Digital Corona-​Kontakte ver­fol­gen: Rhein-​Kreis Neuss ist Vorreiter beim Einsatz von SORMAS

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Rhein-​Kreis Neuss – Bereits seit Ende August nutzt der Rhein-​Kreis Neuss die Software SORMAS zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

In einer Videokonferenz beant­wor­te­ten jetzt Tobias Schellhorn und Dr. Silvia Eller für die Kreisverwaltung Fragen von Kollegen aus dem Hochsauerlandkreis zu die­sem Programm. Bisher arbei­tet das Gesundheitsamt im Hochsauerlandkreis noch nicht mit SORMAS. Nach einer Anfrage hatte Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke sei­nem Amtskollegen Karl Schneider zuge­sagt, dass der Rhein-​Kreis Neuss gerne seine Erfahrungen mit dem Programm des Helmholtz-​Zentrums für Infektionsforschung weitergebe.

Schellhorn und Dr. Eller mach­ten im Gespräch mit den Kollegen aus dem Sauerland deut­lich, dass der Rhein-​Kreis Neuss sehr zufrie­den mit dem Einsatz von SORMAS ist. Seit dem letz­ten Jahr wer­den mit die­sem Programm Daten zu Erkrankten und Kontaktpersonen digi­tal bearbeitet.

In einem regel­rech­ten Kraftakt wur­den im letz­ten Sommer alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes von Dr. Eller im Umgang mit dem neuen Programm geschult und rund 8.000 Altfälle in das neue System impor­tiert. IT-​Experte Tobias Schellhorn von der Stabsstelle Digitalisierung sorgte mit sei­nem Team dafür, dass die Corona-​Daten rei­bungs­los vom dama­li­gen Datenmanagement auf die neue Software über­spielt wurden.

Mit SORMAS kön­nen wir nun auch auto­ma­ti­sierte Lageberichte und Fallzahlen zur Verfügung stel­len“, erläu­tert Schellhorn. „Die 6,2 Millionen Zugriffe auf unser Open-​Data-​Portal zwi­schen September und Januar zei­gen das große Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit.“ Da das Programm ver­schie­dene Prozesse in Echtzeit erfasst, bie­tet es zugleich eine gut vali­dierte Datengrundlage. „Wir erhal­ten zum Beispiel einen Überblick über Infektionsketten oder lokale Häufungen von Infektionen – das hilft allen Beteiligten bei der ste­ti­gen Risikobewertung“, betont Dr. Silvia Eller vom Gesundheitsamt.

Seit der Einführung hat das Gesundheitsamt mehr als 90.000 Aufgaben digi­tal erstellt und bear­bei­tet. Auch die kom­mu­na­len Ordnungsämter wur­den am digi­ta­len Workflow betei­ligt, was zu erheb­li­chen Arbeitserleichterungen führte. Erst wenige Gesundheitsämter in NRW sind dem Beispiel des Rhein-​Kreises gefolgt. Bund und Länder stre­ben jedoch an, SORMAS in Zukunft flä­chen­de­ckend einzuführen.

So sind viele Gesundheitsämter an der Software inter­es­siert – wie zum Beispiel der Hochsauerlandkreis. Darüber hin­aus konnte der Rhein-​Kreis Neuss die bei der Einführung von SORMAS gesam­mel­ten Erfahrungen an Städte wie Krefeld, Düsseldorf und Herne weitergeben.

Kreisdezernent Harald Vieten zeigt sich erfreut, dass der Rhein-​Kreis Neuss bei der Einführung von SORMAS eine Vorreiterrolle in NRW über­nimmt und betont: „Wir haben die gerin­gen Infektionszahlen im letz­ten Sommer genutzt, um die­ses digi­tale Kontaktnachverfolgungs-​Programm erfolg­reich ein­zu­füh­ren. Und wir geben gerne unser Know How an andere Kommunen weiter.“

Die Abkürzung SORMAS steht für „Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System”: Die Software erfasst die bestä­tig­ten Corona-​Fälle und doku­men­tiert kli­ni­sche Details oder Laborbestätigungen unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Die Anwendung wurde ursprüng­lich zur Überwachung der Ebola-​Virus-​Epidemie in West-​Afrika entwickelt.

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