Wechsel an der Spitze des Kreisgesundheitsamtes

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – 20 Jahre lang stand Dr. Michael Dörr an der Spitze des Gesundheitsamtes des Rhein-​Kreises Neuss. Ende Januar geht er in den Ruhestand und Barbara Albrecht über­nimmt seine Nachfolge.

Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke dankt Dörr für seine vor­bild­li­che Arbeit und spricht ihm seine Anerkennung aus. „Mit sei­nem Eintritt in den Ruhestand ver­liert die Kreisverwaltung einen ver­sier­ten, sou­ve­rä­nen und zuver­läs­si­gen Amtsleiter“, betont Petrauschke. „In nun­mehr fast einem Jahr der Corona-​Pandemie hat er wie­der ein­mal unter Beweis gestellt, dass er als Amtsarzt auch in kri­ti­schen Situationen stets gelas­sen bleibt und über große Fachkompetenz verfügt.“

Petrauschke freut sich, dass die wich­tige Stelle wie­der mit einer enga­gier­ten und kom­pe­ten­ten Ärztin besetzt wird: „Barbara Albrecht zeich­net sich durch fach­spe­zi­fi­sche Kenntnisse und gro­ßes Organisationsgeschick aus, bei ihr liegt die Amtsleitung in guten Händen.“ Während der Corona-​Pandemie ist sie als Leiterin des Ärzteteams mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur für die Koordination der Termine in den Testzentren und der mobi­len Testungen zustän­dig, son­dern hat auch alle Testergebnisse im Blick und beant­wor­tet medi­zi­ni­sche Fragen von Bürgern und Ärzten.

Außerdem ermit­telt ihr Team bei posi­ti­ven Fällen in Kindertagesstätten und Schulen. Die Medizinerin hebt das Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt her­vor: „Ich bin begeis­tert von der guten Stimmung und dem Einsatzwillen in unse­rem Corona-​Team, auch wenn die Arbeit nicht immer ein­fach ist und viele schon seit Monaten am Rande ihrer Kräfte arbei­ten“, sagt Barbara Albrecht.

Durch seine Motivation und Innovationsfreude habe Dr. Dörr zahl­rei­che Impulse für das öffent­li­che Gesundheitswesen im Rhein-​Kreis Neuss gege­ben. „Er hat nicht nur zuver­läs­sig und kom­pe­tent seine ver­ant­wor­tungs­volle Aufgabe aus­ge­übt, son­dern auch zahl­rei­che zukunfts­wei­sende Projekte initi­iert“, sagt Mankowsky. Beispielhaft sind ihn neue Ideen im Kinder- und Jugendgesundheitsbereich sowie die grenz­über­schrei­tende Zusammenarbeit bei Euregio-​Projekten. Mit viel Herzblut habe sich Dörr zum Beispiel für die Bekämpfung mul­ti­re­sis­ten­ter Keime auf eure­gio­na­ler Ebene eingesetzt.

Barbara Albrecht ist Nachfolgerin Dr. Michael Dörr. Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke und Kreisdezernent Karsten Mankowsky (hin­ten v.r.) dank­ten Dr. Michael Dörr und wünsch­ten Barbara Albrecht viel Erfolg für die neue Tätigkeit. Foto: D. Staniek /​Rhein-​Kreis Neuss

An wel­che beson­de­ren Herausforderungen erin­nert sich der Amtsarzt? Dazu sagt Dr. Michael Dörr, der 1984 seine Tätigkeit im öffent­li­chen Gesundheitsdienst im Märkischen Kreis begann, 1996 als stell­ver­tre­ten­der Leiter zum Gesundheitsamt des Rhein-​Kreises Neuss kam und 2001 des­sen Leitung über­nahm: „Meine Arbeit als Amtsarzt war unsag­bar span­nend und abwechs­lungs­reich, aber auch mit einer gro­ßen Verantwortung und häu­fig emo­tio­na­len Beteiligung ver­bun­den.“ Als Beispiele nennt er die Untersuchung einer Ebola-​Verdachtsperson aus Westafrika im Polizeigewahrsam in Grevenbroich unter Vollschutz und den Ausschluss von Milzbrandsporen bei der Beurteilung von wei­ßem Pulver auf einer Festveranstaltung. Auch den Transport von zwei SARS-​verdächtigen ame­ri­ka­ni­schen Touristen zur Uniklinik Düsseldorf hat er noch gut in Erinnerung.

Besonders hebt Dr. Michael Dörr die her­vor­ra­gende Zusammenarbeit mit sei­nen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern her­vor. „Ich habe hier mit einem tol­len und hoch moti­vier­ten Team zusam­men­ge­ar­bei­tet, dadurch konnte ich viele Ideen ver­wirk­li­chen“, sagt er. Insbesondere in Corona-​Zeiten sei die Leistung des Gesundheitsamtes und der ihm zuge­wie­se­nen Mitarbeiter schlicht­weg gigan­tisch. Mehr als 350 Frauen und Männer sind zur­zeit im Gesundheitsamt tätig, sonst sind es rund 100. Viele von ihnen arbei­ten bereits seit Monaten bei der Kontaktnachverfolgung und bei der Unterbrechung von Infektionsketten mit.

Ich bin erstaunt, wel­che Reserven jeder ein­zelne trotz der mona­te­lan­gen Belastung noch mobi­li­sie­ren kann“, betont Dr. Michael Dörr. Der 66-​Jährige hatte seine ursprüng­lich im Frühling 2020 geplante Pensionierung wegen der Corona-​Pandemie ver­scho­ben und freut sich nun, die Amtsleitung an seine kom­pe­tente Nachfolgerin zu übergeben.

(275 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)