Rhein-​Kreis Neuss – Kompetenzregion Wasserstoff reicht Wettbewerbsbeitrag beim Ministerium ein

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Robert Schilken, Herausgeber



[sc name=„r‑kn” ]Die Städte Düsseldorf, Duisburg und Wuppertal haben gemein­sam mit dem Rhein-​Kreis Neuss, den Stadtwerken Düsseldorf, den Wuppertaler Stadtwerken und Air Liquide eine gemein­same Vision ent­wi­ckelt, wie Wasserstoff (H2) zu Klimaschutz und regio­na­ler Wertschöpfung in der Region bei­tra­gen kann.

Sie ist das Ergebnis eines fast zwei­jäh­ri­gen Kooperationsprojekts. Als KOMPETENZREGION WASSERSTOFF Düssel.Rhein.Wupper will der Zusammenschluss den Einsatz von Wasserstoff in Fahrzeugen, Zügen und Schiffen vor­an­trei­ben und damit auch Vorbild für andere Industrieregionen in Deutschland und Europa sein. 

Die vier Kommunen und drei Unternehmen sind daher dem Wettbewerbsaufruf „Modellkommune/​-​region Wasserstoffmobilität NRW“ des Landesministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie gefolgt und reich­ten ihren Wettbewerbsbeitrag in Form eines Feinkonzepts und eines Films ein. Die Konzeptentwicklung wurde durch das NRW-​Wirtschaftsministerium gefördert.

Die Verkehrswende ist ein Kraftakt, und der Wasserstoff ist ein Megatrend. Die Entwicklung einer Modellregion zur geziel­ten Nutzung die­ser Energiequelle für die Mobilität von mor­gen ist rich­tung­wei­send. Im Rhein-​Kreis Neuss gibt es dafür viel Potenzial und viel Dynamik, und es gibt auch den nöti­gen Pioniergeist“, so Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke.

In dem Projekt wurde die gesamte Wasserstoff-​Wertschöpfungskette unter­sucht. Hieraus sind kon­krete Pfade für Erzeugung, Verteilung und Anwendung von Wasserstoff im Mobilitätsbereich ent­stan­den. Im Fokus der Erzeugung ste­hen Müllheizkraftwerke. Ungefähr die Hälfte des dort pro­du­zier­ten Stroms ist dem bio­ge­nen Anteil der Abfälle zuzu­rech­nen, der auf nach­wach­sen­den Rohstoffen basiert und daher den erneu­er­ba­ren Energien gleich­ge­stellt ist.

Steuerkreis der Kompetenzregion Wasserstoff Düssel.Rhein.Wupper, v.l.n.r.: Dr. Thomas Griebe, Stadt Duisburg; Marcus Temburg, Rhein-​Kreis Neuss; Judith Litzenburger, Stadtwerke Düsseldorf; Andreas Meyer, WSW Wuppertaler Stadtwerke; Stephan Andres, Stadt Duisburg; Prof. Dr. Dirk Wittowsky, Universität Duisburg-​Essen; Margit Roth, Landeshauptstadt Düsseldorf; Dr. Hanno Butsch, Becker Büttner Held Consulting; Joachim Schütte, AIR LIQUIDE Advanced Technologies, Foto: Stadtwerke Düsseldorf AG, Claudia Koennecke

Betreibt man mit die­sem Grünstrom einen Elektrolyseur, wird mit­ten in der Stadt kli­ma­scho­nen­der Wasserstoff erzeugt. Perspektivisch soll die H2-​Erzeugung um Erneuerbare-​Energien-​Anlagen ergänzt wer­den. Besonders inter­es­sant sind dabei Sonnen- und Windenergie-​Anlagen, deren garan­tierte Einspeisevergütung im Rahmen des Erneuerbare-​Energien-​Gesetzes (EEG) nach 20 Betriebsjahren aus­läuft. Um diese Anlagen wei­ter zu betrei­ben, kann die regio­nal orga­ni­sierte Produktion von Wasserstoff eine wirt­schaft­li­che Option und Zukunftsperspektive darstellen.

Bei der Anwendung zeich­net sich ab, dass vor allem Nutzfahrzeuge, Busse und Sonderfahrzeuge wie bei­spiels­weise Müllwagen für den Antrieb mit Wasserstoff geeig­net sind. Der Logistikbereich weist auf Straßen, Schienen und Wasserwegen hohe Potenziale auf. Damit Erzeugung und Anwendung inein­an­der­grei­fen kön­nen, bedarf es Investitionen in die Betankungsinfrastruktur und Wasserstoff-Logistik.

Außerdem wird gezeigt, wo und wie diese in der Region umge­setzt wer­den kön­nen. Mit dem Motto „Hier.Heute.H2“ wer­den Projekte mit ganz unter­schied­li­chem Reifegrad – von der Idee bis zur Umsetzung – vor­ge­stellt. Mehr als 50 Unternehmen haben ihre Perspektiven, Ideen und Herausforderungen in die Erarbeitung des Feinkonzepts ein­ge­bracht. Sie haben deut­lich gemacht, dass sie einen akti­ven Beitrag für das Gelingen der Verkehrswende leis­ten möchten.

Im Prozess der Feinskizzen-​Erstellung ist deut­lich gewor­den, wie wich­tig es ist, Erzeugung, Verteilung und Anwendung zusam­men zu brin­gen – auf der Ebene der Akteure und kon­zep­tio­nell. Auch der Austausch zwi­schen Kommunen und Unternehmen leis­tet einen ent­schei­den­den Beitrag dazu, dass Konzepte auch umge­setzt wer­den können.

Die KOMPETENZREGION WASSERSTOFF Düssel.Rhein.Wupper hat die Region enger zusam­men gebracht und neue Wege auf­ge­zeigt, die Verkehrswende mit Wasserstoff gemein­sam zu gestal­ten. In die­sem Sinne soll die ver­trau­ens­volle Zusammenarbeit auch über den Wettbewerb hin­aus fort­ge­führt werden.

Über die unter­schied­li­chen Anwendungsklassen kön­nen bis 2025 knapp 1500 Fahrzeuge mit Brennstoff-​Antrieb in der Region unter­wegs sein, bis 2030 rund 6000. Mindestens sechs Megawatt (MW) Elektrolyse-​Leistung an sechs Müllheizkraftwerken bil­den das Rückgrat der Wasserstoff-​Erzeugung in der Region. 130 MW instal­lierte rege­ne­ra­tive Leistung fällt bis 2030 in der Region aus der EEG-​Vergütung und kann über die Elektrolyse kli­ma­po­li­tisch und wirt­schaft­lich sinn­voll genutzt werden.

Müllheizkraftwerke und Erneuerbare-​Energien-​Anlagen kön­nen bis 2030 über 5000 Tonnen Wasserstoff im Jahr erzeu­gen und so über 90 Prozent des in der Region nach­ge­frag­ten Wasserstoffs erzeu­gen. Der Einsatz von Wasserstoff im Verkehrssektor hat in der Region das Potenzial, zwi­schen 2025 und 2035 rund 750 000 Tonnen Kohlendioxid einzusparen.

Weitere Informationen zur KOMPETENZREGION ste­hen im Internet: www​.kom​pe​tenz​re​gion​-was​ser​stoff​-drw​.de.

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