Presserat rügt „Rheinische Post“ – Berichterstattung Kindsmord in Solingen: Verletzung der Menschenwürde

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Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – Der Deutsche Presserat hat die „Rheinische Post“, neben wei­te­ren Publikationen, für ihre Berichterstattung über den mehr­fa­chen Kindsmord in Solingen gerügt.

Der Presserat sah in den Veröffentlichungen des pri­va­ten Chatverlaufs zweier Kinder vor dem Hintergrund eines trau­ma­ti­sie­ren­den Ereignisses eine Verletzung ihrer Menschenwürde nach Ziffer 1 des Pressekodex. 

Die Redaktionen ver­stie­ßen zudem gegen Ziffer 11, Richtlinie 11.1 des Pressekodex, wonach über einen see­lisch lei­den­den Menschen nicht in einer über das öffent­li­che Interesse hin­aus­ge­hen­den Art und Weise berich­tet wer­den soll. Nach Richtlinie 11.2 hät­ten die Redaktionen das Informationsinteresse der Öffentlichkeit gegen die Interessen der Opfer und Betroffenen sorg­sam abwä­gen müs­sen.

Die „Berichterstattung” in der Rheinischen Post ging so weit, dass höchst pri­vate Mitteilungen ver­öf­fent­licht wurden:

.. Passagen aus einem WhatsApp-​Chat zwi­schen dem ein­zi­gen über­le­ben­den elf­jäh­ri­gen Sohn und des­sen zwölf­jäh­ri­gen Freund bzw. einer Freundin ver­öf­fent­licht.

Bereits 2015 hatte der Presserat, im Zusammenhang mit dem Unglück der Germanwings-​Maschine (150 Tote), eine Rüge gegen die Rheinische Post ausgesprochen.

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