Grundstücksmarktbericht 2021: Bauland und Einfamilienhäuser ver­teu­ern sich weiter

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Insgesamt rund 1,19 Milliarden Euro sind im Jahr 2020 auf dem Immobilienmarkt des Rhein-​Kreises Neuss, ohne die Stadt Neuss, umge­setzt worden. 

Das ent­spricht einem Umsatzplus von elf Prozent und geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2021 her­vor, den der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Rhein-​Kreis Neuss ohne die Stadt Neuss erar­bei­tet hat.

Der Aufwärtstrend bei den Preisen setzt sich auf brei­ter Front fort und unter­streicht die Attraktivität unse­res Standorts. Er ist sogar stär­ker als im Vorjahr aus­ge­fal­len und auch eine Folge der Entwicklungen in den umlie­gen­den Oberzentren“, so Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke. Wenn Immobilien und Mietwohnungen in Großstädten kaum noch zu erhal­ten bezie­hungs­weise bezah­len seien, wan­der­ten die Menschen schließ­lich ins Umland ab.

Aber auch hier gibt es nur wenig Bauland. Die Wünsche nach Platz und Garten ins­be­son­dere für Familien sind groß“, erläu­tert Kreisbaudezernent Harald Vieten. Aus der Möglichkeit des Home-​Office erwachse außer­dem ein Mehrbedarf an Platz für Arbeitszimmer.

Unabhängig davon ist das Eigenheim mit schö­nem Garten wei­ter­hin das Ziel vie­ler Familien für eine gute Altersvorsorge“, berich­tet Michael Fielenbach, der Vorsitzende des Gutachterausschusses des Rhein-​Kreises Neuss. Er sieht die Gründe für die hohen Preissteigerungen durch das inzwi­schen mas­sive Missverhältnis von Baulandangebot und ‑nach­frage bestimmt.

Der Grundstücksmarktbericht 2021 betrach­tet rück­bli­ckend das Kauf- und Verkaufsgeschehen anhand nota­ri­ell beur­kun­de­ter Verträge. Insgesamt 3157 Fälle wer­te­ten die Experten aus. Der Geldumsatz bei den bebau­ten Grundstücken stei­gerte sich von 691,4 auf 787,6 Millionen Euro.

Die für 2020 ermit­tel­ten durch­schnitt­lich gezahl­ten Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser in mitt­le­ren bis guten Lagen stell­ten sich im Vergleich zu 2019 je nach Gebäudeart und Baujahr dif­fe­ren­ziert dar. Eine Tendenz setzt sich aller­dings wei­ter fort – die Preise stei­gen. So wurde etwa für ein frei­ste­hen­des Einfamilienhaus mit einem 450 Quadratmeter gro­ßen Grundstück und einer Wohnfläche von rund 160 Quadratmetern ein durch­schnitt­li­cher Kaufpreis von 510 000 Euro erzielt. Für Doppelhaushälften und Reihenhäuser lag der Durchschnittspreis bei 400 000 Euro. Ermittelt man allein den Wohnflächenpreis, ist mit 2500 Euro pro Quadratmeter zu kalkulieren.

Auch die Preise für erschlos­se­nes Bauland sind wei­ter erheb­lich gestie­gen – so stark, dass der Gutachterausschuss die Bodenrichtwerte 2021 kreis­weit um zehn bis 15 Prozent ange­ho­ben hat. Für erschlos­se­nes Bauland lie­gen sie im kreis­wei­ten Mittel bei rund 320 Euro je Quadratmeter. Bei einer durch­schnitt­li­chen Grundstücksgröße von 450 Quadratmetern kos­tet ein Bauplatz im Rhein-​Kreis Neuss ohne die Stadt Neuss rein rech­ne­risch etwa 144 000 Euro. Bei den Grundstücken für Gewerbenutzung ist die Entwicklung mit fünf Prozent ver­gleich­bar, aber nicht so drastisch.

Neue Eigentumswohnungen kos­te­ten 2020 im kreis­wei­ten Durchschnitt 4050 Euro pro Quadratmeter, wobei die Spanne von 3260 Euro in Grevenbroich bis 5400 Euro in Meerbusch reicht. Die Preissteigerung – zuvor schon auf hohem Niveau – beträgt im Vergleich zum Vorjahr zehn Prozent. Beim Weiterverkauf von Wohnungen lagen die kreis­wei­ten Durchschnittspreise zuletzt bei 2300 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich eine durch­schnitt­li­che Preissteigerung von elf Prozent, wobei die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen wei­ter ansteigt.

Der Gutachterausschuss im Rhein-​Kreis Neuss hat in die­sem Jahr zum ers­ten Mal Immobilienrichtwerte für Ein- und Zweifamilienhäuser ermit­telt und ver­öf­fent­licht. Diese Daten sind durch­schnitt­li­che Lagewerte für bebaute Grundstücke in einer jeweils defi­nier­ten Zone und wer­den als Wert in Euro pro Quadratmeter Wohnfläche fest­ge­setzt. Das Mittel der Immobilienrichtwerte liegt in Meerbusch bei 4407 Euro, in Kaarst bei 3280 Euro, in Korschenbroich bei 2925 Euro, in Grevenbroich bei 2263 Euro, in Dormagen bei 3042 Euro, in Jüchen bei 2454 Euro und in Rommerskirchen bei 2521 Euro. Dabei reicht die Preisspanne von 3260 Euro in Hochneukirch bis 7000 Euro im Villen-​Viertel „Meerer Busch“ in Büderich.

Die Boden- und Immobilienrichtwerte sowie der Grundstücksmarktbericht kön­nen im Informationssystem der Gutachterausschüsse in NRW unter der Internet-​Adresse www​.boris​.nrw​.de abge­ru­fen wer­den. Den Grundstücksmarktbericht gibt es dort kos­ten­los als PDF-​Dokument. Zur Erhöhung der Anwenderfreundlichkeit wird zur Bestimmung eines Immobilienwerts zum ers­ten Mal für den Bereich des Gutachterausschusses im Rhein-​Kreis Neuss, ohne die Stadt Neuss, ein „Immobilien-​Preis-​Kalkulator“ ange­bo­ten, der inter­ak­tiv zu bedie­nen ist und in kür­zes­ter Zeit Ergebnisse zum Wert einer Immobilie anbietet.

Sascha Klöcker und Karl-​Heinz Reibel von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Rhein-​Kreis Neuss ste­hen zudem für Auskünfte zur Verfügung. Ihre Telefonnummern lau­ten 0 21 31/​928 62 30 bezie­hungs­weise ‑62 53.

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