Katholikenrat: Gutachten nur ein ers­ter Schritt

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Der Vorstand des Katholikenrates Rhein-​Kreis Neuss zeigt sich froh und erleich­tert dar­über, dass nun end­lich das Gutachten von Prof. Gercke über den Umgang mit sexu­el­ler Gewalt im Erzbistum Köln ver­öf­fent­licht wurde.

Insbesondere mit Blick auf die vie­len Opfer von sexu­el­ler Gewalt ist es gut, dass die mona­te­lange Hängepartie nun been­det ist. Die Mitglieder zeig­ten sich jedoch auch erschro­cken über den Umfang der sexu­el­len Gewalt und die deut­lich gewor­de­nen struk­tu­rel­len Probleme im Generalvikariat.

Die Vorsitzende des Katholikenrates, Jutta Köchner, fand deut­li­che Worte: „Mit der Veröffentlichung des Gutachtens und auch mit den bereits gezo­ge­nen und mög­li­cher­weise noch fol­gen­den per­so­nel­len Konsequenzen ist es nicht getan. Im Gegenteil: Das kann nur der Anfang eines inten­si­ven Aufarbeitungsprozesses sein. Die sys­te­mi­schen Ursachen von Missbrauch, man­geln­der Aufklärung von Taten und feh­len­der Zuwendung zu den Opfern müs­sen schnell besei­tigt wer­den. Unsere beson­dere Aufmerksamkeit muss dabei auch den Betroffenen gelten.“

Der Katholikenrat for­dert die Bistumsleitung auf, auf Grundlage einer Kultur der Achtsamkeit und unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Gutachtens ein System von wirk­sa­men Vorbeuge‑, Bestrafungs- und Entschädigungsmaßnahmen zu ent­wi­ckeln. Hierzu gehört auch die Forderung – neben der nun vor­lie­gen­den rein juris­ti­schen Aufarbeitung der vor­han­de­nen Akten – die Unterlagen aus Sicht der Pastoral- und Moraltheologie zu bewerten.

Auch wenn dem Erzbischof von Köln im Gutachten per­sön­lich keine Verfehlungen vor­ge­wor­fen wer­den, bleibt das Vertrauen in ihn wei­ter­hin schwer­be­schä­digt. „Er muss sich fra­gen, ob er das Vertrauen der Gläubigen wie­der­ge­win­nen kann und ob er die Kraft hat, den nun erfor­der­li­chen Aufarbeitungsprozess von vorne zu füh­ren“ so Köchner weiter.

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