Kreishandwerkerschaft: Tischler Richard Helten aus Neuss-​Hoisten erhielt den Goldenen Meisterbrief

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss-​Hoisten – Es war eine Überraschung, und die gelang voll und ganz: Mit dem Goldenen Meisterbrief wurde jetzt der Neusser Tischlermeister Richard Helten (72) ausgezeichnet.

Die Urkunde der Handwerkskammer Düsseldorf über­reichte ihm zuhause in Neuss-​Hoisten der stell­ver­tre­tende Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, Klaus Koralewski.

Richard Helten, 1948 auch im Stadtteil Hoisten gebo­ren, absol­vierte im November 1970 seine Meisterprüfung in Düsseldorf. „Ich war mit 22 Jahren damals der jüngste Meister im Kammerbezirk“, sagt der Jubilar. 1975 über­nahm er von sei­nem Vater Matthias die Tischlerei, die wie­derum des­sen Vater 1903 gegrün­det hatte. Zuletzt war der Betrieb, den es heute nicht mehr gibt, an der Straße Am Hagelkreuz. Dort wurde auch 2003 das 100-​jährige Bestehen gefei­ert. Mit 63 Jahren ging Helten in den Ruhestand.

Der sakrale Innenausbau in Kirchen, Klöstern und Kapellen war Heltens Spezialbereich als Tischler, am Anfang zusam­men mit sei­nem Vater. In über 120 Kirchen und Klöstern in der Region arbei­tete er, baute Schränke für die Sakristei, fer­tigte Altäre, Beichtstühle und Bänke für den Kircheninnenraum. „Mein Meisterstück war damals ein Altar mit Ambo. Beides steht heute noch in der Kirche St. Michael in Neuss, und zwar in Norf-​Derikum“, erzählt Richard Helten. Und was war sein wert­volls­ter Auftrag?

Helten muss nicht lange über­le­gen: „Das waren 14 neue Kirchenbänke für die Kirche in Neuss-​Grefrath. Ich habe die Original-​Bänke im neu­go­ti­schen Stil nachgebaut.“

Auch die Kapelle des Johanna-​Etienne-​Krankenhauses in Neuss hat er ein­ge­rich­tet. Zum sakra­len Innenausbau war Richard Helten gekom­men, nach­dem sein Vater einen schwe­ren Unfall hatte und danach einen neuen Arbeitssschwerpunkt suchte.

Neben sei­ner Tätigkeit als Tischlermeister war Richard Helten auch ehren­amt­lich stark enga­giert. Er arbei­tete jahr­zehn­te­lang im Vorstand der Tischler-​Innung Neuss mit, bei­spiels­weise im Innungsausschuss „Handwerk pro Schule“. Daneben war sein gro­ßes Hobby die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr. „Da war ich auch Ortsbrandmeister“, berich­tet Helten. Heute noch ist er pas­si­ves Mitglied. Er enga­gierte sich in der Kommunalpolitik, akti­ves Mitglied ist er heute noch im Schützenverein.

Zur Überreichung des Goldenen Meisterbriefes kamen auch frü­here Mitarbeiter – coro­nabe­dingt nach­ein­an­der und unter Einhaltung der Corona-​Regeln. „Einer der Mitarbeiter war ins­ge­samt 42 Jahre im Betrieb dabei“, sagt Helten. „Es war wirk­lich eine schöne Überraschung. Ich habe mich sehr gefreut.“

Mit dem Goldenen Meisterbrief wurde Richard Helten (r.) aus­ge­zeich­net. Klaus Koralewski (l.) von der Kreishandwerkerschaft Niederrhein über­reichte ihm die Urkunde bei einem Überraschungsbesuch, den die Kinder des Jubilars, Markus Helten und Christina Gärtner (auf der Treppe), orga­ni­siert hat­ten. Foto: Kreishandwerkerschaft
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