Kreis erlässt erwei­terte Allgemeinverfügung zum Schutz von Pflegeeinrichtungen

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Mit einer erwei­ter­ten Allgemeinverfügung erlässt der Rhein-​Kreis Neuss zusätz­li­che Corona-​Auflagen für Pflegeeinrichtungen. 

Die Maßnahmen die­nen vor­ran­gig dem Schutz der Bewohner und Beschäftigten“, erläu­tert Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke vor dem Hintergrund, dass das Infektionsgeschehen und die Zahl der Todesfälle in Gemeinschaftseinrichtungen wei­ter über­durch­schnitt­lich sind. Auch die zwi­schen­zeit­lich im Kreisgebiet nach­ge­wie­se­nen Virus-​Mutationen machen strik­tere Schutzmaßnahmen erforderlich.

Im Rhein-​Kreis Neuss ent­fal­len etwa 25 Prozent aller posi­ti­ven Testergebnisse des Kreisgesundheitsamtes auf Gemeinschaftseinrichtungen. Wie das RKI fest­stellt, gehö­ren Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen, Bewohner sowie Betreute von Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen auf­grund ihres Alters und wegen Vorerkrankungen oft zum Personenkreis mit erhöh­tem Risiko für einen schwe­ren Krankheitsverlauf.

Darüber hin­aus besteht auf­grund der räum­li­chen Situation und phy­si­schen Kontakt bei pfle­ge­ri­schen Tätigkeiten ein erhöh­tes Risiko für den Erwerb einer Infektion.

Im Rhein-​Kreis Neuss set­zen wir auf breit gefä­cherte Strategien für die Vermeidung von COVID-​19-​Erkrankungen und ihrer Verbreitung inner­halb der Einrichtungen und nach außen. Dazu gehört die Priorisierung von Pflegeeinrichtungen beim Impfstart genauso wie die jetzt erwei­terte Allgemeinverfügung“, betont Landrat Petrauschke. Laut der neuen Allgemeinverfügung gel­ten für Pflegeeinrichtungen ab sofort fol­gende Regelungen:

Alle in einer Einrichtung täti­gen Personen müs­sen in den Zimmern, den Wohnbereichen und den Gemeinschaftsräumen der Bewohner einen Mund-​Nasen-​Schutz nach FFP2, KN95 oder einem ver­gleich­ba­ren Standard tra­gen. In gemein­schaft­lich genutz­ten Räumlichkeiten wie Dienstzimmer, Pausenraum oder Küche ist ein ein­fa­cher medi­zi­ni­scher Mund-​Nasen-​Schutz ausreichend.

Das gesamte Personal muss täg­lich per Schnelltest (PoC-​Test) auf eine Infektion mit dem Coronavirus getes­tet wer­den. Zudem müs­sen alle Besucher – von Angehörigen über Betreuer und Ärzte bis zu medizinisch-​pflegerischen Dienstleistern –vor Betreten mit einem Schnelltest getes­tet werden.

Alternativ kön­nen diese ein nega­ti­ves PoC-​Testergebnis vom sel­ben Tag vor­le­gen. Bei einem posi­ti­ven Ergebnis oder bei Test-​Verweigerung ist der Zutritt zu unter­sa­gen. Ausgenommen von die­ser Regelung sind Kräfte des Rettungsdienstes, der Feuerwehr und der Polizei im Einsatz.

Bei Neu- und Wiederaufnahmen in Pflegeeinrichtungen sind die auf­ge­nom­men Personen nach drei Tagen mit einem PCR-​Test auf eine Corona-​Infektion zu tes­ten. Bis zum Vorliegen eines nega­ti­ven Testergebnisses müs­sen diese iso­liert von den ande­ren Bewohnern unter­ge­bracht und ver­sorgt werden.

Es sol­len ein­mal pro Monat Schulungen aller Pflegekräfte durch die Hygienebeauftragten der Einrichtungen zum rich­ti­gen Verhalten im Umgang mit dem Covid-​19-​Erreger statt­fin­den. Die Teilnahme der Beschäftigten ist durch Unterschriften zu bele­gen und der WTG-​Behörde des Rhein-​Kreises Neuss vorzulegen.

Allen Pflegeeinrichtungen haben zudem die Möglichkeit, ihre Hygienebeauftragten vom Kreisgesundheitsamt schu­len zu las­sen, z.B. im Tragen der per­sön­li­chen Schutzausrüstung, rich­tige Desinfektion, kor­rekte Durchführung von PoC-Tests.

Sobald eine Corona-​Infektion mit­tels PCR-​Test nach­ge­wie­sen wird, wer­den wei­tere Maßnahmen zum Schutz der Bewohner durch die WTG-​Behörde erlassen.

Wir sind uns bewusst“, so Landrat Petrauschke, „dass diese Maßnahmen für die Einrichtungen, ihre Bewohner und Mitarbeiter wei­tere Einschränkungen und Anstrengungen bedeu­ten. Dahinter steht unser gemein­sa­mes Ziel, Menschenleben zu schüt­zen, die wei­tere Ausbreitung des Coronavirus ein­zu­däm­men und mög­lichst schnell eine 7‑Tage-​Inzidenz von dau­er­haft unter 50 zu erreichen.“

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