlimgen.

Im ers­ten Schritt nimmt die Biologische Station der­zeit mit­hilfe eines Hubsteigers eine exakte Bestandsaufnahme für den mehr als 50 Meter lan­gen Mauerabschnitt vor. Der LVR hat hierzu eine foto­gram­me­tri­sche Gesamtaufnahme erstellt, in der jeder ein­zelne Stein gesto­chen scharf zu erken­nen ist. Dort wer­den die Befunde ein­tra­gen. Nachdem die Biologen mit ihrer Arbeit fer­tig sind, folgt in der nächs­ten Woche eine Kartierung der vor­han­de­nen Mauerschäden durch den städ­ti­schen Eigenbetrieb in Kooperation mit exter­nen Fachkräften. „Beide Bestandsaufnahmen wer­den dann über­ein­an­der­ge­legt, um das wei­tere Vorgehen detail­ge­nau zu pla­nen“, sagt Bauleiter Bastian Scheer vom Eigenbetrieb.

Für die Instandsetzung der Westmauer hat die Bundesregierung einen Zuschuss von 100.000 Euro aus ihrem Denkmalförderprogramm bereit­ge­stellt. Die Gesamtkosten sind mit rund 300.000 Euro kal­ku­liert. Auch der Förderverein Denkmalschutz Stadt Zons wird das Vorhaben unterstützen.

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