Jüchen – Zoll: Illegale Produktionsstätten zur Herstellung von Wasserpfeifentabak ausgehoben

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Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW, Jüchen – Die Zollfahndung München hat bei ins­ge­samt zehn Hausdurchsuchungen in Nordrhein-​Westfalen zwei Betriebsstätten zur ille­ga­len Herstellung von Wasserpfeifentabak in Jüchen und Mönchengladbach entdeckt. 

Die zum Mischen der Zubereitungen erfor­der­li­chen Gerätschaften und Grundstoffe waren in einer still­ge­leg­ten Gärtnerei und einem ehe­ma­li­gen Bauernhof untergebracht.

Dort wurde durch Vermengen von Rauchtabak, Aromastoffen, Melasse und Glycerin Wasserpfeifentabak ver­schie­de­ner Geschmacksrichtungen her­ge­stellt. Anschließend wurde das selbst gefer­tigte Produkt in Schachteln nam­haf­ter Hersteller abge­packt, um dem Endabnehmer ein ein­wand­freies Markenprodukt vor­zu­täu­schen. Gelegentlich kam es vor, dass das Endprodukt für Großabnehmer ein­fach nur in Eimer abge­füllt und als Mayonnaise getarnt mit­un­ter bis nach Belgien ver­schickt wurde.

Im Fokus der Zollfahnder steht eine im Großraum Mönchengladbach ange­sie­delte acht­köp­fige syrisch­stäm­mige Tätergruppierung im Alter zwi­schen 25 und 64 Jahren, dar­un­ter ein Vater und seine vier Söhne. Arbeitsteilig und struk­tu­riert gin­gen die Tatverdächtigen bei der Anmietung der Betriebsstätten, der Beschaffung der Grundstoffe sowie bei der Herstellung, aber auch dem anschlie­ßen­den Vertrieb der Endprodukte, vor, wobei sich der ältere der Brüder, ein 42-​Jähriger aus Mönchengladbach, als Rädelsführer des Gesamtkonstrukts erwies.

Am Tag der Durchsuchung wur­den neben rund 25.000 Euro Bargeld mehr als 1.600 Kilogramm Wasserpfeifentabak unter­schied­li­cher Geschmacksrichtungen sicher­ge­stellt, der sowohl noch in Behältnissen zum Mischen als auch schon fer­tig abge­packt in Jüchen und Mönchengladbach vor­ge­fun­den wurde. Daneben wurde Verpackungsmaterial zweier nam­haf­ter Hersteller von Wasserpfeifentabak vor­ge­fun­den, das für rund 50 Tonnen Fertigerzeugnisse aus­ge­reicht hätte. Die Ermittler gehen der­zeit davon aus, dass es sich dabei um Fälschungen handelt.

Für den Abtransport der Gerätschaften und der Erzeugnisse waren vier Lastkraftwagen des Technischen Hilfswerks (Ortsverbände Mönchengladbach und Grevenbroich) not­wen­dig, das bis in den spä­ten Nachmittag bei den Sicherstellungen und dem Abtransport der Beweismittel die Zollfahndung tat­kräf­tig unterstützte.

Das erlaubnis- und steu­er­pflich­tige Herstellen des Wasserpfeifentabaks ist sei­tens der Tatverdächtigen dem Zoll vor­ent­hal­ten wor­den, wodurch schon im Verlauf der seit 2018 andau­ern­den Ermittlungen ein Steuerschaden (Tabaksteuer) von meh­re­ren Zehntausend Euro ent­stan­den sein dürfte.

Die sei­ner­zeit beim Zollfahndungsamt München auf­grund von Hinweisen ein­ge­lei­te­ten Ermittlungen wegen Verdachts der gewerbs­mä­ßi­gen Steuerhehlerei über­nahm in der Folge die Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach. Am Tag der Durchsuchung waren rund 90 Kräfte der Zollfahndungsämter München und Essen, des Zollkriminalamts sowie des Hauptzollamts Duisburg im Einsatz.

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