Kreisveterinäramt emp­fiehlt: Haustiere nicht zu Weihnachten verschenken

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Rhein-​Kreis Neuss – Ein Haustier als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum – davon rät Dr. Frank Schäfer, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelamtes, ab.

Wer ein Tier ver­schenkt, sollte sich der beson­de­ren Verantwortung bewusst sein“, betont Dr. Schäfer. „Wir erle­ben immer wie­der, dass Tierbesitzer schnell über­for­dert sind, weil das neue Familienmitglied nicht nur Spaß und Freude bedeu­tet, son­dern auch eine große Verantwortung.“

Dies stell­ten auch Haustierbesitzer fest, die sich im ver­gan­ge­nen Jahr coro­nabe­dingt zum Beispiel einen Hund anschaff­ten. „Viele haben dann schnell gemerkt, dass solch ein Haustier mehr Arbeit ist als zunächst ange­nom­men“, sagt der Veterinär. Deshalb warnt er davor, Haustiere spon­tan nur vor dem Hintergrund der aktu­el­len Situation anzu­schaf­fen. „Homeoffice und auch Kurzarbeit erleich­tern die Tierhaltung, doch eine Anschaffung ist nur dann sinn­voll, wenn unab­hän­gig von der aktu­el­len Coronazeit ein star­ker Wunsch nach einem Haustier besteht“, erläu­tert Dr. Schäfer.

Das Veterinäramt rät, fol­gende Fragen zu klä­ren, bevor ein Tier ins Haus kommt: Passen Tier und Besitzer zusam­men? Erhält zum Beispiel der Hund genug Auslauf? Wer ist im Urlaub für das Tier zustän­dig? Wie hoch sind die lau­fen­den Kosten? Kann das Tier sein Leben lang art­ge­recht unter­ge­bracht wer­den? Wer in einer Mietwohnung wohnt, braucht außer­dem die Erlaubnis des Vermieters.

Tierärztin Dr. Annette Kern vom Kreisveterinäramt berich­tet, dass in den letz­ten Jahren immer wie­der Hunde, Katzen und auch Kaninchen und Meerschweinchen nach Weihnachten in den Tierheimen abge­ge­ben wur­den. Vorher lagen sie als Weihnachtsgeschenk unter dem Tannenbaum. „Wenn das Tier anfängt, anstren­gend zu wer­den, ist ein Umtausch in der Regel aus­ge­schlos­sen. So bleibt für viele lei­der nur die Lösung, das Haustier ins Tierheim zu brin­gen“, so Dr. Kern. Darüber hin­aus müs­sen sie und ihre Kollegen immer wie­der Tierhalteverbote aus­spre­chen – zum Beispiel bei einem Hundehalter, der seine Vierbeiner nicht art­ge­recht hält.

Besonders wich­tig: Käufer soll­ten die Herkunft des Tiers genau ken­nen und prü­fen. Wenn Hunde aus dem Ausland – auch aus der EU – nach Deutschland kom­men, geht das nur, wenn sie gegen Tollwut geimpft sind und außer­dem einen Heimtierausweis und einen Mikrochip haben. Die Impfung gegen Tollwut darf frü­hes­tens mit 12 Wochen erfol­gen und wirk­sam ist sie erst nach 21 Tagen. Das bedeu­tet, dass der Hund bei der Reise nach Deutschland min­des­tens 15 Wochen alt sein muss.

Dr. Schäfer weist dar­auf hin, dass in der Coronazeit viele Hunde im Internet oder über pri­vate Vermittlungen ver­kauft wur­den, die aus dem Ausland kamen und die genann­ten Bedingungen nicht erfüll­ten. „Beim ers­ten Tierarztbesuch in Deutschland fiel auf, dass der Hund keine Tollwutimpfung hatte“, so der Tiermediziner. „Die Meldung ging bei uns ein und wir muss­ten dann dafür sor­gen, dass der Hund in eine mehr­wö­chige Quarantäne ins Tierheim kam.“ Interessenten soll­ten sich nicht durch nied­li­che Bilder ver­füh­ren las­sen und auf kei­nen Fall Tiere unbe­kann­ter Herkunft übernehmen.

Für Dr. Frank Schäfer steht fest, dass die Feiertage nicht der geeig­nete Zeitpunkt sind, um ein Tier an seine neue Umgebung zu gewöh­nen. Er emp­fiehlt: „Viel sinn­vol­ler ist es, wenn die Familie nach den Feiertagen in aller Ruhe gemein­sam nach einem neuen Familienmitglied Ausschau hält.“ Zum Beispiel Tierheime und Tierschutzvereine ver­mit­teln unzäh­lige Tiere, die auf ein lie­be­vol­les und art­ge­rech­tes Zuhause warten.

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