31 Dienstjahren: Feuerwehrmann Josef Hülser geht in den Ruhestand

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Robert Schilken, Herausgeber



Grevenbroich – Abschied für ein Urgestein der Grevenbroicher Feuerwehr: Nach mehr als 30 Jahren bei der Feuerwehr Grevenbroich trat Josef Hülser in der ver­gan­ge­nen Woche, kurz vor sei­nem 60. Geburtstag, den letz­ten Dienst vor dem Eintritt in die Pension an. 

Kollegen und andere Wegbegleiter ver­ab­schie­de­ten ihn stan­des­ge­mäß mit Martinshorns und Wasserfontänen – und dem nöti­gen Sicherheitsabstand. Insgesamt blickt der ange­hende Pensionär auf 41 Jahre als akti­ver Feuerwehrmann zurück.

Josef Hülser ent­schied sich mit 28 Jahren, sein Hobby zum Beruf zu machen und die Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann anzu­stre­ben. Schon seit dem 18. Lebensjahr war er akti­ves Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Kleinenbroich.

Beruflich schien sein Weg von Geburt an geeb­net: Der diplo­mierte Landwirt über­nahm den land­wirt­schaft­li­chen Betrieb der Eltern in Kleinenbroich. Doch der ursprüng­li­che Berufswunsch ließ ihn nicht los. „Feuerwehr war immer mein Ding“, sagt Hülser. Bevor der Landwirt die Ausbildung in Grevenbroich begin­nen konnte, musste er noch eine beson­dere Hürde neh­men. Denn im nie­der­rhei­ni­schen Elternhaus des ange­hen­den Brandmeisters wurde kon­se­quent „Platt“ gespro­chen, für die Ausbildung war aber Hochdeutsch abso­lut erforderlich.

Also belegte Hülser vor dem Ausbildungsstart einen Kurs in der Volkshochschule. Das lohnte sich gleich dop­pelt, denn Hülser nahm von dort nicht bloß gute Deutschkenntnisse mit, son­dern lernte im Kurs auch seine spä­tere Frau Sigrid kennen.

Bei der Feuerwehr Grevenbroich war Hauptbrandmeister Josef Hülser zuletzt als Wachabteilungsführer ein­ge­setzt. Daneben war er kreis­weit als Ausbilder für Motorkettensägen tätig. Gerade im Umgang mit dem Gerät konnte er den Kollegen viele Erfahrungen aus dem land­wirt­schaft­li­chen Betrieb wei­ter­ge­ben, da er auf dem Hof nicht nur Pferde hielt, son­dern auch Kaminholz und Baumarbeiten anbot. Als ebenso enga­gier­tes, wie aus­dau­ern­des Vorbild schaffte es Hülser immer seine Kollegen zu motivieren.

Auf dem hei­mi­schen Hof unter­stützt, wird Josef Hülser von sei­nen bei­den Söhnen Markus und Andreas. Während Markus beruf­lich im Bereich der Holzwirtschaft arbei­tet, folgte Andreas sei­nem Vater zur Feuerwehr. Der 30-​Jährige arbei­tet eben­falls in Grevenbroich, aller­dings auf einer ande­ren Wachabteilung. Zuletzt rück­ten Vater und Sohn aller­dings gele­gent­lich gemein­sam aus. Aufgrund von coro­nabe­ding­ten Dienstplanänderungen wur­den die bei­den einige Male gemein­sam eingesetzt.

Foto: Feuerwehr

Am ver­gan­ge­nen Dienstag trat Josef Hülser dann seine letzte Schicht an. Im Mai fei­ert er sei­nen 60. Geburtstag. Dann ist für haupt­amt­li­che Feuerwehrleute auf­grund der beson­de­ren kör­per­li­chen Belastungen des Berufs „Dienstschluss“. Zu sei­nem Abschied orga­ni­sierte seine Wachabteilung noch einige letzte Aufgaben und Abschiedsgeschenke. So musste unter ande­rem auf dem Hof der Wache das letzte Kleinfeuer gelöscht wer­den. Mit viel Sicherheitsabstand und extra abge­trenn­ten Aufenthaltsbereichen für die Angehörigen der unter­schied­li­chen Dienstgruppen beglei­te­ten seine Kollegen den ange­hen­den Pensionär durch seine letzte Schicht.

Ganz zur Ruhe set­zen, kann und will sich Hülser aller­dings nicht. Denn auf dem Hof in Kleinenbroich geht die Arbeit wei­ter. „Allerdings wird die neue Saison ohne Feuerwehr deut­lich ent­spann­ter“, sagt Hülser.

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