Dormagen – LVR för­dert Ausstellungskonzept für die Welterbestätte „Durnomagus“

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Auf dem Weg zum Welterbe kann die Stadt Dormagen einen ersten Erfolg verzeichnen. Das Ausstellungskonzept, mit dem das einstige Römerkastell in der Innenstadt erlebbar gemacht werden soll, wurde von der Landschaftsversammlung Rheinland als förderwürdig beurteilt.

Der zuständige Landschaftsausschuss gewährte im Rahmen der Kulturpflege einen Zuschuss von insgesamt 200.000 Euro in den nächsten beiden Jahren. „Das hilft uns sehr, wenn die UNESCO Mitte 2021 hoffentlich beschließt, den Niedergermanischen Limes entlang der antiken Reichsgrenze zum Welterbe zu erheben“, sagt Kulturdezernentin Ellen Schönen. Dormagen wäre dann als einer von 27 besonderen Fundorten in Nordrhein-Westfalen dabei. Der städtische Kulturausschuss hatte daher im März 2019 den Auftrag erteilt, ein Präsentationskonzept für die künftige Welterbestätte zu erarbeiten.

„In Abstimmung mit den anderen Ausstellungsorten wird es bei uns in Durnomagus um das Kernthema Ross und Reiter gehen“, erläutert der städtische Denkmalschutzbeauftragte Harald Schlimgen. Mitten in der heutigen Innenstadt war seit etwa 85 n. Chr. eine Reitereinheit mit 480 Soldaten stationiert – eine so genannte Ala. Diese bewachte als schnelle Eingreiftruppe die Rheingrenze. Das dazugehörige Kastell erstreckte sich über eine Fläche von rund drei Hektar und ist besonders gut erforscht.

Archäologen entdeckten hier, dass sich die Pferdeställe mit in den Wohnbaracken befanden. Mensch und Tier lebten unter einem Dach. Mit dieser Erkenntnis, die aus den Ausgrabungen von Dr. Gustav Müller in den 1970er Jahren resultierte, wurde Dormagen in Fachkreisen international bekannt.

Im Rahmen des Welterbe-Konzepts soll die vorhandene Römerausstellung im ersten Obergeschoss des Historischen Rathauses erweitert werden. Auch der Eingangsbereich und zwei weitere Räume im Erdgeschoss sollen in die Präsentation einbezogen werden. Die Besucher werden sich hier über den Niedergermanischen Limes allgemein informieren können.

Doch vor allem geht es um die Ausbildung und Ausrüstung der in Dormagen stationierten Reiter, die Versorgung von Mensch und Tier durch die umgebende Landwirtschaft, das Alltagsleben im Kastell und auch dessen bauliche Geschichte. „Wir werden hier viele spannende Details bieten können – so etwa, dass die Reiter damals trainierten, in voller Montur auf ein rennendes Pferd aufzuspringen“, berichtet Schlimgen.

Um das Leben im Lagerdorf, das zu dem Kastell gehörte, dreht sich dagegen die Ausstellung im Römerkeller unter dem katholischen Pfarrzentrum St. Michael. Sie ist in den 1980er Jahren entstanden und soll ebenfalls komplett neugestaltet werden. Die Besucher können hier mehr über das kulturelle Miteinander von Römern und Einheimischen, die religiösen Bräuche, alltägliche Gebrauchsgegenstände und auch die einstige Militärziegelei auf dem heutigen Gelände des Freibads „Römer-Therme“ erfahren.

Unabhängig von Öffnungszeiten können die Besucher das Welterbe außerdem in einem kleinen „Römerpark“ erleben. Dieser soll um die vorhandene „Römer-Wand“ neben dem Historischen Rathaus entstehen. Auch spielerische Elemente für Kinder wie etwa eine „archäologische Buddelzone“ sind hier vorgesehen.

Die Gesamtkosten des Projekts sind mit 484.000 Euro veranschlagt. Der Landschaftsverband Rheinland wird davon mehr als 40 Prozent übernehmen. „Auch das ist ein fachliches Kompliment für alle Mitwirkenden, zumal für die Kulturpflege in der Regel weitaus mehr Förderanträge vorliegen, als Geld vorhanden ist“, sagt Krumbein. Die Stadtverwaltung wird dem Rat im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2021 vorschlagen, den Eigenanteil von 284.000 Euro zu bewilligen.

Grafiken: res d

 

Das ist der Arbeitskreis für das römische Welterbe:

Ehrenamt und Hauptamt wirken bei den Planungen für das Welterbe eng zusammen. Dem Arbeitskreis, der das Projekt vor Ort betreut, gehören Sascha Wichmann, Natale G. Cincinnati, Reinhard Rehse (alle Geschichtsverein Dormagen), die Archäologin Dr. Marion Roehmer und ihr Kollege Jost Auler, die beiden ehrenamtlichen Denkmalpflegebeauftragten Norbert Grimbach und Hermann Kienle sowie Lidia Wygasch-Bierling vom Stadtmarketing und der städtische Denkmalschutzbeauftragte Harald Schlimgen als Koordinator des Welterbeprojekts an.

(33 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)