Spezialdecke für E‑Auto-​Brände

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Rommerskirchen – Als die Gemeinde Mitte 2020 erst­mals ein E‑Auto in Dienst stellte, mel­dete sich auch die Feuerwehr zu Wort. 

Sollte das Fahrzeug bei einem Unfall ein­mal in Brand gera­ten, „dann haben wir nichts zum Löschen“, erin­nert sich Rommerskirchens Feuerwehr-​Chef Werner Bauer. Wenn näm­lich ein E‑Auto brennt, dau­ert dies nicht nur lange und ist zudem schäd­lich für die Umwelt: Auch ent­zün­den sich die Akkus immer wieder.

Die Gemeindeverwaltung hat sofort reagiert und einen ers­ten wich­ti­gen Schritt gemacht, um hier Abhilfe zu schaf­fen: Heute haben Bürgermeister Dr. Martin Mertens und Fachbereichsleiter Gregor Küpper der Feuerwehr eine Spezialdecke aus Norwegen über­ge­ben, mit der im Brandfall Zeit über­brückt und die nötige Kühlung vor­be­rei­tet wer­den soll.

E‑Autos näm­lich wer­den weder mit Wasserschlauch noch mit einem spe­zi­el­len Löschschaum „bear­bei­tet“, son­dern gekühlt. Um dies dau­er­haft tun zu kön­nen, sind ein Kran und ein Container nötig, in den das E‑Auto ver­frach­tet wird – ein auf­wen­di­ges und mit viel Zeit ver­bun­de­nes Verfahren. Ursache hier­für sind die aus hun­der­ten von Zellen bestehen­den Akkus, die bei einem Brand benach­barte Zellen auf­hei­zen, bis diese eben­falls bren­nen. Durch diese Kettenreaktion kann sich ein E‑Auto immer wie­der selbst ent­zün­den, auch wenn es bereits gelöscht wor­den ist – und das sogar Tage spä­ter noch.

Neue Löschdecke für die Feuerwehr Rommerskirchen. Foto: Gemeinde

An eini­gen Orten, wie zum Beispiel in Tiefgaragen oder auf engen Straßen, ist es gar nicht mög­lich in unmit­tel­ba­rer Nähe einen Container auf­zu­stel­len. Mit dem Löschen an sich ist es noch nicht getan. „Die Entsorgung stellt uns vor das nächste Problem, denn die Akkus son­dern Flusssäure aus, die das Löschwasser kon­ta­mi­niert“, erläu­tert Daniel Krey, der im Ordnungsamt für die Belange der Feuerwehr zustän­dig ist. „Der Rhein-​Kreis Neuss arbei­tet zur­zeit an der Beschaffung eines Containers, der das kon­ta­mi­nierte Löschwasser zurück­hält und das Fahrzeug kühlt. Bis dahin muss auf han­dels­üb­li­che Container zurück­ge­grif­fen wer­den“, so Krey.

Die Löschdecke der Rommerskirchener Feuerwehr ist fast 40 Kilo schwer und bis zu 1000 Grad hit­ze­be­stän­dig. Durch Quarzsand hält sie bis zu 48 Stunden stand. Eingesetzt wer­den kann sie über­all und sofort. Gebraucht wer­den hier­für nur zwei Feuerwehrleute.

(56 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)