Kanal- und Straßenbaumaßnahme „Grüner Weg“: römi­sches Legionslager Novaesium – archäo­lo­gi­sche Funde

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss-​Gnadental – Die Ende August begon­nene Kanal- und Straßenbaumaßnahme auf dem „Grüner Weg“ im Vorfeld des römi­schen Legionslagers Novaesium in Gnadental ist auf­grund der Qualität der archäo­lo­gi­schen Funde dort neu geplant worden. 

Das ist das Ergebnis einer gemein­sa­men Abstimmung von Infra-​Struktur Neuss (ISN), Tiefbaumanagement Neuss (TMN), Stadt Neuss, den betei­lig­ten Baufirmen und dem Amt für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR).

Die in den ver­gan­ge­nen Wochen auf­ge­deck­ten archäo­lo­gi­schen Befunde seien von sehr hoher Qualität und bes­tens geeig­net, die Lebensumstände der Römer in der dama­li­gen Zeit erklär­bar zu machen, so der LVR. In einer Tiefe von zwi­schen einem und zwei Metern befin­den sich kom­plexe archäo­lo­gi­sche Kulturschichten und Befunde, die durch den bestehen­den Altkanal über­ra­schend wenig ge- stört und daher umfang­rei­cher als erwar­tet erhal­ten sind.

Dieses archäo­lo­gi­sche Archiv der Neusser Frühzeit geht in sei­ner Bedeutung für die römi­sche Militärgeschichte und die Kulturlandschaftsgeschichte des Niederrheins weit über die Stadt Neuss hin­aus. Es ist im Weltkulturerbemaßstab zu sehen,“ so Martin Vollmer-​König, Abteilungsleiter Denkmalschutz beim LVR-​Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland.

Um die­ses umfas­send zu doku­men­tie­ren und gleich- zei­tig die zeit­li­che Verlängerung der Baumaßnahme über die ursprüng­lich kal­ku­lier­ten zwei Jahre hin­aus so gering wie mög­lich zu hal­ten, haben sich alle Beteiligten ein­ver­nehm­lich auf ein neues Vorgehen verständigt.

Archäologie schrei­tet voran
Die Kanal- und Straßenbauarbeiten wer­den ab sofort von den archäo­lo­gi­schen Arbeiten ent­kop­pelt. So sol­len zum einen Stillstandzeiten beim Kanal- und Straßenbau mini­miert und gleich­zei­tig der gesetz­li­chen Verpflichtung nach­ge­kom­men wer­den, das archäo­lo­gi­sche Kulturgut fach­ge­recht zu unter­su­chen, zu doku­men­tie­ren und zu bergen.

Unterstützung erhält die mit der Archäologie beauf­tragte Fachfirma vor Ort durch das eben­falls beauf­tragte Tiefbauunternehmen. Ungleiche Geschwindigkeiten hat­ten in den ers­ten Wochen der Baummaßnahme zu Stillstandzeiten geführt. Diese sol­len nun ver­mie­den wer­den, indem der Tiefbau erst die Voraussetzungen für eine vor­ge­la­gerte Archäologie schafft und dann zu einem spä­te­ren Zeitpunkt, wenn die archäo­lo­gi­schen Untersuchungen ent­spre­chend wei­ter vor­an­ge­schrit­ten sind, die eigent­li­chen Kanalarbeiten auf­neh­men wird.

Zudem ver­spre­chen sich alle Beteiligten eine Beschleunigung der archäo­lo­gi­schen Arbeiten dadurch, dass die Untersuchungsabschnitte ver­grö­ßert und zwei Abschnitte gebil­det werden.

Eine ver­läss­li­che Prognose, um wel­chen Zeitraum sich die ursprüng­lich mit zwei Jahren kal­ku­lierte Baumaßnahme ver­län­gert, ist noch nicht mög­lich. Es ist damit zu rech­nen, dass sich durch die Entzerrung der Tätigkeiten die Parksituation in den jewei­li­gen Abschnitten auf dem Grüner Weg vor­über­ge­hend ver­schlech­tert. Dies kann auch dazu füh­ren, dass Einfahren zu Grundstücken nur ein­ge­schränkt mög­lich sein werden.

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