NRW-​Kreise erklä­ren CoronaWarnApp für gescheitert

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – Die NRW-​Kreise for­dern Bund und Land auf, Perspektiven für die Zeit nach dem Lockdown zu schaf­fen: Statt der geschei­ter­ten CoronaWarnApp ist umge­hend eine neue CoronaAppPlus ein­zu­füh­ren, die echte Kontaktnachverfolgung ermög­licht und Lösungen für Lockerungen eröffnet.

Aufgrund der aktu­el­len Pandemie-​Lage fand die jähr­li­che Klausurtagung des Vorstands des Landkreistags NRW (LKT NRW) im Digitalformat statt. Zentraler Gesprächspartner war NRW-​Gesundheitsminister Karl-​Josef Laumann, mit dem die Landräte über die aktu­el­len Probleme bei den Corona-​Schutzimpfungen, aber auch über Infektionsursachen und über die Beschlüsse der letz­ten Ministerpräsidentenkonferenz sprachen.

Die der­zei­ti­gen Maßnahmen grei­fen. Die Inzidenzzahlen in NRW sin­ken. Wir sind auf einem guten Weg“, betonte der Präsident des Landkreistags NRW, Landrat Thomas Hendele (Kreis Mettmann) im Gespräch mit dem NRW-​Gesundheitsminister. Das Infektionsgeschehen sei über­wie­gend auf Heime und Sammelunterkünfte sowie auf den pri­va­ten Bereich zurück­zu­füh­ren. Er for­derte den Einsatz geziel­ter, ört­lich wir­ken­der Maßnahmen ab Mitte Februar und Perspektiven für die Bevölkerung.

Wir müs­sen die beson­ders vul­nerable Risikogruppe in Alten- und Pflegeeinrichtungen gezielt schüt­zen. Neben mehr Testungen ist ent­schei­dend, dass hier mit hin­rei­chen­dem Impfstoff schnell wei­ter geimpft wer­den kann“, hob Hendele her­vor. Doch ver­lange die aktu­elle Lage bei den Impfungen wei­ter­hin einen lan­gen Atem.

Außerdem müss­ten alle tech­ni­schen Möglichkeiten genutzt wer­den, die zur Verfügung stün­den. „Die Kontaktnachverfolgung muss stär­ker digi­ta­li­siert wer­den“, sagte Hendele. Damit meine er nicht nur die Gesundheitsämter, in denen digi­ta­les Arbeiten schon vor der Pandemie Standard gewe­sen sei. Die Pandemiebekämpfung müsse viel­mehr einen effek­ti­ven digi­ta­len Ansatz für die Gesamtbevölkerung erhal­ten: „Der Bund muss ein­se­hen, dass die CoronaWarnApp geschei­tert ist“, sagte der Präsident des LKT NRW. Die über 20 Millionen Downloads hät­ten prak­tisch kei­nen erkenn­bar wirk­sa­men Effekt.

Die App muss neu gedacht wer­den, und zwar so, dass sie einen wirk­li­chen Nutzen bringt“, sagte Hendele. Er bekräf­tige die Forderung der NRW-​Kreise nach einer Tracing-​App: „Wir brau­chen eine CoronaAppPlus, mit der Nutzerinnen und Nutzer Daten zur Nachverfolgung von Infektionsketten für die Gesundheitsämter frei­schal­ten können.“

Eine Tracing-​App könne vor allem im schüt­zens­wer­ten pri­va­ten Bereich eine gene­rell anony­mi­sierte Nachverfolgung von Infektionsketten ermög­li­chen. „Sie ist das schnel­lere Werkzeug und würde auch für die Eindämmung der sich schnel­ler ver­brei­ten­den Mutationen gute Dienste leis­ten“, fügte Hendele hinzu.

Eine Tracing-​App hätte aber auch wei­tere Vorteile: „Die Kontaktbeschränkungsmaßnahmen gehen an die Substanz der Menschen, wei­tere Verschärfungen sind kaum denk­bar und auch nicht durch­setz­bar“, warnte Hendele. Eine Tracing-​App könne Perspektiven für kon­trol­lier­bare Lockerungen eröff­nen. Sie wäre auch eine Antwort auf die Nöte vie­ler Branchen wie Kulturschaffende, Veranstalter, Handel und Gastronomie. Auch wenn sie nur ein Baustein in der Pandemie-​Bewältigung sei, könne die CoronaAppPlus ein wich­ti­ger Schritt zu mehr Normalität sein, wenn sie sach­ge­recht umge­setzt werde. Die NRW-​Landrätinnen und Landräte hat­ten bereits im Dezember 2020 bei Bund und Land dafür geworben.

Beim Gespräch mit Minister Laumann stan­den neben der wei­te­ren Digitalisierung der Gesundheitsämter und die aktu­elle Impfstoffknappheit auch die Situation in Kitas und Schulen sowie die Schutzmaßnahmen für Alten- und Pflegeheimen auf der Agenda.

Darüber hin­aus tausch­ten sich die Vorstandsmitglieder des LKT NRW mit dem nordrhein-​westfälischen Wirtschafts- und Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart über die mög­li­che Schnittstellenentwicklung für SORMAS – einer Pandemiebekämpfungs-​Software für Gesundheitsämter – sowie über die Fortführung des 5 G- und Mobilfunkausbaus in NRW aus.

(89 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)