Zurück im Stadtarchiv: 360 Jahre alte Pergamenturkunde

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Robert Schilken, Herausgeber



Kaarst – Sie ist die ein­zige Pergamenturkunde, die im Stadtarchiv Kaarst ver­wahrt wird. Und sie bezeugt den Verkauf des Weckenhofes im Jahr 1661. 

Nun ist die Urkunde aus der Restaurierungswerkstatt des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) ins Stadtarchiv zurück­ge­kehrt. Bürgermeisterin Ursula Baum und Stadtarchivar Sven Woelke nah­men die Urkunde jetzt in Augenschein. „Das ist ein Stück Kaarster Stadtgeschichte. Durch die Restaurierung kön­nen wir die Urkunde zugäng­lich machen und sie dadurch bes­ser für die Nachwelt erhal­ten“, sagte Ursula Baum.

Im Zuge der Restaurierung wurde die Urkunde gerei­nigt, von Rissen befreit, plan­ge­legt und in einem maß­ge­fer­tig­ten Archivkarton mon­tiert. Darüber hin­aus wur­den die anhäng­ten Wachssiegel gerei­nigt und befestigt.

Die Urkunde aus dem Jahre 1661 gibt in vie­len Worten ein im Grundsatz ein­fa­ches Immobiliengeschäft wie­der: den Verkauf des Weckenhofes. Der Weckenhof war einer der ältes­ten Kaarster Höfe. Mit sei­nem Besitz war das Mühlrecht in Kaarst ver­bun­den. Infolge des Nordkanal-​Baus trock­nete der dor­tige Wasserlauf aus. Der dama­lige Hofbesitzer und Kaarster Bürgermeister ließ dar­auf­hin eine neue Mühle an der heu­ti­gen Büdericher Straße errich­ten. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Weckenhof gro­ßen­teils zerstört.

Durch die Restaurierung ist die Handschrift der 360 Jahre alten Verkaufsurkunde wie­der zu ent­zif­fern. Die Urkunde beginnt mit den Worten: „Gerhard Rensing, dero Rechten Doctor, Vogtt zue Liedtberg, Henrich Binger, Dieterich Bendt und Johann Zeuers, vort wir sämptt­li­che Scheffen des Gerichts- und Dingstuels Karst vor­ge­mel­ten Ampts Thuen Kundt, zeu­gen und beken­nen hie­mit öffent­lich vor jedermänniglichen.“

Urkunde mit Bürgermeisterin Ursula Baum (re.) und Stadtarchivar Sven Woelke. Foto: Stadt

Das Stadtarchiv ver­dankt die Urkunde dem Nachlass des Heimatforschers Andreas Pfeiffers, der in den 1960er Jahren zahl­rei­che hei­mat­kund­li­che Beiträge in den Kaarster Mitteilungen ver­fasst hat. Von Pfeiffers Erben wur­den die Unterlagen vor eini­gen Jahren an das Stadtarchiv über­ge­ben. „Die Unterlagen aus dem Nachlass Pfeiffer wer­den in die­sem Jahr kom­plett restau­riert, erschlos­sen und digi­ta­li­siert. Danach ste­hen sie allen Geschichtsinteressierten zur Einsichtnahme im Kaarster Stadtarchiv zur Verfügung“, sagt Stadtarchivar Sven Woelke.

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