Neuss – Neuer Einsatzleitwagen (ELW) für die Feuerwehr

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Unter dem Rufname Florian Neuss 1‑ELW1‑1 wird künf­tig der neue Einsatzleitwagen (ELW) in Neuss für Einsätze erreich­bar sein. Der „alte“ Einsatzleitwagen (ELW) der Feuerwehr Neuss befin­det sich seit 2002 im Einsatz und hat in die­ser Zeit treue Dienste geleistet. 

Jedoch häuf­ten sich wäh­rend der letz­ten Jahre die Reparaturen, und in Zeiten eines ste­tig vor­an­schrei­ten­den, tech­ni­schen Fortschritts (Stichwort: Digitalfunk) wurde es Zeit, auch die ver­baute Technik auf einen aktu­el­len Stand zu bringen.

Nach Ausschreibung, Bauphase und einer unge­plan­ten Verzögerung konnte der „neue“ ELW nun am 17. Juni 2020 beim Hersteller, der Firma BOS Mobile Systeme in Haren (Emsland), abge­holt wer­den. Hierbei wur­den auch die Multiplikatoren auf das Fahrzeug ein­ge­wie­sen. Beim Fahrgestell han­delt es sich um einen Mercedes-​Benz Sprinter Hochdach mit 190 PS. Alle 4 Sitzplätze kön­nen gedreht und als Arbeitsplätze genutzt wer­den, hier­von zwei mit einem fes­ten PC, einer mit Laptop, sowie ein Platz für sons­tige Arbeiten ohne EDV.

Das Fahrzeug besitzt ein Allrad-​Fahrgestell mit Schleuderketten, um auf die Entwicklung des Klimas zu reagie­ren, wie z. B. erhöhte Wattiefe bei Starkregen oder Schneefall. Auch kön­nen Einsatzstellen in unweg­sa­mem Gelände bes­ser erreicht wer­den, wie etwa am Rheinufer. Trotzdem weist es ver­bes­serte Fahreigenschaften auf, obwohl die meiste Last auf der Hinterachse lastet.

Als Warnanlage wur­den zwei Blaulichtbalken in moder­ner LED Technik aus­ge­wählt, die gleich­zei­tig auch das Fahrzeugumfeld beleuch­ten sowie den rück­wär­ti­gen Verkehr war­nen kön­nen. Zur Warnung des vor­aus­fah­ren­den Verkehrs gibt es Frontblitzer, die auch zur Seite wir­ken. Ein Elektrohorn in Stadt-​/​Landschaltung sowie ein zusätz­li­ches pneu­ma­ti­sches Martinhorn war­nen akustisch.

Zur Kommunikationstechnik: Es wurde ein moder­nes, über PC gesteu­er­tes Funksystem ver­baut. Die zwei Funkarbeitsplätze ver­fü­gen über je eine Bedieneinheit mit der Möglichkeit, bis zu 7 Funkgeräte zu bedie­nen. Hiervon sind vier Digitalfunkgeräte und drei ana­loge Funkgeräte. Ein funk­ge­stütz­tes Navigationssystem mit der Möglichkeit der Zielübermittlung zur Routenberechnung über die Leitstelle befin­det sich zwi­schen Fahrer und Beifahrer.

An zwei Arbeitsplätzen mit Hochleistungsrechnern im eige­nen Netzwerk kön­nen auch große Einsätze wie in der Vergangenheit z.B. ein Großbrand in einer Papierfabrik oder der groß­flä­chige Einsatz anläss­lich des Sturms Ela koor­di­niert werden.

Installiert sind Programme zur Einsatzerfassung, zur Lagedarstellung oder auch diverse Datenbanken für Gefahrstoffe. Über das Internet kann hierzu auch auf Portale des Landes zuge­grif­fen wer­den. Das eigene Computernetzwerk mit WLAN ermög­licht das Anzeigen von Lagekarten und Bildern der Feuerwehr-​Drohne auf den Arbeitsplätzen sowie dem gro­ßen, abge­setz­ten Anzeigemonitor, der außer­halb betrie­ben wird (z. B. für Führungskräftebesprechungen). Mit dem Computernetzwerk lässt sich bei Großschadensereignissen auch der Abrollcontainer Einsatzleitung versorgen.

Florian Neuss 1‑ELW1‑1 – Foto: Feuerwehr Neuss

Weiterhin fin­det man in der Beladung modernste Gas-​Messtechnik für Gefahrguteinsätze oder auch ein mobi­les GPS Gerät zur genauen Entfernungsmessung (z. B. für Wasserförderung über lange Wegestrecken oder um Höhenunterschiede mes­sen). Abschließend sind noch ein pneu­ma­tisch aus­fahr­ba­rer Mast mit Antennentechnik, Beleuchtung und Kennzeichnungsleuchte, sowie eine aus­fahr­bare, beleuch­tete Markise an der Fahrzeugseite erwähnenswert.

Fazit: Mit der ver­bau­ten Technik, der neuen Beladung sowie dem moder­nen Fahrgestell ist die Feuerwehr Neuss in Sachen Einsatzleitung mit Sicherheit für die Zukunft gut gerüstet.

Die Kollegen, die das Fahrzeug zukünf­tig bedie­nen und beset­zen sol­len, wer­den zur Zeit geschult. Weiterhin fin­den noch einige Verbesserungen sowie Anpassungen an die Belange der Feuerwehr Neuss statt. Wenn diese Punkte abge­schlos­sen sind, kann der neue ELW – hof­fent­lich bald – in Dienst gehen und maß­geb­lich zum Erreichen der Einsatzziele beitragen.

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