Erneuter Starkregen in Grevenbroich – über 70 Einsätze für die Feuerwehr

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Robert Schilken, Herausgeber



[sc name=„gv” ](FW Grevenbroich) Am Samstagnachmittag wurde das Stadtgebiet Grevenbroich zum zwei­ten Mal inner­halb von einer Woche von einem Starkregenereignis getrof­fen. Durch das Unwetter musste die Feuerwehr Grevenbroich bis in den spä­ten Abend über 70 Einsätze abarbeiten. 

Es wurde Stadtalarm aus­ge­löst. Alle acht ehren­amt­li­chen Einheiten und die haupt­amt­li­che Wache waren meh­rere Stunden mit rund 90 Kräften im Einsatz. Neben den typi­schen unwet­ter­be­ding­ten Einsätzen, wie lose Äste im Baum, und Wasser im Keller muss­ten aber auch drei unty­pi­sche Meldungen bear­bei­tet wer­den. In einem Altenheim an der Matthias-​Esser-​Strasse im Stadtteil Elsen drang Wasser in einen Wohnbereich ein. Um 16.50 Uhr wurde der haupt­amt­li­che Rüstzug gemein­sam mit der Einheit Wevelinghoven nach Elsen alar­miert. Ins Untergeschoss des Seniorenzentrums drang mas­siv Wasser ein.

Zeitgleich wurde für den Rettungsdienst das Stichwort „Massenanfall an Verletzten Stufe 1“ aus­ge­löst, da nicht klar war, wie viele Bewohner durch die Wassermassen betrof­fen waren. Beim Eintreffen der Feuerwehr konn­ten bereits alle zehn Bewohner durch das Pflegepersonal in die erste Etage geret­tet wer­den. Dort wur­den sie vom Rettungsdienst gesich­tet. Verletzt wurde nie­mand. Die Feuerwehr kon­trol­lierte das Untergeschoss. „Auf rund 300 Quadratmetern waren 30–40 cm Wasser ein­ge­drun­gen. Auch die Aufzugsschächte waren voll­ge­lau­fen“, schil­dert Michael Wolff, Einsatzleiter der Feuerwehr Grevenbroich. Nachdem keine Gefahr mehr für die Bewohner bestand, wurde das Wasser abge­pumpt. Angaben zur Schadenshöhe kann die Feuerwehr nicht machen.

Der Elsbachtunnel in der Grevenbroicher Stadtmitte wurde durch die Regenmassen über­flu­tet und war nicht mehr befahr­bar. Auch dort muss­ten Kräfte der Feuerwehr tätig wer­den und Wasser abpum­pen. An der Bergheimerstraße waren, ver­mut­lich durch einen tech­ni­schen Defekt, die Bahnschranken geschlos­sen. Dort staute sich der Verkehr.

In Kapellen wurde in einem Keller an der Neusser Straße eine Schlange gefun­den. Diese wurde bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr in einem Eimer gesi­chert. „Die ein­tref­fen­den Kräfte nah­men Kontakt mit einem Schlangenexperten auf“, sagt Torsten Oepen von der Feuerwehr Grevenbroich. Leider konnte anhand der Bilder nicht zwei­fels­frei bestä­tigt wer­den, dass es sich um ein ungif­ti­ges Exemplar handelt.Das Ordnungsamt ver­brachte das Tier des­halb in einen Tierpark mit ent­spre­chen­der Fachabteilung. Die Bewohner kamen mit dem Schrecken davon.

Einsatzkräfte bei einem Einsatz in Gustorf – dort reagierten
Chlortabletten mit Regenwasser am 15.08.2020. Foto: Feuerwehr Grevenbroich

Um kurz nach 19 Uhr muss­ten meh­rere Einheiten nach Gustorf aus­rü­cken. An der Sinstedenerstraße war Regenwasser in einen fünf Liter Eimer mit Chlortabletten ein­ge­drun­gen. Dabei kam es zu einer che­mi­schen Reaktion. Die Feuerwehr sicherte den Eimer und neu­tra­li­sierte die rest­li­chen Chortabletten mit grö­ße­ren Mengen Wasser. Der Einsatz konnte nach kur­zer Zeit been­det wer­den. Verletzt wurde niemand.

Auch am Sonntagvormittag bescherte das Unwetter den Einsatzkräften noch Arbeit. In Wevelinghoven muss­ten lose Äste aus Bäumen ent­fernt wer­den. Auf der Vollrather Höhe waren eben­falls lose Äste und umge­stürzte Bäume Grund für eine Alarmierung am Sonntagmorgen.

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