Hohe Nitratbelastungen im Raum Neuss – Abwasser trägt nicht zur Belastung bei

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Neuss – Der VSR-​Gewässerschutz wurde in den letz­ten Wochen scharf von den Landwirtschaftsverbänden für die Aussage kri­ti­siert, dass die Agrarindustrie die Hauptursache der Nitratbelastung ist.

Ihre Behauptung, dass die hohen Werte unter ande­rem die Folge defek­ter Abwasserrohre sind, wider­legt Dipl. Oecotroph. Susanne Bareiß-​Gülzow, Vorsitzende im VSR-​Gewässerschutz: „Brunnenwasser, das durch Abwasser belas­tet ist, ent­hält Escherichia coli (E.coli). Das sind Darmbakterien, die immer im Abwasser fest­zu­stel­len sind. Unsere Untersuchungen erga­ben, dass fast alle Wasserproben mit hohem Nitratgehalt nicht mit die­sen Bakterien belas­tet waren.

Deswegen ist davon aus­zu­ge­hen, dass im Grundwasser keine Abwasserbelastung vor­liegt.“ Bei fast jeder fünf­ten der 70 unter­such­ten Brunnenwasserproben im Raum Neuss wur­den der Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm Nitrat pro Liter über­schrit­ten. Nur bei einer Probe aus Weckhoven wurde E.coli fest­ge­stellt.

Artikel vom 03.09.2020
Fast jeder fünfte Brunnenbesitzer aus dem Raum Kaarst – Neuss – Korschenbroich – Grevenbroich – Dormagen wurde ent­täuscht: Die Nitratkonzentration ihrer Wasserprobe über­schrei­tet den Grenzwert der deut­schen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Die Ursache für die hohe Nitratbelastung des Grundwassers ist die inten­sive Landwirtschaft, die nur mit Subventionen so wach­sen konnte.

Ein wei­te­res Argument der Landwirtschaftsvertreter ist die Überdüngung in den pri­va­ten Gärten und Kleingartenanlagen. Hier hat sich der VSR-​Gewässerschutz an Kleingartenanlagen in ganz Deutschland gewandt um fest­zu­stel­len, ob dort hohe Belastungen zu fin­den sind. Gerade die städ­ti­schen Kleingärten ohne Landwirtschaft in der nahen Umgebung haben eine geringe Nitratbelastung.

Diese Annahme bestä­tigt auch der Nitratbericht 2020 des Umweltbundesamtes: „Die Belastungsschwerpunkte mit Messstellen über 50 mg/​l Nitrat tre­ten dabei über­wie­gend unter land­wirt­schaft­li­cher Flächennutzung auf. Unter den Nutzungen Siedlung und Wald fin­den sich sel­ten hoch belas­tete Messstellen.“

Die hohe Nitratbelastung hat gra­vie­rende Folgen für die Umwelt. Das belas­tete Grundwasser sickert den Gräben und Bächen zu und gelangt so über die Flüsse in die Nordsee. Dort führt die mas­sive Nitratbelastung zu einem über­mä­ßi­gen Algenwachstum und Sauerstoffmangel.

Ohne Sauerstoff ist kein Leben mög­lich – Fische ster­ben, soge­nannte Todeszonen ent­ste­hen. Eine Verringerung der Belastung unse­rer Gewässer ist drin­gend nötig. Der VSR-​Gewässerschutz fin­det es schade, dass die Landwirtschaftsverbände von den Nitratbelastungen, die von der Agrarindustrie aus­ge­hen, ablen­ken wol­len.

Eine Verringerung der Nitratbelastung ist mög­lich – das zei­gen die gerin­gen Nitratwerte der Wasserschutzgebiete. Auch in die­sen geschütz­ten Bereichen wird Landwirtschaft betrie­ben. Die Wasserversorger schlu­gen schnell Alarm als sie fest­stell­ten, dass die Nitratwerte dras­tisch anstie­gen. Dank früh­zei­tig geschlos­se­ner Kooperationen zwi­schen den Wasserversorgern und Landwirten sank die Belastung enorm. „Es wird höchste Zeit die Nitratauswaschung ins Grundwasser auch außer­halb der Wasserschutzgebiete zu ver­rin­gern. Die Agrarpolitik muss sich ihrer öko­lo­gi­schen Verantwortung stel­len und eine nach­hal­tige Landwirtschaft för­dern“, so Susanne Bareiß-​Gülzow.

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