Dateninfrastrukturen im Rheinischen Revier: Kreis will Hyperscale-Rechenzentrum

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Der Rhein-​Kreis Neuss und der Rhein-​Erft Kreis wol­len gemein­sam ein Standort wer­den, an dem große Datenmengen lokal gespei­chert wer­den können. 

Solch ein soge­nann­tes Hyperscale-​Rechenzentrum steht im Mittelpunkt der „Machbarkeitsstudie Dateninfrastrukturen im Rheinischen Revier“, das das Landesministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie den Landräten des Rhein-​Kreises Neuss und des Rhein-​Erft-​Kreises sowie den Bürgermeistern aus Dormagen, Rommerskirchen, Neuss, Grevenbroich, Bergheim, Bedburg und Elsdorf in einer Online-​Konferenz vor­ge­stellt hat.

Aus Sicht von Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke und Landrat Frank Rock wäre es „ein ent­schei­den­der Beitrag zur akti­ven Gestaltung des Strukturwandels, wenn es gelänge, das vom Ministerium vor­ge­stellte Projekt gemein­sam im Rhein-​Kreis Neuss und im Rhein-​Erft Kreis zu rea­li­sie­ren“. Im heu­ti­gen Braunkohle-​Revier bestünde durch den Strukturwandel die ein­ma­lige Chance, Vorhaben zu zen­tra­len Zukunftsthemen wie zur Digitalisierung prak­tisch umzu­set­zen. „Die Voraussetzungen für die Ansiedlung eines Hyperscale-​Rechenzentrums bei uns sind güns­tig. Nun gilt es, die Kräfte zu bün­deln und das Projekt gemein­sam nach vorn zu brin­gen“, unter­streicht auch Kreisdirektor Dirk Brügge, der als Vorsitzender des Revierknotens für Infrastruktur und Mobilität der Zukunftsagentur Rheinisches Revier die Erstellung der Studie beglei­tet hat.

Die Machbarkeitsstudie geht der Frage nach, ob und gege­be­nen­falls wo im Rheinischen Revier die Potenziale für die Ansiedlung eines Hyperscale-​Rechenzentrums mit inte­grier­tem Datendrehkreuz und einem ange­schlos­se­nen Digitalpark vor­lie­gen. Aus Sicht des Landes gibt es sowohl im Rhein-​Kreis Neuss als auch im Rhein-​Erft-​Kreis gut geeig­nete Standorte für ein Hyperscale-​Rechenzentrum und Digitalparks. Kreisdirektor Dirk Brügge wird in sei­ner Funktion als Revierknotenvorsitzender kurz­fris­tig mit den Kreisen, den Städten und Gemeinden die nächs­ten Schritte abstimmen.

Schon jetzt ist abseh­bar, dass sich die Datenmengen künf­tig wei­ter ver­viel­fa­chen wer­den. Gleichzeitig spielt die Geschwindigkeit der Datenübertragung für immer mehr Anwendungen eine wich­tige Rolle“, heißt es in der Einführung der Machbarkeitsstudie. Sie beleuch­tet vor allem drei Bestandteile: die Datenspeicherung in einem Hyperscale-​Rechenzentrum, die über­re­gio­nale Datenverteilung mit einem Drehkreuz und die Datennutzung auf Gewerbeflächen in der Nähe des Rechenzentrums, auf denen sich Unternehmen mit daten­ge­trie­be­nen Geschäftsmodellen ansie­deln werden.

Für ein sol­ches Vorhaben bie­tet das Rheinische Revier gleich zwei ent­schei­dende Vorteile. Zum einen liegt es geo­gra­fisch ideal zwi­schen Frankfurt und Amsterdam, zwei wich­ti­gen Welt-​Internet-​Knoten. Im Umkreis von 250 Kilometern wer­den über 60 Millionen Nutzer erreicht, die von einen Datendrehkreuz im Rheinischen Revier pro­fi­tie­ren kön­nen“, so die Autoren. Zum ande­ren werde im Revier ohne­hin ein Strukturwandel ange­strebt, zu dem die digi­tale Transformation einen wich­ti­gen Beitrag leis­ten könne.

Im Wettbewerb der Regionen um die Ansiedlung von Unternehmen mit Zukunftstechnologien kön­nen Dateninfrastrukturen die Anziehungskraft und das Wachstum digi­ta­ler Ökosysteme begüns­ti­gen“, so steht es in der Einführung der Studie zu lesen. Ausländische Anbieter, die cloud-​basierte Anwendungen anbö­ten, hät­ten starke Anreize, durch Direktinvestitionen im dicht besie­del­ten und wohl­ha­ben­den Westeuropa tätig zu wer­den, und das Rheinische Revier läge mit­ten in die­sem attrak­ti­ven Raum. Neue Arbeitsplätze wür­den in einem gro­ßen Umfang nicht im Rechenzentrum selbst, son­dern vor allem in den Branchen und Unternehmen geschaf­fen, die mit dem Rechenzentrum ver­bun­den wären.

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