lle­ga­ler Lkw-​Verkehr durch Lank-​Latum und Nierst zum Krefelder Hafen

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch-​Nierst – Seit Einführung des Durchfahrtsverbotes im Jahr 2010 kämp­fen Verwaltung, Politik und Bürgerinitiative mit immer neuen Maßnahmen gegen den ille­ga­len Lkw-​Durchgangsverkehr in Lank-​Latum und in Nierst. 

Durchschlagender Erfolg blieb aber bis­lang aus. Die Abkürzung durch den Ort ist für viele Trucker offen­bar zu ver­lo­ckend, ver­al­tete Lkw-​Navigationssysteme und orts­un­kun­dige Fahrer aus dem Ausland tun ein Übriges. Der Ausbau des Krefelder Hafens mit der Ansiedlung gro­ßer Logistikunternehmen hat die Probleme verschärft.

Mit neuen Lkw-​Blitzern in Lank und Nierst und einer neuen Einbahnstraßenregelung am Kreisverkehr Uerdinger Straße, Robert-​Bosch-​Straße in Lank hat die Stadt Meerbusch ihre ver­kehrs­tech­ni­schen Schritte gegen die „Brummis” gerade erst ausgeschöpft.

Für Bürgermeister Christian Bommers Anlass genug, auch zwei der im Krefelder Hafen ansäs­si­gen Großunternehmen, die erheb­li­chen Lieferverkehr anzie­hen, in die Mitverantwortung und in die Pflicht zu neh­men: Die Bauhaus AG betreibt ihr euro­päi­sches Zentrallager im Krefelder Hafen, Amazon Deutschland hat dort sein Sortier- und Verteilzentrum ange­sie­delt. Letzten Anstoß für Bommers” Initiative gab eine E‑Mail eines ver­är­ger­ten Anwohners, der mit sei­nem Smartphone die brenz­lige Durchfahrten zweier Amazon-​Lkw durch die enge Stratumer Straße in Nierst fest­ge­hal­ten hatte. „Diese Fotos könnte ich täg­lich mehr­mals machen”, sagt er dazu.

Untragbare Situation: Zwei Lkw des Online-​Versandriesen Amazon zwängt sich über die Stratumer Straße am Kindergarten „Mullewapp” vor­bei durch Nierst. Foto: privat

In einem Brief an den Country Manager der Amazon Niederlassung Deutschland, Ralf Kleber, und an den Gesamtlogistik-​Leiter der Baumarktkette Bauhaus, Thorsten Winter, hat Bommers jetzt die bei­den Führungkräfte auf­ge­for­dert, die wider­recht­li­chen Abkürzungen durch Lank-​Latum und Nierst zu unter­bin­den. „Ich bitte Sie, dafür Sorge zu tra­gen, dass sowohl Ihre eigene Logistik-​Flotte als auch die Ihrer Partner die gel­ten­den Durchfahrtsverbote (...) beach­ten und sich zur Anfahrt Ihres Zentrallagers der zuläs­si­gen Routen in den Krefelder Hafen – ins­be­son­dere aus süd­li­cher Richtung über die Autobahn 57 – bedie­nen.” Weder die dörf­li­chen Strukturen in Lank-​Latum noch Nierst seien für über­ört­li­chen Schwerlastverkehr geeig­net. „Zudem lie­gen an bei­den Ortsdurchfahrten öffent­li­che Einrichtungen, auch Kindertagesstätten, deren Schutz in unser aller Interesse steht”, so Bommers.

Die zahl­rei­chen Schilder und Hinweistafeln, die die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW auf­ge­stellt habe, seien unmiss­ver­ständ­lich. „Seit Anfang des Jahres befin­den sich zudem zwei spe­zi­elle Lkw-​Blitzer in Betrieb, die den ille­ga­len Lkw-​Verkehr erfas­sen und ahn­den”, heißt es wei­ter in den Briefen an die Amazon- und Bauhaus-​Chefs. Auch mit den Betreibern von Navigationssystemen habe die Stadtverwaltung Kontakt auf­ge­nom­men, damit die Systeme aktua­li­siert und die Durchfahrtsverbote darin deut­lich aus­ge­wie­sen werden.

Jetzt hofft Christian Bommers auf einen kon­struk­ti­ven Dialog mit den Unternehmens- und Logistikleitungen. „Verkehrstechnisch haben wir alles Erdenkliche unter­nom­men, aber ohne die Einsicht der Verkehrsverursacher geht es nicht.”

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