Dormagener Weg“: Die indi­vi­du­elle Unterstützung bei der beruf­li­chen Orientierung geht ins zehnte Jahr

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Dormagen – Das Schuljahr neigt sich lang­sam dem Ende zu. Viele Jugendliche, Schüler*innen und junge Erwachsene stel­len sich die Frage, wie es nach dem Schulabschluss oder in Ausbildung und Studium wei­ter­ge­hen soll. 

Deshalb hat die Stadt Dormagen 2012 das Projekt „Dormagener Weg“ ins Leben geru­fen. Gemeinsam mit dem Bildungszentrum Niederrhein (BZNR) und dem Internationalen Bund (IB) wird das Projekt durch­ge­führt. Sechs geschulte Berater*innen hel­fen jun­gen Leuten zwi­schen 16 und 25 Jahren mit einer indi­vi­du­el­len Begleitung und Unterstützung bei der beruf­li­chen Orientierung.

Wie genau das funk­tio­niert, ver­ra­ten Kerstin Kötter und Susanne Rennefeld vom BZNR, Maria Gerber vom IB und Projektkoordinatorin Cosima Nauroth von der Stadt Dormagen.

Wie ent­steht der Erstkontakt zu den Schüler*innen?

Kerstin Kötter: Durch Mund-​zu-​Mund-​Propaganda wis­sen die Schüler*innen bereits über unser Angebot Bescheid. Viele tre­ten aktiv an uns heran und bit­ten um einen Termin.

Was pas­siert beim ers­ten Treffen?

Kerstin Kötter: Beim ers­ten Treffen geht es darum, sich ken­nen­zu­ler­nen und eine Vertrauensbasis zu schaffen.

Maria Gerber: Zudem wird in dem Gespräch her­aus­ge­fil­tert, wel­che Wünsche der/​die Schüler*in hat, wel­che Stärken und Schwächen er/​sie mit­bringt und wel­che Schwierigkeiten zu über­win­den sind. Auch ist die Wohnsituation ein wich­ti­ger Faktor.

Susanne Rennefeld: Es kommt auch dar­auf an, wie weit im Voraus die Schüler*innen uns auf­su­chen. Bei dem einen brennt es zeit­lich bereits, ein ande­rer kommt sehr früh in unsere Beratung.

Können die Schüler*innen bereits etwas vor­be­rei­ten? Sollen sie etwas mitbringen?

Kötter: Es ist gut, wenn die Teilnehmer*innen ihre letz­ten Zeugnisse mit­brin­gen. Wer bereits einen Lebenslauf oder ein Anschreiben ver­fasst hat, kann dies eben­falls gerne vorzeigen.

Rennefeld: Es macht aber auch nichts, wenn bis­her noch nichts erstellt wurde. Wir unter­stüt­zen die Schüler*innen dabei und zei­gen ihnen, wie sie Bewerbungsunterlagen ver­fas­sen und zusammenstellen.

Gerber: Wir kön­nen auch Bewerbungsfotos vor Ort erstellen.

Wie geht es dann weiter?

Kötter: Es ist wich­tig, mit den Schüler*innen zusam­men die Anschreiben zu erar­bei­ten. Die Formulierungen soll­ten zu ihrer Person passen.

Rennefeld: Jedes Gespräch ist indi­vi­du­ell. Wir ler­nen die Bewerber*innen im Laufe der Gespräche bes­ser ken­nen. Dadurch tun sich Ideen auf, die uns beim Verfassen der Unterlagen hel­fen. Die Beziehungsarbeit ist dabei sehr wichtig.

Gerber: Wie viele Termine die Schüler*innen dafür benö­ti­gen, ist eben­falls ganz indi­vi­du­ell. Die meis­ten benö­ti­gen meh­rere Treffen.

Wie weit im Voraus vor sei­nem Abschluss sollte man sich an Sie wenden?

Gerber: Ein hal­bes Jahr vor­her ist sinn­voll. Wir arbei­ten aber auch gut mit den Schulen zusam­men. Die ken­nen ihre Schüler*innen und geben dem ein oder ande­ren den Tipp, sich mit uns zusammenzusetzen.

Kötter: Manche Schüler*innen arbei­ten erst unter Druck und mel­den sich recht spät. Auch das ist kein Problem. Es kommt auch auf den Berufswunsch an.

Gerber: Wir kön­nen nur emp­feh­len, sich so früh wie mög­lich zu mel­den. Aber auch dort, wo es brennt, fin­den wir in der Regel auch akut noch einen Platz – egal ob Ausbildungs- oder Praktikumsplatz.

Wie viel Prozent der Schüler konn­ten bis­her vermittelt/​unterstützt werden?

Cosima Nauroth: 2019 haben rund 84 Prozent der Teilnehmer*innen ihre selbst gesteck­ten Ziele erreicht. Unsere Unterstützung war somit erfolg­reich. 2019 etwa haben wir 119 Teilnehmer*innen betreut, neun haben abge­bro­chen und 86 waren erfolg­reich. Die übri­gen wur­den 2020 wei­ter betreut, teil­weise sind sie erst im Herbst/​Winter zu uns gekommen.

Wer kann neben den Schüler*innen auch Ihr Angebot in Anspruch nehmen?

Kötter: Alle zwi­schen 16 und 25 Jahren. Es gibt auch junge Erwachsene, die unsere Hilfe in Anspruch neh­men. Sie haben bei­spiels­weise gemerkt, dass die ange­fan­gene Ausbildung doch nicht zu ihnen passt oder sind mit ihrem Studiengang unglück­lich. Es gibt auch Bewerber*innen, die schon län­ger einen Ausbildungsplatz suchen und mitt­ler­weile keine Schüler*innen mehr sind.

Nauroth: Wir beglei­ten auch junge Erwachsene über den erfolg­rei­chen Abschluss hin­aus. Das bie­ten wir jedem an.

Gerber: Das nut­zen bei uns auch viele.

Was möch­ten Sie den Schüler*innen und jun­gen Erwachsenen noch mit auf den Weg geben?

Kötter: Seid nicht schüch­tern! Wir freuen uns über jeden, den wir unter­stüt­zen kön­nen. Und ganz wich­tig: Es ist ein völ­lig frei­wil­li­ges Angebot.

Gerber: Es ist auch für die Teilnehmer*innen ein gro­ßer Gewinn. Viele stel­len fest, dass sie im Gespräch mit uns etwas mehr über sich selbst her­aus­fin­den. Auch wer­den sie sich so ihrer Stärken mehr bewusst. Sprecht uns an und wir gehen gemein­sam den Weg zu Eurem Ziel!

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