Dormagen – Horrem ist der dyna­mischs­ter Stadtteil – Geburtenrate posi­tiv – Kinderarmutsrisiko höher

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Nach dem gesamt­städ­ti­schen Sozialbericht aus dem Jahr 2018 legte die Sozialplanung der Stadt nun den Sozialbericht für den Stadtteil Horrem vor.

Erneut geför­dert aus dem Landesförderprogramm „Zusammen im Quartier – Kinder stär­ken – Zukunft sichern“ nimmt der Bericht den Stadtteil in den Blick, der schon 2018 mit signi­fi­kan­ten Werten hervorstach.

Horrem unter­schei­det sich von ande­ren Stadtteilen“, sagt Sozialplaner Jonas Ziethen, der den Bericht ver­fasst hat. Die Unterschiede seien an vie­len ver­schie­de­nen Faktoren fest­zu­ma­chen: „Horrem ist jün­ger als andere Stadtteile, die Geburtenrate ist posi­tiv, der Ausländeranteil höher. Es gibt im Verhältnis aber auch mehr Arbeitslosigkeit und Sozialhilfeempfänger als in ande­ren Teilen Dormagens.“

Auch das Kinderarmutsrisiko ist höher als in allen ande­ren Stadtteilen. „Jedes dritte Kind aus Horrem ist von der Kinderarmut betrof­fen – dies ent­spricht rund 41 Prozent aller betrof­fe­nen Kinder in ganz Dormagen“, stellt Ziethen fest. Unauffällig sind in Horrem hin­ge­gen die Jugendkriminalität und das Aufkommen an Jugendhilfefällen. „In die­sen Bereichen sind keine erhöh­ten Fallzahlen fest­stell­bar“, betont Jugendamtsleiterin Martina Hermann-​Biert. Ein Indiz, dass viele Präventionsmaßnahmen im Rahmen des „Dormagener Modells“ hier schon gut greifen.

Über das reine Zahlenwerk hin­aus wur­den im Rahmen einer Stadtteilkonferenz mit allen Akteuren im Quartier lau­fende Maßnahmen ana­ly­siert und neue Perspektiven dis­ku­tiert. Sprachförderung als zen­trale Voraussetzung für eine gelin­gende Bildungslaufbahn ist schon heute in allen Horremer Kitas über Sonderprogramme verankert.

Besondere Erwartungen ver­bin­det die Stadt mit dem neuen „Lernort Horrem“. „Auch wenn wir das Projekt kom­plett neu star­ten müs­sen, wird es die Bildungslandschaft im Stadtteil deut­lich stär­ken“, ist Beigeordneter Robert Krumbein über­zeugt. Eine neue Kita, ein moder­nes Schulgebäude mit aus­rei­chen­dem Platz für die Gestaltung des Ganztags für alle Kinder an der Schule und eine neue moderne Turnhalle in Verbindung mit einem Begegnungszentrum sol­len das neue päd­ago­gi­sche Zentrum im Herzen des Stadtteils ent­ste­hen lassen.

Bürgermeister Erik Lierenfeld weist zugleich auf die zahl­rei­chen Projekte im Städtebau hin: „Die Westseite des Bahnhofs bekommt der­zeit ein freund­li­ches neues Gesicht, der Bürgerpark nimmt in der Entwicklung der auch von der Baugenossenschaft beglei­te­ten Grünflächenplanung eine zen­trale Bedeutung für Gelegenheiten zur Begegnung ein.“ Auch die Planung für eine Umgestaltung der Knechtstedener Straße werde den städ­te­bau­li­chen Prozess der Erneuerung des Stadtteils voranbringen.

Die Baugenossenschaft als größ­ter Wohnungseigentümer schmie­det große Pläne für die Zukunft des Stadtteils, die in einem inten­si­ven Dialog mit den Bewohnern in den ver­gan­ge­nen Monaten erar­bei­tet wur­den. „Mit sol­chen Partnern meis­tern wir die Zukunft,“ zeigt sich Lierenfeld überzeugt.

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