GEW, GSV und VBE for­dern in gemein­sa­mer Petition: Neue Grundschullehrpläne – nicht jetzt!

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Rhein-​Kreis Neuss – Mit einer gemein­sa­men Petition wol­len die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft NRW, der Grundschulverband NRW und der Verband Bildung und Erziehung NRW Druck auf das Schulministerium aus­üben, die Umsetzung der neuen Lehrpläne für die Grundschulen auf einen spä­te­ren Zeitpunkt zu verschieben. 

Für die drei Verbände erschließt sich nicht, wes­halb das Schulministerium ange­sichts der Pandemie mit der Lehrplanarbeit beginnt, des­halb wird sie von GEW, GSV und VBE mit aller Entschiedenheit der­zeit abgelehnt.

Im Petitionstext heißt es: „Die Grund- und Förderschulen brau­chen die vor­han­dene Zeit für die Kinder, ihre indi­vi­du­elle Förderung und den Unterricht. Die hohe Arbeitsbelastung der Kolleg*innen muss end­lich aner­kannt wer­den. Unsere gemein­same Forderung lau­tet: Neue Grundschullehrpläne – Nicht JETZT!“

Statements der Petitenten

Christiane Mika, Vorsitzende des Grundschulverbandes NRW, sieht bei den Lehrkräften „größte Anstrengungen, um die Auswirkungen der Corona-​Krise auf­zu­fan­gen und die Kinder zu ermu­ti­gen“. Wörtlich:

Selbstverständlich brin­gen sich enga­gierte Lehrkräfte in die Umsetzung neuer Lehrpläne ein, wenn sie neben der Zeit zur inten­si­ven Auseinandersetzung auch die Möglichkeit haben, eigene fun­dierte Vorschläge bei­zu­tra­gen und so als Betroffene wirk­lich betei­ligt wer­den. Die aktu­elle Situation for­dert jetzt von allen Lehrkräften größte Anstrengungen, um die Auswirkungen der Corona-​Krise auf­zu­fan­gen, die Kinder zu ermu­ti­gen, emo­tio­nal zu sta­bi­li­sie­ren und ihnen wie­der Freude am Lernen zu ver­mit­teln. In einer wei­ter­hin sehr ange­spann­ten Gesamtlage, die durch feh­lende per­so­nelle und säch­li­che Ressourcen gerade in der Grundschule beson­ders ver­schärft ist, brau­chen die Lehrkräfte jetzt ein deut­li­ches Signal, dass ihre Belastungen gese­hen wer­den. Deshalb for­dert der Grundschulverband: Die Erarbeitung und Umsetzung der neuen Lehrpläne muss ver­scho­ben werden!“

Stefan Behlau, Landesvorsitzender des VBE NRW, unter­streicht: „Der Arbeitsauftrag würde den Schulen sehr viel Zeit neh­men, die sie für die Bildungsarbeit mit den Kindern drin­gend brau­chen“. Wörtlich:

Dieser Arbeitsauftrag würde den Schulen sehr viel Zeit neh­men, die sie für die Bildungsarbeit mit den Kindern in Nordrhein-​Westfalen drin­gend brau­chen – gerade jetzt. Es fehlt an Personal und Ausstattung, wes­halb viele Schulen schon lange an ihrer abso­lu­ten Belastungsgrenze arbei­ten. Corona for­dert von Schulen und Familien eine zusätz­li­che hohe Flexibilität und enorme Kraftanstrengungen. Schulleitungen leis­ten ihr Bestmögliches, um auf der einen Seite die Bildung für alle Schülerinnen und Schüler zu sichern und auf der ande­ren Seite den Gesundheitsschutz aller zu gewähr­leis­ten. Das Schulministerium ist gefor­dert, die Arbeit der Grundschulen zu unter­stüt­zen, wei­tere Arbeitsaufträge gehen in die völ­lig fal­sche Richtung. Der VBE sagt klar und deut­lich: Neue Lehrpläne für die Primarstufe – Nicht jetzt!“

Maike Finnern, Vorsitzende der GEW NRW, betont: „Das Schulministerium ver­kennt die Realität der schu­li­schen Lehr- und Lernbedingungen und wür­digt die Arbeitsleistung nicht.“ Wörtlich:

Die Grundschulen sind seit Jahren bereits an ihrer Belastungsgrenze ange­langt, der Lehrkräftemangel macht sich nun gerade in der Pandemie ver­schärft bemerk­bar. Für die Kolleg*innen an den Schulen ist die­ses Schuljahr bereits jetzt eines der schwie­rigs­ten, das sie bis­lang erlebt haben. Der Schulbetrieb fin­det außer­halb jeg­li­cher Normalität statt. Das Schulministerium ver­kennt die Realität der schu­li­schen Lehr- und Lernbedingungen an den Grundschulen und wür­digt die Arbeitsleistung der Beschäftigten unter den der­zei­ti­gen Belastungen nicht. Wie sonst sind die minis­te­ri­el­len Pläne für die Einführung neuer Lehrpläne zu ver­ste­hen? Es ist nicht nach­voll­zieh­bar, wenn jetzt noch wei­tere zusätz­li­che Aufgaben für die Grundschulen auf den Weg gebracht werden.“

Die Petition star­tet am Mittwoch, den 17. Februar. Ziel ist es, bis zum Ende der Laufzeit am 20. März min­des­tens 15 000 Unterzeichner*innen zu gewinnen.

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