Klartext​.NRW – Düngeregulierung: Planungssicherheit für die Düngesaison 2021 in Sicht

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Klartext​.NRW – Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit: Derzeit lau­fen die Berechnungen und Modellierungen zur Umsetzung des neuen Düngerechts sowie der hierzu von Bund und Ländern ver­ab­schie­de­ten all­ge­mei­nen Verwaltungsvorschrift.

Nach aktu­el­lem Zwischenstand sind ins­ge­samt rund 350.000 Hektar als nitrat­be­las­tete Gebiete ein­zu­stu­fen, in denen im kom­men­den Jahr zusätz­li­che Anforderungen an die Düngung und den Grundwasserschutz umzu­set­zen sind. Demnach liegt die erwar­tete künf­tige Gesamtkulisse nach Anwendung der Verwaltungsvorgaben 70 Prozent unter der zu Jahresbeginn poten­zi­ell betrof­fe­nen Gesamtkulisse (rund 1,2 Millionen Hektar).

Die erfor­der­li­che Planungssicherheit der Landwirtinnen und Landwirte zur Ausweisung der neuen Kulisse für zusätz­li­che Düngeanforderungen ist in Sichtweite. Wir wer­den bis Jahresende die­je­ni­gen nitrat­be­las­te­ten Flächen feld­block­scharf neu aus­wei­sen und ver­öf­fent­li­chen, in denen wei­tere Maßnahmen zum Gewässerschutz umzu­set­zen sind. Bis auf wenige noch erfor­der­li­che Anpassungen wer­den diese Karten die Gebietskulisse für das kom­mende Jahr aus­wei­sen. Rechtzeitig vor Beginn der Hauptdüngesaison 2021 wird Klarheit herr­schen“, erläu­tert Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann.

Grundlagen für die noch lau­fen­den Berechnungen sind die in den neuen Bundesvorgaben vor­ge­se­he­nen Möglichkeiten einer Binnendifferenzierung sowie wei­te­rer emis­si­ons­ba­sier­ter Modellierungen. Einen ers­ten Schritt zur sach­ge­rech­ten Neufassung der Gebietskulisse für „rote Grundwasserkörper“ hatte Nordrhein-​Westfalen bereits im März 2020 im Zuge der Novelle der Landesdüngeverordnung voll­zo­gen. Nach Anwendung aktu­el­ler Monitoring-​Ergebnisse und einer immis­si­ons­ba­sier­ten Differenzierung, ver­rin­gerte sich die zu betrach­tende Fläche von 830.000 Hektar zu Jahresbeginn auf zwi­schen­zeit­lich rund 300.000 Hektar. Nach Umsetzung der neuen Vorgaben der Verwaltungsvorschrift sind nun­mehr etwa 280.000 Hektar betroffen.

Hinzu kom­men, auf­grund neuer Forderungen der EU-​Kommission, erst­mals auch Teilflächen in grü­nen Grundwasserkörpern – und zwar dann, wenn an ein­zel­nen Messstellen Grenzwertüberschreitungen auf­tre­ten (rote Messstellen in grü­nen Grundwasserkörpern). Nach Anwendung von Differenzierung und Modellierung sind dem­nach zusätz­lich etwa 70.000 Hektar als belas­tete Flächen auszuweisen.

Schaut man auf den Anteil der in Nordrhein-​Westfalen land­wirt­schaft­lich genutz­ten Fläche von ins­ge­samt rund 1,5 Millionen Hektar (2019), sind nach der­zei­ti­gem Stand somit knapp ein Viertel (350.000 Hektar) der land­wirt­schaft­li­chen Nutzfläche als nitrat­be­las­tete Gebiete auszuweisen.

Die Berechnungen und Modellierungen wer­den durch­ge­führt durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Als ein Teilschritt aus­ste­hend ist der­zeit noch eine wei­tere – auf Messstellen bezo­gene – Abgrenzung von Teilflächen inner­halb der roten Grundwasserkörper (grüne Messstellen in roten Grundwasserkörpern). Diese soll bis spä­tes­tens Ende Februar 2021 abge­schlos­sen sein. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass dadurch die belas­te­ten Teilflächen in den roten GWK noch etwas wei­ter redu­ziert werden.

Wir arbei­ten mit Hochdruck an der Finalisierung der Kulisse. Wir sind auf der Zielgeraden. Doch bei allen Rufen, wir mögen die Feldblöcke so schnell wie mög­lich final aus­wei­sen, ist es mir wich­tig, dass wir alle Modellierungsschritte genau und valide durch­lau­fen. Nur so schaf­fen wir recht­lich und pra­xis­taug­lich Planungssicherheit“, so Staatssekretär Bottermann. 

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