Grundstein für den Neubau des Stadtarchivs am Erwin-​Heerich-​Haus ist gelegt

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Am Neusser Feldweg in Osterath-​Bovert ist die Baugrube für den Neubau des Stadtarchivs aus­ge­ho­ben. Gemeinsam mit Claus Klein, Leiter des Städtischen Immobilienmanagements, legte Bürgermeister Christian Bommers jetzt den Grundstein ins Erdreich. 

Ich freue mich, dass das his­to­ri­sche Gedächtnis unse­rer Stadt hier – unmit­tel­bar ange­dockt an das Erwin-​Heerich-​Haus – ein neues, ange­mes­se­nes Zuhause bekommt”, so Bommers. Seit 1993 ist das Archiv in einem Seitenflügel der Adam-​Riese-​Schule an der Karl-​Borromäus-​Straße in Büderich unter­ge­bracht. Weil die Schule wegen stei­gen­der Schülerzahlen drin­gend mehr Platz braucht, wurde der Umzug notwendig.

Neben den klas­si­schen Lagerbereichen wird der Neubau auf einer Fläche von rund 490 Quadratmetern Platz für die Anlieferung, Säuberung, Sichtung und Digitalisierung neuen Archivguts sowie einen Besucherbereich bie­ten. Hinzu kommt das Büro des Stadtarchivars. „Wir errich­ten einen qua­der­för­mi­gen Baukörper, der sich als eigen­stän­dige Form ganz bewusst von der unmit­tel­bar angren­zen­den Bebauung absetzt”, so Architekt Claus Klein. „Damit wird das städ­ti­sche Archiv als moder­nes Informations- und Dokumentationszentrum gut wahr­nehm­bar sein.” Dafür soll auch die bron­ze­far­bene, vor­ge­hängte Verkleidung aus recy­cel­tem Aluminium sor­gen. In die Fassade wird der Schriftzug „Stadtarchiv“ ein­ge­ar­bei­tet und von innen beleuchtet.

Fenster wird es in dem Kubus nur an den jewei­li­gen Arbeitsplätzen geben. „Wir neh­men die Geschosshöhen des Erwin-​Heerich-​Hauses auf und kön­nen so Rollregalanlagen mit bis zu sie­ben Lagerebenen ein­bauen. Wenn wir alle Lagermöglichkeiten aus­nut­zen, kön­nen wir fast drei­ein­halb Kilometer Regale anbie­ten. Das ent­spricht etwa dem Volumen des heu­ti­gen Archivs”, erklärt Klein. Das direkte „Andocken” an den Baubestand erspart auch Kosten. Das neue Archiv wird über die tech­ni­schen Anlagen des Erwin-​Heerich-​Hauses mit Energie ver­sorgt und mit einer glä­ser­nen „Brücke” verbunden.

Gebäudeschnitt des Anbaus von der Rückseite. Foto und Grafik: Stadt Meerbusch

Das bestehende Treppenhaus mit Aufzug erschließt die obe­ren Etagen. Sensible Lüftungsgeräte regeln Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den Lagerräumen, damit die Dokumente kei­nen Schaden neh­men. Eine klas­si­sche Heizung wird nicht instal­liert, um even­tu­elle Risiken durch Rohrbrüche zu ver­mei­den. Die Personalräume erhal­ten eine Fußbodenheizung, eine Photovoltaikanlage auf dem begrün­ten Dach lie­fert Strom.

Derweil berei­tet Stadtarchivar Michael Regenbrecht in Büderich den Umzug sei­ner „Schatzkammer” vor, die er seit fast 21 Jahren führt und ste­tig wei­ter­ent­wi­ckelt hat. „Von der Franzosenzeit über die Preußenzeit zu Anfang des 19. Jahrhunderts bis heute ver­fü­gen wir über eine Vielzahl zum Teil wert­vol­ler Archivalien, die die ganze Fülle des poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Lebens bei uns doku­men­tie­ren. Damit ist das Stadtarchiv nicht nur Informationszentrum, son­dern auch Forschungsstätte für lokale Geschichte und Erlebnisort gewor­den”, sagt der Historiker stolz.

Hinzu kommt eine hoch­in­ter­es­sante orts­ge­schicht­li­che Sammlung, zu der unter ande­rem Broschüren, Faltblätter, Plakate oder Festschriften von Vereinen, Verbänden, Kirche oder Schulen gehö­ren. Nachlässe und pri­vate Sammlungen nam­haf­ter Meerbuscher, die das Archiv erwor­ben, als Schenkung oder als Dauerleihgabe in sei­nen Bestand auf­ge­nom­men hat, fül­len etli­che Regalmeter. Zeitungen und Zeitungsausschnitte oder auch die beliebte Sammlung his­to­ri­scher Postkarten aus den Vorgängergemeinden erzäh­len „Geschichte von unten”.

Für den Neubau des Stadtarchivs sind rund 1,35 Millionen Euro ver­an­schlagt, die Bauzeit soll etwa neun Monate betragen.

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