Rhein-​Kreis Neuss – Mittelstandsbarometer 2020: Bericht zur kon­junk­tu­rel­len Lage des Mittelstands

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Robert Schilken, Herausgeber



Bei differenzierter Betrachtung wird dabei die tatsächliche Lage von den befragten Unternehmen deutlich negativer beurteilt als die Erwartungen für die nächsten Monate. Die Unternehmen haben offensichtlich Hoffnung und sind optimistisch, dass sich ihre Geschäfte normalisieren und erholen können. „Die Corona-Krise hat auch die Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss schwer erwischt – allerdings in mehrfacher Sicht weniger stark, als zu befürchten war“, so André Becker, Mitglied der Geschäftsleitung von Creditreform Düsseldorf / Neuss. „Nicht von der Krise betroffene Unternehmen bekunden ihre Lage nach wie vor als sehr gut.

Und: Die Auftragslage wird sogar bei den meisten unabhängig vom Grad der Betroffenheit durch die Pandemie immer noch als recht gut bewertet. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich Umsatz- und Ertragsklima deutlich eingetrübt haben. Ein zweiter Lockdown darf den Restart der regionalen Wirtschaft nicht verhindern.“

Unternehmen mit negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie lassen sich in zwei Gruppen aufteilen: Die „Optimisten“ (65 Prozent) gehen von einer eher schnellen Überwindung der negativen Auswirkungen der Corona-Krise aus (bis zu 6 Monate: 23 Prozent / 6 bis 12 Monate: 42 Prozent). Für die „Pessimisten“ (35 Prozent) dauert die Krisenüberwindung länger (12 bis 36 Monate: 30 Prozent / mehr als 36 Monate: 5 Prozent). Die vom Staat bereitgestellten Maßnahmen zur Eindämmung der Auswirkungen der Corona-Pandemie wurden von rund 51 Prozent der Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss beantragt. Rund 91 Prozent der Anträge wurden nach Angaben der Unternehmen bewilligt. Demnach konnten kreisweit rund 9.500 Unternehmen die Maßnahmen nutzen. Dabei wurde nach Angaben der befragten Unternehmen die „NRW-Soforthilfe 2020“ zugleich am häufigsten beantragt (77 Prozent) und auch bewilligt (80 Prozent). Rund vier von zehn Unternehmen aus dem Rhein-Kreis Neuss haben zudem zwischen März und Juli bei ihrer Hausbank Unterstützung bei der Antragstellung von KfW-Krediten (39 Prozent) oder bei anderen Hilfsangeboten zur Existenz- und Liquiditätssicherung (41 Prozent) in Anspruch genommen. Die meisten Unternehmen vergaben für die Unterstützung sehr gute und gute Noten (55 Prozent).

Mehr als die Hälfte der Unternehmen (55 Prozent) hat infolge der Corona-Krise bereits betriebliche Änderungen und Umstrukturierungen im eigenen Unternehmen vorgenommen. Die meisten Firmen nutzen bereits verstärkt „mobiles Arbeiten und Home-Office“ (64 Prozent) und „flexible(re) Arbeitszeitmodelle“ (58 Prozent). Etwa jedes fünfte Unternehmen hat auf Online-Vertrieb (25 Prozent) und / oder unternehmensinterne Produktionsprozesse (20 Prozent) umgestellt.

Die Analysen zeigen, dass sich große Teile der gesamten Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss durch die Folgewirkungen der Corona-Pandemie in einem Konjunkturtief befinden. Zugleich verbleibt erfreulicherweise das Auftragsklima (berechnet aus der aktuellen Auftragslage und den künftigen Auftragserwartungen) trotz Corona mit 138 Punkten auf weiterhin hohem Niveau. Das regionale Geschäfts- und Konjunkturklima im Sommer 2020 zeigt branchenübergreifend eine Abwärtsbewegung.

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