Klartext​.NRW – Ministerin Gebauer: Der Masterplan ist ein umfas­sen­des Konzept für eine starke Grundschule

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Klartext​.NRW – Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit: Mit dem Masterplan Grundschule erfüllt die Landesregierung einen zen­tra­len Auftrag aus dem Koalitionsvertrag im Schulbereich und unter­stützt damit die mit ca. 2.800 Schulen größte Schulform des Landes Nordrhein-​Westfalen.

Ausgangslage und Zielsetzung
Mit dem Masterplan Grundschule erfüllt die Landesregierung einen zen­tra­len Auftrag aus dem Koalitionsvertrag im Schulbereich und unter­stützt damit die mit ca. 2.800 Schulen größte Schulform des Landes Nordrhein-​Westfalen.

Die Grundschule legt das Fundament für eine erfolg­rei­che Bildungsbiografie der Kinder und Jugendlichen. Deshalb ist es der Landesregierung sehr wich­tig, auf diese Schulform einen deut­li­chen Schwerpunkt zu legen und Leitideen für beste Bildung in der Grundschule zu for­mu­lie­ren: Die Grundschule soll dabei leis­tungs­stark, viel­fäl­tig, indi­vi­du­ell und sozial sein.

Der Masterplan Grundschule ist der Baukasten für die Weiterentwicklung der Grundschule. Er umfasst sie­ben Handlungsfelder, die die gesamte Bandbreite der schu­li­schen Arbeit abde­cken. Der Masterplan ent­hält sowohl per­so­nelle und fach­li­che, aber auch struk­tu­relle Maßnahmen, die kurz‑, mit­tel und lang­fris­tig ange­legt sind, um die Grundschulen zu unter­stüt­zen.

Der Landesregierung war es ein Anliegen, viel­fäl­tige Expertise ein­zu­be­zie­hen. Daher wurde der Masterplan in sei­nem Entwicklungsprozess in Gesprächen mit den grund­schul­re­le­van­ten Verbänden und kom­mu­na­len Spitzenverbänden erör­tert, ins­be­son­dere wur­den auch die für die Schulträger rele­van­ten Aspekte bespro­chen.

Der Masterplan Grundschule ver­bin­det in sei­nen Handlungsfeldern viele ein­zelne Aspekte. In den kom­men­den fünf Jahren sind dafür ins­ge­samt mehr als 718 Millionen Euro vor­ge­se­hen.

1. Handlungsfeld: Unterricht – Auf das Wesentliche kon­zen­trie­ren, fach­li­ches Lernen stär­ken
Aktuelle Studien zei­gen bun­des­weit Handlungsbedarf unter ande­rem in den Bereichen Rechtschreiben und Lesen sowie im Fach Mathematik. Um die Fachlichkeit zu stär­ken, wur­den im Kontext des Masterplans Grundschule Fachoffensiven in Deutsch und Mathematik gestar­tet.
Eine Handreichung für einen sys­te­ma­ti­schen Rechtschreibunterricht und ein Grundwortschatz, mit des­sen Hilfe Schülerinnen und Schüler die zen­tra­len Regeln der Rechtschreibung erler­nen kön­nen, wurde allen Grundschulen im Sommer 2019 zur Verfügung gestellt. Ab dem Schuljahr 2021/​22 sind sie im Kontext der Weiterentwicklung der Lehrpläne ver­bind­lich.

Als Teil der Fachoffensive Mathematik wur­den Projekte wie PiK AS und NaWiT AS im Herbst 2017 noch­mals ver­län­gert. Außerdem wer­den ab 2021 Orientierungshilfen und Mustervorlagen (Förderpläne, schul­in­terne Curricula etc.) erar­bei­tet.

Zur Fokussierung auf die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen benö­ti­gen die Grundschulen gerade zu Beginn der Schulzeit mehr Zeit in die­sen Bereichen. Durch die Verlagerung des Beginns des Englischunterrichts auf die Klasse 3 wird in der Schuleingangsphase künf­tig auf­wach­send ab dem Schuljahr 2021/​22 Zeit für die indi­vi­du­elle Förderung, ins­be­son­dere beim Erwerb der Basiskompetenzen, gewon­nen. Um die Reduzierung der Unterrichtszeit für das Fach Englisch in der Schuleingangsphase aus­zu­glei­chen, wird das Stundenvolumen für die­ses Fach ab der Klasse 3 erhöht. Damit kön­nen die Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4 unver­än­dert blei­ben. Schülerinnen und Schüler, die zum Schuljahr 2021/​22 ein­ge­schult wer­den, begin­nen den Englischunterricht dann erst­mals ab Klasse 3.

Mit dem Ziel, im Grundschulunterricht die erfor­der­li­chen Anpassungen an aktu­elle Entwicklungen abzu­bil­den, wer­den der­zeit die mitt­ler­weile über zehn Jahre alten Lehrpläne wei­ter­ent­wi­ckelt. Die wei­ter­ent­wi­ckel­ten Lehrpläne sol­len zum Schuljahr 2021/​22 in Kraft tre­ten. In die­sem Zusammenhang wer­den auch die aus dem Medienkompetenzrahmen her­vor­ge­hen­den Kompetenzerwartungen für digi­ta­les Lernen ein­ge­ar­bei­tet und auch Möglichkeiten des Lernens auf Distanz für die Grundschule ver­bes­sert.

Zur Stärkung der Fachlichkeit Deutsch und Mathematik wer­den in zwei Schritten zur regio­na­len Unterstützung der Schulen ins­ge­samt 106 zusätz­li­che Stellen „Fachkoordinatoren“ an den Schulämtern ein­ge­rich­tet, die u.a. auch die Implementation der Lehrpläne vor Ort beglei­ten wer­den. Dafür sind bis 2025 ins­ge­samt rund 21 Millionen Euro vor­ge­se­hen.

Damit das Ziel „Stärkung der Fachlichkeit“ erreicht wer­den kann, wird ein „Grundschulfonds“ auf­ge­legt. Dieser ermög­licht pro­zess­be­glei­tende Unterstützungsprojekte zu den unter­schied­li­chen fach­li­chen Aspekten. Bis 2025 wer­den hier­für über 12 Mio. Euro bereit­ge­stellt.
Der Sport ist ein wich­ti­ger Teil der Grundschule. Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr hat die Landesregierung den Aktionsplan „Schwimmen ler­nen in Nordrhein-​Westfalen 2019 bis 2022“ mit ver­schie­de­nen Maßnahmen zur Stärkung der Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen vor­ge­stellt. Der Masterplan sieht einen wei­te­ren Ausbau des Landesprogramms „NRW kann schwim­men“ vor, mit dem Schwimmkurse in den Ferien finan­ziert wer­den. Insgesamt 10 zusätz­li­che Stellen sind dafür vor­ge­se­hen.

2. Handlungsfeld: Übergänge gelin­gend gestal­ten
Die Schuleingangsphase bil­det die Basis allen wei­te­ren schu­li­schen Lernens. Daher wird dem Einstieg in das schu­li­sche Lernen eine erhöhte Aufmerksamkeit bei­gemes­sen. Die Landesregierung will es ermög­li­chen, dass in beson­ders begrün­de­ten Fällen bereits am Ende des ers­ten Schulbesuchsjahres über den Verbleib in der Klasse 1 ent­schie­den wer­den kann. Dies ent­spricht einem viel­fach geäu­ßer­ten Wunsch der Eltern und Lehrkräfte.

Darüber hin­aus kön­nen schul­pflich­tige Kinder um ein Jahr vom Schulbesuch zurück­ge­stellt wer­den, wenn erheb­li­che gesund­heit­li­che Gründe (auch prä­ven­ti­ver Art) vor­lie­gen. Mit einer Änderung der Verwaltungsvorschriften zur Ausbildungsordnung Grundschule wurde fest­ge­legt, dass bei der Schuleingangsuntersuchung auch eigene fach­ärzt­li­che oder fach­the­ra­peu­ti­sche Gutachten der Eltern mit zu berück­sich­ti­gen sind. Auch dies ent­spricht dem Wunsch von vie­len Eltern und Lehrkräften.

Neben der Schuleingangsphase ist der Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I ein wich­ti­ger Meilenstein in der Schullaufbahn eines Kindes. Notwendig ist eine stär­kere Kontinuität im fach­li­chen Lernen und eine gelin­gende Gestaltung der Übergänge: eine wech­sel­sei­tige Einbeziehung von Grundschulexpertise in die Lehrplanarbeit für die Schulen der Sekundarstufe I und umge­kehrt.

3. Handlungsfeld: Ganztag – Kooperation von Jugendhilfe und Schule
Erziehung, Bildung und Betreuung über die eigent­li­che Unterrichtszeit hin­aus sind für viele Familien der Grundstein für die ver­bes­serte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Außerdem kön­nen Kinder durch Ganztagsangebote indi­vi­du­ell geför­dert wer­den. Die Landesregierung ver­folgt drei Ziele: Stärkung der Qualität, bedarfs­ge­rech­ter Ausbau und die Flexibilisierung der Teilnahmeregelungen.

Die Landesregierung hat die Qualität des offe­nen Ganztags durch die Erhöhung der grund­stän­di­gen Fördersätze um 24,5 Prozent seit dem 1. August 2017 bis zum 1. August 2020 gestärkt.

Um den offe­nen Ganztag neben der qua­li­ta­ti­ven Steigerung auch quan­ti­ta­tiv wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, hat die Landesregierung seit Amtsantritt bis zum 1. August 2020 Mittel für über 22.000 neue Ganztagsplätze bereit­ge­stellt. Mit dem Haushalt 2020 wurde die Grundlage für ins­ge­samt fast 330.000 Plätze geschaf­fen.

Insgesamt hat das Land die Haushaltsmittel für den offe­nen Ganztag von 454 Millionen 2017 auf 564 Millionen im Haushalt 2020 erhöht.
Bei aller Verlässlichkeit, die Ganztagsangebote mit Blick auf ihre Qualität benö­ti­gen, muss der Ganztag in Einzelfällen so fle­xi­bel gestal­tet sein, dass grund­le­gende Interessenskonflikte ver­mie­den wer­den. Daher wurde mit einer Konkretisierung des Ganztagserlasses Rechtssicherheit für die Teilnahme von Kindern in der OGS geschaf­fen, die regel­mä­ßig an außer­schu­li­schen Bildungsangeboten teil­neh­men möch­ten.

4. Handlungsfeld: Personelle Rahmenbedingungen gezielt ver­bes­sern
Neben allen inhalt­li­chen, päd­ago­gi­schen und säch­li­chen Aspekten ist die ent­schei­dende Grundlage für eine erfolg­reich arbei­tende Grundschule eine gute Personalausstattung. Hierauf hat das Schulministerium bereits reagiert, indem es mitt­ler­weile vier Maßnahmenpakete mit ver­schie­de­nen Instrumenten zur Lehrergewinnung ins­be­son­dere auch in Grundschulen ergrif­fen hat. Damit sind 3.266 Stellen an allen Schulformen besetzt wor­den, davon 1379 Einstellungen an Grundschulen. Zu den ver­schie­de­nen Maßnahmen zäh­len bei­spiels­weise die Werbe- und Informationskampagne, die Erweiterung des Seiteneinstiegs, die Einstellung Sek II-​Lehrkräften an Grundschulen oder Einstellungsanreize durch finan­zi­elle Zulagen.

Eine spür­bare Unterstützung ist für die Grundschulen ein kon­ti­nu­ier­li­cher Ausbau der Stellen für Sozialpädagogische Fachkräfte in der Schuleingangsphase. Die Stellen wur­den ver­drei­facht, bis heute auf 1.750 Stellen. Der Masterplan beinhal­tet einen wei­te­ren Ausbau um 1.250 Stellen auf ins­ge­samt 3.000 bis zum Jahr 2025. Das Land wird dafür ins­ge­samt mehr als 260 Millionen Euro bereit­stel­len. Im Vorgriff dar­auf wur­den schon mit Beginn die­ses Schuljahres 400 Stellen für sozi­al­päd­ago­gi­sche Fachkräfte zur Einstellung an den Grundschulen frei­ge­ge­ben.

Lang- und mit­tel­fris­tig kann eine bes­sere Ausstattung der Grundschulen mit grund­stän­dig aus­ge­bil­de­ten Lehrerinnen und Lehrern nur durch mehr Ausbildung von Lehrkräften durch das Land erfol­gen. Die Landesregierung hat daher bis heute seit Amtsantritt für das Lehramt an Grundschulen mehr als 700 zusätz­li­che Studienanfängerplätze geschaf­fen und gesi­chert; für die Sonderpädagogische Förderung wer­den es in die­ser Legislaturperiode ins­ge­samt 750 wer­den.

5. Handlungsfeld: Sächliche Rahmenbedingungen
Das Land Nordrhein-​Westfalen betei­ligt sich mit einem brei­ten Spektrum von finan­zi­el­ler Förderung daran, die Städte, Gemeinden und Kreise im Schulbereich bei der kom­mu­na­len Aufgabenerfüllung und den Investitionsmaßnahmen zu unter­stüt­zen. Hierzu zäh­len die Schul- und Bildungspauschale sowie ver­schie­dene Förderprogramme des Landes und des Bundes zur Verbesserung der Schul- und Bildungsinfrastruktur. In die­ser Legislaturperiode ste­hen mehr als 7 Milliarden Euro von Land und Bund für Investitionen in Schule zur Verfügung.

Ein moder­ner Grundschulunterricht erfor­dert eine digi­tale Infrastruktur (wie z.B. einen Gigabitanschluss oder einen WLAN-​Zugang in allen Unterrichts- und Fachräumen), um den Schülerinnen und Schülern ein früh­zei­ti­ges Erlangen von Medienkompetenzen zu ermög­li­chen. Die Umsetzung der digi­ta­len Infrastruktur soll u.a. durch den Digitalpakt Schule finan­ziert und rea­li­siert wer­den. Die zusätz­li­chen Investitionen des Landes in die digi­tale Ausstattung von bedürf­ti­gen Schülerinnen und Schülern sowie für digi­tale Endgeräte von Lehrkräften wer­den die digi­ta­len Lernformen in Grundschule erwei­tern kön­nen.

6. Handlungsfeld: Gemeinsames Lernen wohn­ort­nah ermög­li­chen
Während die Neuausrichtung der Inklusion an wei­ter­füh­ren­den Schulen eine stär­kere Bündelung vor­sieht, gilt im Gemeinsamen Lernen der Grundschule nach wie vor die Grundphilosophie „Kurze Beine – Kurze Wege“. Übertragen wer­den aber die bei der Neuausrichtung fest­ge­setz­ten zen­tra­len Qualitätskriterien. Sie sol­len künf­tig auch in der Grundschule als Voraussetzung für das Gemeinsame Lernen gel­ten:
Die Schule muss über ein päd­ago­gi­sches Konzept zur inklu­si­ven Bildung ver­fü­gen.

Lehrkräfte für son­der­päd­ago­gi­sche Förderung müs­sen im Kollegium ver­an­kert an der Schule unter­rich­ten und päd­ago­gi­sche Kontinuität gewähr­leis­ten.

Es muss eine sys­te­ma­ti­sche, vor­aus­lau­fende und beglei­tende Fortbildung der Lehrkräfte erfol­gen.

Die Schule muss über geeig­nete Räumlichkeiten ver­fü­gen. So muss zum Beispiel eine mit­un­ter not­wen­dige äußere Differenzierung beim Gemeinsamen Lernen mög­lich sein.

Zur Stärkung des Gemeinsamen Lernens in der Grundschule sol­len alle min­des­tens zwei­zü­gi­gen Grundschulen Lehrkräfte für son­der­päd­ago­gi­sche Förderung fest in ihrem Kollegium haben, wobei die Größenordnung und der sozi­al­räum­li­che Kontext der Schulen zu berück­sich­ti­gen sind. Die Stellen für das Gemeinsame Lernen wer­den von der­zeit rund 3.500 in den kom­men­den Jahren um ins­ge­samt 800 Stellen erhöht. Dieser Stellenausbau soll zum Schuljahr 2021/​22 begin­nen. Bis 2025 sind dafür rund 138 Millionen Euro vor­ge­se­hen.

Die Arbeit der unter­schied­li­chen Professionen im Kontext des Gemeinsamen Lernens soll zukünf­tig bes­ser koor­di­niert wer­den. Hierzu erar­bei­tet die Landesregierung u.a. zum Einsatz von hel­fen­dem Personal und Schulbegleitern eine Orientierungshilfe.

7. Handlungsfeld: Weitere Maßnahmen zur Unterstützung und Entlastung der Grundschulen und deren Lehrkräfte
Die Grundschulen sol­len in den kom­men­den Jahren eine wirk­same Unterstützung erhal­ten, dazu zählt auch die Entlastung des Personals.
Zur Stärkung und Unterstützung der Schulleitungen sol­len künf­tig alle Grundschulen eine Stelle für eine Konrektorin bzw. einen Konrektor erhal­ten. Insgesamt 21 Millionen Euro wird das Land dafür bis 2025 ein­pla­nen.

Zur Unterstützung der Schulen und Schulleitungen wer­den die Schulverwaltungsassistenzen aus­ge­wei­tet. Ab 2021 wer­den dafür 400 zusätz­li­che Stellen ein­ge­rich­tet. Damit kön­nen 600 Schulverwaltungsassistentinnen und Schulverwaltungsassistenten voll­zeit­be­schäf­tigt wer­den. Die Kosten dafür belau­fen sich in den kom­men­den fünf Jahren auf ins­ge­samt mehr als 100 Millionen Euro.

Die Landesregierung beab­sich­tigt die stei­gende Besetzung bei den Lehrerstellen zu nut­zen, um im Gleichklang damit eine Erhöhung der Anrechnungsstunden, die eine Grundschule erhält, zu rea­li­sie­ren. Die Grundschulen erhal­ten bis­her pro Grundstelle 0,2 Entlastungsstunden für die Bearbeitung beson­de­rer Aufgaben. Das ist im Vergleich zu ande­ren Schulformen der mit Abstand geringste Wert. Die Landesregierung will daher schritt­weise eine Erhöhung der Anrechnungsstunden errei­chen, aus­ge­rich­tet am Niveau der Haupt- und Realschulen. Das Ziel ist es, die Entlastungsstunden auf ins­ge­samt 0,5 Entlastungsstunden anzu­he­ben. Für diese Maßnahmen sind in der mit­tel­fris­ti­gen Finanzplanung mehr als 76 Millionen Euro vor­ge­se­hen.

Die Landesregierung beab­sich­tigt, erst­ma­lig Beförderungsmöglichkeiten in der Schulform Grundschule zu schaf­fen und damit auch Lehrkräften außer­halb der Schulleitungsämter eine beruf­li­che Perspektive zu bie­ten. Anders als in allen all­ge­mei­nen Schulformen der Sekundarstufe I ist dies an Grundschulen bis­her nicht mög­lich. Die Landesregierung beab­sich­tigt daher mit einer Änderung des Landesbesoldungsgesetzes im Umfang von fünf Prozent der Planstellen für Grundschullehrkräfte, Beförderungsmöglichkeiten auch an Grundschulen zu schaf­fen. Bis 2025 wer­den im Landeshaushalt rund 45 Millionen dafür ein­ge­plant. 

In Bezug auf die Vergleichsarbeiten VERA 3 ist inner­halb der nächs­ten Jahre geplant, ein com­pu­ter­ge­stütz­tes Testverfahren zu ent­wi­ckeln, das eine direkte Auswertung ermög­licht. Damit wer­den die Korrekturzeiten deut­lich ver­kürzt und die Ergebnisse kön­nen fach­lich stär­ker genutzt wer­den.

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