Klartext​.NRW – Nachweis der Geflügelpest bei einer Wildgans im Kreis Kleve

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Klartext​.NRW – Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit: In Deutschland sind seit Ende Oktober zahl­rei­che Geflügelpestfälle bei Wildvögeln an der Nord- und Ostseeküste sowie in Hamburg aufgetreten. 

Auch in den benach­bar­ten Niederlanden wurde die Erkrankung bei Wildvögeln und auch bereits in Nutzgeflügelbeständen nach­ge­wie­sen. Nun hat das Friedrich-​Loeffler-​Institut (FLI; Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) auch den ers­ten Ausbruch der Geflügelpest in Nordrhein-​Westfalen bei einer Wildgans im Kreis Kleve fest­ge­stellt. Die ver­en­dete Wildgans war in den Rheinauen auf­ge­fun­den worden.

Damit müs­sen die nordrhein-​westfälischen Geflügelhalter jetzt noch wach­sa­mer sein. Nur kon­se­quent ein­ge­hal­tene Biosicherheitsmaßnahmen kön­nen Hausgeflügelbestände effek­tiv vor einer Eintragung des Erregers schüt­zen. Eine Aufstallungspflicht wird zum jet­zi­gen Zeitpunkt für Nordrhein-​Westfalen noch nicht angeordnet.

Derzeit steht in Nordrhein-​Westfalen noch die Prävention im Vordergrund“, erläu­tert Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann. Für Menschen sei das Virus im Regelfall unge­fähr­lich. Bei inten­si­vem Kontakt mit infi­zier­tem Geflügel kann eine Möglichkeit der Ansteckung nicht gänz­lich aus­ge­schlos­sen werden.

Zur Vermeidung der Einschleppung von Geflügelpest in Geflügelhaltungen sind alle Halterinnen und ‑hal­ter dazu auf­ge­ru­fen, die in der Geflügelpest-​Verordnung vor­ge­schrie­be­nen Biosicherheitsmaßnahmen kon­se­quent umset­zen. Hierzu gehört unter ande­rem, dass Tiere nur an für Wildvögel unzu­gäng­li­chen Stellen gefüt­tert wer­den dür­fen. Zudem darf kein Oberflächenwasser für das Tränken der Tiere genutzt wer­den, zu dem Wildvögel Zugang haben. Futter, Einstreu und sons­tige Gegenstände, mit denen das Geflügel in Berührung kom­men kann, müs­sen für Wildvögel unzu­gäng­lich auf­be­wahrt werden.

Bei erhöh­ten Tierverlusten im Bestand ist die­ser unver­züg­lich tier­ärzt­lich zu unter­su­chen, um das Krankheitsgeschehen abzu­klä­ren und eine Infektion mit Geflügelpestviren aus­zu­schlie­ßen. Sollten Geflügelhaltungen bis­lang nicht bei der Tierseuchenkasse Nordrhein-​Westfalen regis­triert sein, sollte dies schnells­tens nach­ge­holt wer­den. Bürgerinnen und Bürger wer­den dar­über hin­aus gebe­ten, wei­tere Funde von ver­en­de­ten wild­le­ben­den Wasservögeln oder Greifvögeln dem Veterinäramt des jewei­li­gen Kreises und der kreis­freien Stadt zu melden.

In den bereits ein­ge­rich­te­ten Risikogebieten in Nordrhein-​Westfalen, in denen bekann­ter­ma­ßen zahl­rei­che Wildvögel über­win­tern, wer­den gezielt Kotproben und Tierkadaver ein­ge­sam­melt und unter­sucht. Am 6. November hatte das Ministerium Kreise und Städte auf­ge­for­dert, eine Risikobewertung nach den Vorgaben der Geflügelpest-​Verordnung durch­zu­füh­ren. Die Risikobewertung ist eine wesent­li­che Voraussetzung für wei­ter­ge­hende Anordnungen wie zum Beispiel einer Stallpflicht für Freilandgeflügel durch das Veterinäramt.

Hintergrund Aviäre Influenza

Die Aviäre Influenza, auch Vogelgrippe genannt, ist eine durch Viren aus­ge­löste Infektionskrankheit, die ihren natür­li­chen Reservoirwirt im wil­den Wasservogel hat. Die Geflügelpest ist eine beson­ders schwer ver­lau­fende Form der aviä­ren Influenza. Sie wird durch sehr viru­lente (hoch­pa­tho­gene) Stämme aviä­rer Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 her­vor­ge­ru­fen. Alle Nutzgeflügelarten, aber auch viele Zier- und Wildvogelarten sind hoch­emp­fäng­lich für die Infektion.

Bei Hühnern und Puten wer­den die höchs­ten Erkrankungs- und Sterberaten beob­ach­tet – teil­weise bis zu 100 Prozent. Wasservögel erkran­ken sel­te­ner und oft weni­ger schwer, schei­den aber den­noch das Virus aus und kön­nen als Reservoir für Ansteckungen die­nen. Die Geflügelpest ist eine anzei­ge­pflich­tige Tierseuche und wird daher staat­lich bekämpft. Die Grundlage für Präventions- und für Bekämpfungsmaßnahmen ist die Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest.

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