Schulministerium bringt Mehrbelastung der Grundschulen auf den Weg

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Klartext​.NRW – Die vom Schulministerium für das Schuljahr 2021/​2022 geplante Umsetzung neuer Lehrpläne für die Grundschulen lehnt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW ab. 

Geplant ist, den Schulen zwei Jahre Zeit für die Umsetzung zu geben. Dafür ste­hen ihnen zwei zusätz­li­che Pädagogische Tage zur Erarbeitung zur Verfügung. Der VBE betont, dass die Arbeit in den Grundschulen das gesamte Schulpersonal bereits jetzt täg­lich an seine abso­lute Belastungsgrenze bringt und fürch­tet durch die­ses Vorgehen eine wei­tere Verschärfung der Situation.

Die Weiterentwicklung der Lehrpläne befin­det sich aktu­ell in der Verbändeanhörung. Der VBE for­dert mehr Zeit für Kinder und Unterricht statt Lehrplanarbeit.

Dazu erklärt Anne Deimel, stell­ver­tre­tende Landesvorsitzende des VBE:

Dieser Arbeitsauftrag würde den Schulen sehr viel Zeit neh­men, die sie für die Bildungsarbeit mit den Kindern in Nordrhein-​Westfalen drin­gend brau­chen – gerade jetzt. Es fehlt an Personal und Ausstattung, wes­halb viele Schulen schon lange an ihrer abso­lu­ten Belastungsgrenze arbei­ten. Corona for­dert von Schulen und Familien eine zusätz­li­che hohe Flexibilität und enorme Kraftanstrengungen. Schulleitungen leis­ten ihr Bestmögliches, um auf der einen Seite die Bildung für alle Schülerinnen und Schüler zu sichern und auf der ande­ren Seite den Gesundheitsschutz aller zu gewähr­leis­ten. Das Schulministerium ist gefor­dert, die Arbeit der Grundschulen zu unter­stüt­zen, wei­tere Arbeitsaufträge gehen in die völ­lig fal­sche Richtung. Der VBE sagt klar und deut­lich: Lehrplanarbeit in der Primarstufe – Nicht jetzt!“

Masterplan Grundschule sollte hel­fen, nicht belasten!

Noch im August wurde der lange ange­kün­digte Masterplan Grundschule vor­ge­stellt. Er beinhal­tet sowohl die Aktualisierung der Lehrpläne als auch Punkte zur Entlastung. Der VBE for­dert, die ange­dach­ten Punkte zur Entlastung schnellst­mög­lich nach­zu­bes­sern und umzusetzen.

Dazu erklärt Stefan Behlau, Landesvorsitzender des VBE NRW:

Nachdem Corona die Versäumnisse der Bildungspolitik scho­nungs­los offen­legte, ist es nicht nur für die Schulen nicht nach­voll­zieh­bar, wenn jetzt zunächst mehr zusätz­li­che Aufgaben für die Grundschulen auf den Weg gebracht wer­den. Grundschulen benö­ti­gen drin­gend aus­rei­chend ori­gi­när aus­ge­bil­dete Lehrkräfte. Um die zu gewin­nen, braucht es best­mög­li­che Arbeitsbedingungen und ange­mes­sene Anreize, aber sicher­lich kein Arbeiten am Limit.“

Eine zeit­ge­mäße Bildung kann nur ver­wirk­licht wer­den, wenn die feh­len­den, jedoch abso­lut not­wen­di­gen per­so­nel­len, säch­li­chen, räum­li­chen und finan­zi­el­len Ressourcen zur Verfügung stehen.

Der VBE erwar­tet, dass die Landesregierung in der aktu­el­len Situation nicht auf der Durchführung von par­tei­po­li­ti­schen Vorhaben beharrt. Die Implementierung neuer und ver­än­der­ter Lehrpläne steht jeder Landesregierung zu. Die Aufgabe unse­rer Schul- und Bildungsministerin als Dienstherrin der Lehrkräfte in NRW beinhal­tet aber auch, pas­sende Zeitpunkte zu erkennen.

Die aus­führ­li­che Stellungnahme des VBE NRW zu den Lehrplanentwürfen erhal­ten Sie hier.  

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