Zwölf Dormagener Notfallsanitäter und ‑assis­ten­ten absol­vier­ten ein Fahrsicherheitstraining

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Dormagen – Mit Vollgas rast der Wagen über die Fahrbahn. Die Straße ist vom gerade gefal­le­nen Regen noch sehr nass. Der Fahrer bremst stark, das Auto droht aus­zu­bre­chen. Doch Stephan Schwind gelingt es, den Wagen wie­der unter Kontrolle zu bringen. 

Schwind und elf sei­ner Kollegen sind Notfallsanitäter und ‑assis­ten­ten von der Feuerwache in Dormagen. Sie absol­vier­ten Anfang Oktober ein Fahrsicherheitstraining auf dem ADAC-​Übungsplatz in Grevenbroich.

Jeweils zwei Rettungskräfte fah­ren in einem der fünf Kleinbusse der Feuerwehr sowie zwei Teams in bau­glei­chen SUVs wie die Dormagener Notarzteinsatzfahrzeuge. Diese wur­den vom Autohaus Kniest in Dormagen für den Trainingstag kos­ten­los zur Verfügung gestellt. „Somit konn­ten wir genau mit den Fahrzeugen trai­nie­ren, die wir auch im Einsatz fah­ren. Das hilft unge­mein“, erläu­tert Stephan Schwind, Ausbildungsleiter des Dormagener Rettungsdienstes. Fahrer und Beifahrer wech­seln sich ab, zudem wird bei den Fahrzeugen rol­liert. Auf dem Programm ste­hen Bremsübungen auf unter­schied­li­chen Untergründen, Ausweichen von plötz­lich auf­tau­chen­den Hindernissen und das Abfangen eines schleu­dern­den Fahrzeugs.

Bei den soge­nann­ten Blaulichtfahrten bege­ben wir uns oft­mals in Gefahr – wir müs­sen aus­sche­ren­den Fahrzeugen oder plötz­lich auf­tau­chen­den Passanten aus­wei­chen, zügig durch Kurven fah­ren und Kreuzungen bei Rot über­que­ren. Da muss man sein Fahrzeug schon sehr gut ken­nen, um die Kontrolle zu behal­ten“, erläu­tert Achim Mittnacht, Leiter des Dormagener Rettungsdiensts. „Deshalb ist solch ein Fahrsicherheitstraining eine her­vor­ra­gende Übung für den Ernstfall.“

Der Wunsch wurde schon län­ger laut in den Reihen der Notarztwagenfahrerinnen und ‑fah­rer. „Gerade die jün­ge­ren Kollegen, die weni­ger Erfahrung haben, gewin­nen durch solch ein Training enorm an Sicherheit“, erläu­tert Mittnacht. Der Leiter des Rettungsdienstes setzte sich dafür ein, dass alle 94 haupt­amt­li­chen Kräfte das Fahrsicherheitstraining absol­vie­ren kön­nen. Mit Erfolg. In den kom­men­den drei Jahren sol­len alle Notfallsanitäter und Notfallassistenten die Möglichkeit erhal­ten. „Einen Zuschuss dafür gibt es von der Unfallkasse NRW“, sagt Mittnacht.

Als nächs­tes steht ein Hindernisparcours an – plötz­lich auf­tau­chende Wasserwände schie­ßen in die Höhe und müs­sen nach einer Vollbremsung sicher umfah­ren wer­den. Bei jeder Runde taucht eine Wand an einer ande­ren Stelle auf, um den Überraschungseffekt her­vor­zu­ru­fen. „Die Wände ste­hen stell­ver­tre­tend bei­spiels­weise für spie­lende Kinder, die plötz­lich hin­ter einem Auto auf die Straße lau­fen“, erläu­tert Mittnacht. Anschließend geht es auf die „Rüttelplatte“. Dort müs­sen die zwölf Notfallsanitäter und ‑assis­ten­ten ihr ins Schleudern gera­te­nes Fahrzeug wie­der auf­fan­gen und unter Kontrolle bringen.

Zwischen den ein­zel­nen Praxisübungen gibt es auch wert­volle Tipps. Die Dormagener Rettungskräfte erfah­ren bei­spiels­weise wie die beste Sitzposition für sie im Fahrzeug ist, was beim Anschnallen mit dicke­rer Kleidung zu beach­ten ist und wie das Lenkrad gehal­ten wer­den sollte. „Oftmals fah­ren viele mit nur einer Hand am Lenkrad – oben auf­lie­gend“, berich­tet der Trainer. „Wenn bei einem Aufprall dann aber der Airbag aus­ge­löst wird, fliegt die Faust dem Fahrer mit­ten ins Gesicht.“

Am Ende des ereig­nis­rei­chen Tages sind die Dormagener Rettungskräfte zwar erschöpft, aber auch sehr zufrie­den. „Es war ein sehr lehr­rei­cher Tag. Wir haben viele gute Tipps für unsere Einsätze mit­neh­men kön­nen und Grenzsituationen bes­ser ein­zu­schät­zen und zu bewäl­ti­gen gelernt. Das wird uns hof­fent­lich auch in Zukunft schüt­zen, wenn die nächs­ten brenz­li­gen Blaulichtfahrten auf uns war­ten“, sagt Mittnacht.


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