Biologische Station im Rhein-​Kreis Neuss: Tipps für Umgang mit Wespen und Hornissen

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Wenn das Fleisch auf dem Grill liegt oder der Obstkuchen mit Sahne auf dem Tisch steht, stel­len sich manch­mal unge­be­tene Gäste ein: die Deutsche Wespe oder die Gewöhnliche Wespe.

Sie bil­den Staaten mit bis zu meh­re­ren tau­send Tieren und sind in die­sen Wochen häu­fig auf Terrasse und Balkon zu fin­den. „In die­sem Jahr scheint es nor­mal viele Wespen zu geben, denn wir haben schon viele Anfragen zu die­sem Thema erhal­ten“, berich­tet Michael Stevens, wis­sen­schaft­li­cher Leiter und Geschäftsführer der Biologischen Station im Rhein-​Kreis Neuss.

Ursache ist ver­mut­lich die Trockenheit der letz­ten Monate, die eine unge­störte Volksentwicklung ermög­lichte“, so der Experte. Die Spätfröste im Frühjahr hät­ten die Überlebensrate der Jungköniginnen redu­ziert. In die­sem Jahr star­tete die Wespen-​Population daher von einem nor­ma­len Niveau, und dann gab es gute Witterungsbedingungen für sie.

Dabei ver­rich­ten Wespen in der Landschaft und im Garten nütz­li­che Dienste. Genauso wie Bienen und Hummeln bestäu­ben sie Blüten. Sie ver­til­gen eine Menge Insekten und hel­fen dem Menschen dabei, die Schädlinge ein­zu­däm­men. Auch das „Recycling“ von Fallobst und Aas ist eine Aufgabe für die Wespen im Naturhaushalt.

Wie sich Wespen ver­hal­ten, hängt stark davon ab, wo sie sich gerade befin­den. Außerhalb ihres Nestbereichs sind Wespen nicht aggres­siv. Stiche erfol­gen hier nur, wenn das Tier in die Enge getrie­ben, ein­ge­at­met oder gedrückt wird. Kennt man gewisse Kniffe, lässt es sich mit Wespen meist gut aus­kom­men. Die all­ge­mei­nen Tipps der Biologischen Station auf einen Blick:

  • Ruhe bewah­ren
  • Hektische oder pani­sche Bewegungen vermeiden
  • Nicht anpus­ten (Kohlendioxid ist für sie ein Alarmsignal)
  • Süßigkeiten, Nahrungsmittel und Getränke im Freien abdecken
  • Trinkhalme (mög­lichst nicht aus Plastik) verwenden
  • Essensreste weg­räu­men
  • Kindern nach dem Essen Gesicht und Hände abwischen
  • Mülleimer und Kompost abdecken
  • Fliegengitter (Maschenweite klei­ner als drei Millimeter) an Wohnräumen anbringen
  • Fallobst an einen geson­der­ten Platz räu­men, der wenig began­gen wird – vor allem, wenn Kinder bar­fuß im Garten spielen.

Eine Methode, um Zwischenfälle mit Wespen zu redu­zie­ren ist es, das Insekt mit zer­stäub­tem Wasser zu besprü­hen. „Dafür benö­tigt man ledig­lich eine Sprühflasche. Waschen Sie die Sprühflasche gut aus und fül­len Sie diese mit Wasser. Bei Kontakt mit Wespen genügt es, ein paar Sprühstöße auf die Wespe abzu­ge­ben. Sie denkt, es fange an zu reg­nen und flüch­tet zurück in ihr Nest“, so Michael Stevens von der Biologischen Station.

Die Wespen-​Nester fal­len meist recht spät im Sommer auf, wenn die Volksstärke ange­wach­sen ist. Sollte ein Nest beim Schnitt einer Hecke ent­deckt wer­den, han­delt es sich fast immer um die Mittlere Wespe. Doch was ist zu tun bei einem Wespennest im Garten oder am Haus? „Man sollte mög­lichst einen Abstand von zwei bis drei Metern zum Nest ein­hal­ten. Außerdem sollte man schnelle, hek­ti­sche Bewegungen ver­mei­den, die Hauptflugrichtung nicht blo­ckie­ren und auf kei­nen Fall im Nest her­um­sto­chern“, so Stevens.

Denn wenn jemand gesto­chen werde, wür­den Duft- und Botenstoffe frei­ge­setzt, die andere Wespen anlock­ten und zur Verteidigung auf­for­der­ten. Sofort den Arzt auf­su­chen sollte jeder, der im Rachenraum gesto­chen wurde oder all­er­gisch reagiert.

Viele wis­sen nicht, dass die Nester der Wespen, Hummeln und auch Hornissen ein­jäh­rig sind und im nächs­ten Jahr nicht wie­der besie­delt wer­den“, so der Leiter der Biologischen Station in Knechtsteden. Ein fried­li­ches Nebeneinander sei oft mög­lich und bedürfe nur etwas Toleranz und Aufklärung auf Seiten der Menschen. „Eine Belästigung muss ertra­gen wer­den, aber eine Gefährdung muss nicht in Kauf genom­men wer­den“, heißt es.

Eine Umsiedlung emp­fiehlt Michael Stevens dann, wenn Menschen durch ein Nest in unmit­tel­ba­rer Nähe gefähr­det sind. Dazu ist keine behörd­li­che Genehmigung erfor­der­lich. Ob ein ver­nünf­ti­ger Grund vor­liegt, muss jeder Hauseigentümer oder Mieter im Einzelfall für sich ent­schei­den. Die Beseitigung muss von Fachkräften wie Schädlingsbekämpfern oder ver­sier­ten Imkern durch­ge­führt wer­den. Dazu sind ent­spre­chende Schutzkleidung und fun­dierte Kenntnisse erfor­der­lich. Von Selbsthilfe ist abzuraten.

Die Biologische Station hat für den Rhein-​Kreis Neuss die Beratung zum Thema „Hautflügler“ – wie Wespen und Hornissen – über­nom­men. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hel­fen Ratsuchenden wei­ter – zum Beispiel, wenn diese Probleme mit einem Nest am Haus haben. Sie geben Informationen und ver­mit­teln Ansprechpartner, sie­deln Wespen-​Staaten aber nicht selbst um. Näheres unter der Telefonnummer 0 21 33/​50 23 0 oder per E‑Mail unter der Adresse info@biostation-neuss.de.

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